Archiv Rundschau

Standort Baden-Württemberg sichern

Im Rahmen einer Pressekonferenz Anfang Februar in Stuttgart appellierten die baden-württembergischen Papierverbände an die Landesregierung, den Standort für die Papierindustrie zu sichern und für Investitionen attraktiver zu machen. Rund ein Viertel der deutschen Papierindustrie ist in Baden-Württemberg ansässig. Aufgrund der Kostensituation seien jedoch seit 17 Jahren die ganz großen Anlagen für Massenpapiere sämtlich außerhalb des Landes errichtet worden, so Hans-Henning Junk, Vorsitzender der Baden-Württembergischen Papierverbände. Grund hierfür seien dramatisch steigende Energiepreise. Die baden-württembergischen Firmen müssten mehr als das Doppelte bezahlen wie Fabriken in Finnland und Schweden. Deshalb sei es wichtig, einen europaweit offenen Markt für Strom und Gas zu schaffen und Stromerzeugung beziehungsweise Gashandel und Netzbetrieb vollständig zu trennen. Zurzeit sind die vier deutschen Stromversorger zugleich Netzbetreiber, dies erschwert den Import von billigerem Strom aus dem Ausland. Dazu kommen noch landesspezifische Umweltkosten. Nachdrücklich erneuerte Junk die Forderung der Papierindustrie nach Abschaffung des Wasserpfennig, der ausschließlich in Baden-Württemberg erhoben wird. Dieser belaste Betriebe im Land mit bis zu 600 000 Euro.

VM