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Projekt mit Vorbildcharakter: Abwärme aus Papierfabrik heizt Schulen

Verleihung des Umweltpreises an FRIPA und den Landkreis Miltenberg: Das Foto zeigt (v. l.) den BN-Vorsitzenden Steffen Scharrer

Seit dem Herbst 2017 werden drei Schulen im Schulzentrum Miltenberg Nord mit Abwärme der Papiermaschine 6 des Hygienepapierherstellers FRIPA geheizt.

Zwar nutzt FRIPA die Abluft aus der Papiertrocknung an der PM 6 bereits für die Wärmerückgewinnung in der Halle, dennoch gibt es noch Reserven. Dies hatte
eine von den Projektpartnern FRIPA und Landkreis Miltenberg in Auftrag gegebene Potentialstudie ergeben, woraufhin diese die Nahwärmeversorgung beschlossen. Ingenieur Helmut Körner war bei
FRIPA für die Planung des Vorhabens zuständig.

Ein zusätzlicher Wärmetauscher an der PM 6 ermöglicht nun die Wärmeversorgung der Schulen. Über größtenteils unterirdisch verlegte Rohre wird die Wärme an das nahe gelegene Schulzentrum geleitet, wo ein weiterer Wärmetauscher das warme Wasser für die Heizung bereitstellt. Eventuelle Stillstands- und Wartungszeiten an der Papiermaschine fangen zusätzliche Heizkessel in der Schule auf. In etwa 15 Jahren wird sich die Anlage durch Energieeinsparungen amortisiert haben, anschließend sollen die Gewinne geteilt werden.

Der BUND Naturschutz (BN) in Bayern, Kreisgruppe Miltenberg, zeichnete die Projektpartner FRIPA und den Landkreis Miltenberg mit dem Klimaschutzpreis 2018 aus. Das Projekt habe Vorbildcharakter, hieß es bei der Preisverleihung. FRIPA sei ein Unternehmen, das gesellschaftliche Verantwortung ernst nehme und danach handle. Landkreis und Kreistag, der einstimmig für das Nahwärmekonzept gestimmt hatte, hätten über den Tellerrand hinausgeblickt.

Mit über 440 Mitarbeitern, drei Papiermaschinen und mehreren Verarbeitungslinien produziert FRIPA am Standort Miltenberg Hygienepapier für den internationalen Markt. ■