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Bayerische Papierindustrie: Politische Rahmenbedingungen müssen stimmen

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion

Der Verband Bayerischer Papierfabriken e.V. hat auf seiner Jahrestagung im Mai in München eine positive Bilanz des Jahres 2018 gezogen. Die 30 Mitgliedsbetriebe konnten ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 7,7 Prozent auf rund drei Milliarden Euro steigern. Die produzierte Menge lag mit 4,6 Millionen Tonnen leicht über Vorjahresniveau. Die Exportquote betrug fast siebzig Prozent. Dies teilte Jürgen Schaller mit. Er wurde als Vorstandsvorsitzender des Verbands Bayerischer Papierfabriken als auch des Arbeitgeberverbands Bayerischer Papierfabriken für zwei Jahre wiedergewählt. Für dieses Jahr sieht Schaller viele Unwägbarkeiten auf die Unternehmen zukommen: „Die nachlassende Konjunktur und insbesondere die schwierige Lage der Automobilindustrie machen uns zu schaffen. Die Autobauer sind eine der wichtigsten Kundengruppen der Papierindustrie.“ Damit die Branche robust bleibt, fordert Jürgen Schaller passende politische Rahmenbedingungen. „Dazu gehört einmal eine sichere, preisgünstige und umweltfreundliche Energieversorgung. Der geplante Netzausbau, insbesondere der HGÜ-Leitungen SuedLink und SuedOstLink, muss zügig realisiert werden“, so Schaller.
Hinzu kommen müsse eine verlässliche Rohstoffversorgung mit Holz. Erforderlich sei dafür eine nachhaltige Forstwirtschaft auf ganzer Fläche nach dem Grundsatz „Schützen durch Nützen“. Außerdem forderte er eine leistungsfähige Infrastruktur für Transport und Logistik. Den Plan der Tiroler Landesregierung, den LKW-Verkehr mit Papier, Holz und Altpapier ab dem 1. Oktober auf der Inntalautobahn A 12 mit einem absoluten Fahrverbot zu belegen, bezeichnete Schaller als Katastrophe.

In einer Podiumsdiskussion sprachen Vertreter der bayerischen Papierindustrie mit Hubert Aiwanger, dem bayerischen Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. Breiten Raum nahm dabei das Thema zukünftige Energieversorgung und die fehlende Planungssicherheit für die Unternehmen ein. ■