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Wo das Geld hingeht …

Manchmal fragt man sich, wo eigentlich das Geld geblieben ist. Wer sich diese Frage öfter stellt, der sollte einmal ein Haushaltsbuch führen. Laut einer Befragung des Familienministeriums lassen sich dadurch bis zu 20 Prozent an Ausgaben sparen.

Bettina Brucker

Mit einem Haushaltsbuch kann man schnell feststellen, wie viel Geld man wofür ausgegeben hat. Mit diesem Wissen lässt sich dann gezielt Geld sparen. Zunächst mag sich der Begriff Haushaltsbuch altmodisch anhören. Nach abgegriffenem kleinen Heftchen, in die früher die Oma nicht nur die Einkäufe, sondern auch jede Briefmarke und die 30 Pfennig für ein Eis für den Enkel eingetragen hat. Heute bezahlt man vieles – mal abgesehen vom Eis – mit der Geldkarte. Doch gerade beim bargeldlosen Bezahlen verliert man gerne den Überblick.

Ein Haushaltsbuch zu führen ist durchaus eine sportliche Aufgabe. Man muss sich diszipliniert und regelmäßig darum kümmern.

Sie können mit der „sportlichen“ Herausforderung jederzeit beginnen. Sie brauchen nicht viel dafür: eine Box für die Kassenbons, eventuell einen Stift und ein Kassenbuch. Das gibt es in unterschiedlicher Ausführung.

Das Haushaltsbuch in Papierform

  • Die einfachste, aber nicht unbedingt praktische Form ist ein kariertes DIN-A5-Heft.
  • Etwas komfortabler ist ein vorgedrucktes Haushaltsbuch aus dem Schreibwarenladen.
  • Es gibt aber auch kostenlose Haushaltsbücher bei den Sparkassen zum Beispiel im Internet als PDF zum Ausdrucken oder zu bestellen (www.geldundhaushalt.de)
  • Günstig kann man Haushaltsbücher auch bei den Verbraucherzentralen oder einer Schuldnerberatungsstelle erwerben.

Ein Haushaltsbuch lässt sich auf dem Papier führen oder mit dem Computer. Und es gibt entsprechende Apps fürs Smartphone.

Unser Beispiel bezieht sich jedoch auf das Haushaltsbuch mit Stift und Papier. Denn etwas anderes macht man mit den digitalen Tools und Softwares auch nicht. Das Wichtigste ist, das dahinter steckende Prinzip zu verstehen, und dafür ist die Papierform die anschaulichste. Und, Dinge, die man auf Papier liest, prägen sich vielen Menschen
besser ein, als auf dem Bildschirm Gelesenes.

Und so geht’s!

„Füttern“ Sie Ihr Haushaltsbuch mit allen Einnahmen und festen Ausgaben. So erhalten Sie Ihr Budget.

Zu den Einnahmen zählen die Einkünfte, die jeden Monat fließen wie Gehalt/Lohn, Kindergeld, Arbeitslosengeld etc., aber auch jährliche Einkünfte wie zum Beispiel Weihnachtsgeld. Letzteres teilt man einfach durch zwölf, bevor man es einträgt.

Feste Ausgaben (auch Fixkosten genannt) sind die, die zum Beispiel jeden Monat vom Konto abgehen oder bezahlt werden müssen wie Miete, Strom, Versicherungen oder Mitgliedsbeiträge.

Das Budget und die veränderlichen Ausgaben ergeben das Saldo. Zu den veränderlichen Kosten, auch variable Kosten genannt, gehören alle sonstigen Ausgaben, etwa für Benzin, Lebensmittel, Reparaturen usw. Am besten orientieren Sie sich an bestimmten Kategorien, wie Wohnen, Mobilität, Haushalt. So lassen sich die täglichen Ausgaben schnell zuordnen und man erhält einen besseren Überblick.

Und dann geht es an die Fleißarbeit:

  • Lassen Sie sich bei jedem Einkauf den Kassenbon geben.
  • Sammeln Sie die Bons in einer Box.
  • Falls Sie keinen Beleg bekommen haben, schreiben Sie sich einen Notizzettel, auf dem Sie Ihren Einkauf beziehungsweise Ihre Ausgaben, das Datum und den Geldbetrag notieren.
  • Tragen Sie regelmäßig, mindestens einmal die Woche, Ihre Ausgaben ein, zum Beispiel nach dem Abendessen oder am Wochenende.

Extra-Tipp: Beim Sparen hilft auch der Einkaufszettel. Wer damit einkaufen geht, gibt weniger aus.

Nach zwei Monaten können Sie bereits erkennen, wo Sie (zu) viel Geld ausgeben. Noch genauer werden die Zahlen mit allen weiteren Monaten. Denn in den Ferien, um Weihnachten oder in den Monaten, in denen die Kinder oder Enkel Geburtstag haben, gibt man meist mehr Geld aus. Vielleicht entdecken Sie aber auch den einen oder anderen „sparsamen“ Monat. Schauen Sie genau hin, dann erkennen Sie, wo Sie sparen können, zum Beispiel bei Zeitschriften-Abos oder mit einem günstigeren Handyvertrag.

Bei einer Befragung des Bundesfamilienministeriums zeigte sich, dass sich mit einem Haushaltbuch bis zu 20 Prozent an Ausgaben einsparen lassen. Das sind pro Jahr einige hundert oder gar tausend Euro. Allein schon, wenn das Konto nicht jeden Monat in die Miesen rutscht und Überziehungsraten fällig werden, bringt das ein paar Euro zusätzlich in den Geldbeutel.


Schreibt man sich alles auf, erkennt man leichter überflüssige Ausgaben – und kann sie in Zukunft einsparen.