Archiv Ratgeber

Welcher Sport passt zu mir?

Bewegung tut gut. Aber es muss Spaß machen und man muss dabei bleiben. Mit der richtigen Sportart kann das gelingen.

Sie haben früher gerne Fußball gespielt? Laufen war noch nie Ihr Ding? Sie haben ein paar Pfunde zu viel und wollen abspecken? Wer nach vielen Jahren wieder regelmäßig Sport treiben will, weiß oft nicht, welche Sportart zu ihm und seiner Lebenssituation passt.

Bettina Brucker

Ein paar Überlegungen vorneweg und der Mut, einmal etwas Neues auszuprobieren, können jedoch zu einer dauerhaften Leidenschaft an der Bewegung führen.

Meist sind es Vernunftsgründe oder medizinische Diagnosen wie zu hohes Körpergewicht, schlechte Blutwerte, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Probleme oder Stress, die einen dazu bewegen, mal wieder sportlich aktiv zu werden.

Egal, was Ihr Beweggrund ist: Seien Sie neugierig und probieren Sie zunächst verschiedene Sportarten aus. Es muss ja nicht unbedingt das schottische Baumstammwerfen oder das indianische Ballspiel Ulama sein. Vielleicht reizt Sie ja Bowling, Flossenschwimmen oder Line Dance.

Die meisten Sportarten werden in Sportstätten durchgeführt, ob auf Plätzen, in Stadien, Hallen oder Studios. Von jeglichen Einrichtungen unabhängig sind unter anderem Joggen, Radfahren oder Walken.

Sport, der in der freien Natur betrieben wird, braucht vor allem die passende Landschaft vor der Haustür. Wer also an der holländischen Grenze wohnt, sollte nicht Bergwandern als seine neue Sportart auswählen. Auf der anderen Seite ist für den Alpenbewohner Wellenreiten wohl auch nur ein Urlaubstraum und kein Sport für jeden Tag.

Am liebsten alleine und zu jeder Zeit
Wenn der Job kein Training zu festen Zeiten erlaubt, sollte man eine Sportart wählen, die alleine und im eigenen Tempo durchgeführt werden kann. Ideal ist die Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio. Hier kann man an den Geräten oder mit Hanteln trainieren, auf dem Laufband oder Ergometer Kilometer „schrubben“ oder sich beim Spinning/Indoor Cycling auspowern – und das auch bei schlechtem Wetter. Aber auch Nordic-Walking oder Skilanglauf im Winter könnte dem Einzelkämpfer-Typ Spaß machen.

Sport in der Gemeinschaft
Wer einmal Sport zusammen mit anderen gemacht hat, weiß die Vorteile eines Trainingspartners beziehungsweise einer Sportgruppe zu schätzen. Wenn man selbst phasenweise wenig motiviert ist, ziehen einen die anderen mit. Sport in einer festen Mannschaft setzt allerdings voraus, dass alle Mitglieder die notwendige Zeit fürs Training und eventuell für Wettkämpfe haben. Auch die Ziele müssen allen Mannschaftsmitgliedern klar sein. Nur so macht Sport im Team auf Dauer Spaß.

Für Berufstätige sind Sporterlebnisse in Gruppen oft eine Bereicherung, wenn sie keinen Gruppenzwang darstellen. Ideal sind dann Trainingstermine, bei denen jederzeit frei gewählt werden kann, ob man daran teilnehmen kann oder lieber an einem anderen Tag kommt.

Mit Musik geht vieles besser
Wer sich gerne auf Musik bewegt, für den könnte Gymnastik, Aerobic oder Tanzen – in allen Formen und Richtungen – aber auch das noch wenig bekannte Nia interessant sein, ein tänzerisches kraftvolles Bewegungstraining. Manche schwören aber auch beim Krafttraining oder Joggen auf Musik. Und mit wasserfesten MP3-Playern und Kopfhören lässt sich sogar mit musikalischer Untermalung schwimmen.

Tipps für den Einstieg in eine (neue) Sportart
Um fit zu werden und es zu bleiben, sollten Sie mehrere Sportarten kombinieren. So ist sicher gestellt, dass Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit trainiert werden. Ideal ist es, zwei- bis dreimal die Woche Sport zu treiben: dreimal baut die Leistungs- und Muskelkraft auf, bei zweimal wird sie erhalten.

· Nehmen Sie sich drei bis sechs Monate Zeit, Ihre Sportart zu finden.

· Sammeln Sie zunächst Informationen, welche Sportarten in Ihrem Umfeld angeboten werden.

· Nutzen Sie die Schnupperangebote von Vereinen, Studios oder Volkshochschulen. Vereinbaren Sie ein Probetraining.

· Überreden Sie einen Kollegen/eine Kollegin zum Sport mitzugehen.

· Machen Sie einen Quereinstieg mit dem Schwerpunkt auf Spaß und Genuss.

So könnte ein Quereinstieg aussehen
Kaufen Sie sich ein Federballspiel und spielen Sie mindestens einmal die Woche eine halbe Stunde Federball. Wenn Ihnen das nach zwei bis drei Monaten immer noch Spaß macht, besuchen Sie das Probetraining bei einem Badminton-Verein. Oder gehen Sie mindestens drei- bis viermal innerhalb von sechs Wochen schwimmen. Erkundigen Sie sich danach bei Ihrem Schwimmbad nach Übungsstunden für Erwachsene. Unter Anleitung können Sie dort Ihren Schwimmstil deutlich verbessern und noch mehr Spaß am Training gewinnen. Vielleicht probieren Sie auch die anderen Angebote aus – wie das Gelenk schonende und viele Kalorien verbrennende Aqua Jogging.

Wer sportlich ambitioniert ist, sollte sich die Bedingungen für das Deutsche Sportabzeichen anschauen (www.deutsches-sportabzeichen.de). Da gibt es Leistungsanforderungen für alle Altersstufen etwa in Leichtathletik, Turnen oder Schwimmen. Die Sportvereine in den Städten und Gemeinden bieten dazu offene Trainingsabende an.