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So lernen Ältere erfolgreich


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Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr? Dieser Satz ist falsch. Jeder sollte ihn schnell aus dem Kopf streichen. Auch wer nicht mehr ganz jung ist, kann sich weiterbilden. Einige Tipps helfen, den Einstieg zu finden und dranzubleiben.

VM

Heute ist es erforderlich, dass man im Laufe seines Lebens immer wieder Neues lernt. Das kann neue Chancen eröffnen und Befriedigung verschaffen. „Dafür bin ich zu alt …“ – solche Bedenken sind unbegründet.

„Ältere lernen anders, aber nicht langsamer oder schlechter als Jüngere. Sie können vieles durch ihr Erfahrungswissen kompensieren und schneller Verknüpfungen herstellen“, betont Dr. Beate Hörr, Leiterin des Zentrums für wissenschaftliche Weiterbildung an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Wichtig sei, sich klarzumachen, was
einem die Weiterbildung bringe. Etwa dass das Arbeitsfeld dann interessanter wird und die Zufriedenheit steigt. Die „Sinnhaftigkeit“ sei der größte Motivator für ältere Lernende, betont die Wissenschaftlerin. Außerdem sollten sie immer wieder den Bezug zur täglichen Praxis im Betrieb herstellen.

Wer sich nicht zutraut, noch etwas Neues zu lernen, dem rät Dr. Hörr, einmal inne zu halten und Bilanz zu ziehen. Sich zu vergegenwärtigen, dass er oder sie eine ganze Menge wisse und im Vergleich mit anderen vielleicht gar nicht so schlecht sei. Es helfe auch, die Frustrationsgrenze am Anfang etwas höher zu hängen und sich zu erlauben, Fehler zu machen. Wer Ängste hat, sollte darüber eventuell mit der Lehrkraft schon vor dem Kurs offen sprechen und sich beraten lassen.

„Lernentwöhnte“ müssen erst einmal feststellen, welcher Lerntyp sie sind. Ob sie eher lernen, wenn sie etwas über Bilder oder Zeichnungen sehen, wenn sie es hören oder das Gelernte aufschreiben. Je nachdem sollten sie ihre persönliche Lernstrategie entwickeln. Sie können verschiedene Lerntechniken ausprobieren und werden dann feststellen, was ihnen am besten liegt.

Vielen hilft es, sich einer Lerngruppe anzuschließen und sich dort auf Augenhöhe auszutauschen.


Ältere haben viel Erfahrung – und können bei Weiterbildungen durchaus mit Jüngeren mithalten.