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So kommen Sie gut an

Besser etwas geruhsamer fahren, dafür aber erholter am Ziel ankommen.

Mit dem Auto in den Urlaub – gerade für Familien ist das oft preisgünstiger als mit Bahn oder Flugzeug zu reisen, außerdem kann man viel mitnehmen und ist flexibel. Aber: Sich einfach reinsetzen und losfahren sollte man nicht.

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Ein wenig Vorbereitung ist sinnvoll. Dazu gehört, den Wagen reisefit zu machen. Der ACE Auto Club Europa empfiehlt eine Inspektion beziehungsweise Wartung des Fahrzeugs vor der Urlaubsreise.

Dann gilt es, alle nötigen Unterlagen mitzunehmen. Zwar ist die Grüne Versicherungskarte in den meisten Ländern nicht mehr Pflicht. Automobilclubs und Versicherer empfehlen aber, sie dennoch dabei zu haben, da sie bei einem Unfall die Schadensabwicklung erleichtere. Die Grüne Karte ist der Beweis, dass Ihr Fahrzeug im Heimatland versichert ist.

Sie raten auch dazu einen Europäischen Unfallbericht bei sich zu haben, den die Automobilclubs sowie Autoversicherungen im Internet zum Ausdrucken bereit stellen. Nach einem Unfall sollten beide Parteien ihn in ihrer jeweiligen Muttersprache ausfüllen. Der ACE warnt allerdings davor, etwas zu unterschreiben, was in fremder oder unverständlicher Sprache abgefasst ist. Die Zurich-Versicherung rät, bei einem Unfall im Ausland grundsätzlich die Polizei zu rufen und sich immer die Versicherungsschein-Nummer des Unfallgegners geben zu lassen. In vielen Ländern reiche das Nummernschild für eine spätere Identifizierung nicht aus.

Fast überall: Licht an!
Außerhalb Europas ist das D-Schild zusätzlich zum Euro-Kennzeichen vorgeschrieben. Erkundigen Sie sich auch, ob in dem Land, das Sie bereisen, ein internationaler Führerschein gefordert ist. Informieren Sie sich außerdem über aktuell gültige Verkehrsregeln im Ausland. Die wichtigsten Unterschiede zu Deutschland nennt der ACE auf seiner Homepage unter der Rubrik Reiseinformationen. In vielen Ländern Europas ist es etwa Pflicht, auch am Tag mit Licht zu fahren. Bei Nicht-Beachtung drohen empfindliche Geldbußen. Auch Warnwesten müssen in vielen Ländern getragen werden, wenn man bei einer Panne das Auto verlässt. In Deutschland ist eine Warnweste ab Juli 2014 Pflicht. Und denken Sie daran: Auch in anderen Ländern wird geblitzt und Bußgeldbescheide werden auch nach Deutschland geschickt. Während in vielen europäischen Ländern die 0,5 Promillegrenze gilt, sind es in Tschechien und Ungarn 0,0, in der Schweiz seit Anfang dieses Jahres nur noch 0,1 Promille und in Schweden und Polen 0,2 Promille.

Routenplanung zahlt sich aus
Auch mit der Reiseroute sollte man sich vor Fahrtbeginn beschäftigen. Prüfen Sie, ob Ihr Navi Karten des bereisten Landes hat, ansonsten müssen Sie sie überspielen. Von Vorteil ist es, sich nicht nur auf ein Navigationsgerät zu verlassen, sondern auch einen Routenplaner zu nutzen. So können Sie sich rechtzeitig Alternativ-Strecken für Staus überlegen und eventuell mautpflichtige Straßen umgehen, um Geld zu sparen.

Natürlich will man schnell ankommen – aber das bringt wenig, wenn man dann bei der Ankunft vollkommen erschöpft ist. Planen Sie deshalb nicht zu lange Fahretappen. Legen Sie rechtzeitig Pausen ein, spätestens alle zwei Stunden mindestens für zehn bis 20 Minuten. Wenn Sie längere Pausen für einen Abstecher von der Autobahn nutzen, können Sie dort preiswerter tanken.

Nicht überladen
Zu Ihrer Sicherheit: Packen Sie das Auto so, dass bei einer plötzlichen Bremsung keine Gegenstände durch den Innenraum fliegen können. Schwere Teile nach unten, spitze und kantige Gegenstände abpolstern und das Gepäck nicht über die Höhe der Rücksitzlehne ragen lassen! Beachten Sie außerdem das zulässige Gesamtgewicht Ihres Fahrzeugs. Wiegen Sie schwere Gepäckstücke, und rechnen Sie das Gewicht der Mitfahrer hinzu. Der Fahrer ist bereits mit 75 Kilogramm beim Leergewicht des Wagens berücksichtigt. Gängige Zuladungs-Werte liegen bei 400 bis 500 Kilogramm, wie der ADAC informiert.

Er hat in Fahrversuchen festgestellt, wie massiv sich das Fahrverhalten von überladenen Fahrzeugen vor allem beim Beschleunigen und Bremsen ändert.

Besonders eine zu schwer beladene Dachbox kann gefährlich werden, sie sollte man deshalb immer nur mit leichten Dingen füllen.

Nützliche Adressen im Internet:

www.ace-online.de: Die Seite des Auto Club Europa (ACE) enthält zum Beispiel einen Auslandsunfallratgeber und Reiseinformationen fürs Ausland.

www.avd.de: Die Seite des Automobilclub von Deutschland (AvD) gibt viele Tipps zu Urlaubsvorbereitungen und für die Reise.

www.adac.de: Auch der größte deutsche Autoclub informiert auf seiner Homepage zum Thema Urlaub mit dem Auto.