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So gelingt der Start in die Ausbildung

Die ersten Schritte im Beruf sollten erfolgreich verlaufen.
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Im August beginnt das neue Ausbildungsjahr. Mit dem Start in das Berufsleben ändert sich das Leben der Jugendlichen. Diesen wichtigen Schritt können die erfahrenen Kolleginnen und Kollegen im Betrieb aktiv unterstützen.

Bettina Brucker

Die „Neuen“ können eine Starthilfe gut gebrauchen. Denn der Übergang von der Schule ins Berufsleben ist nicht für alle ganz einfach. Gelingt er nicht, zerplatzen bei den Jugendlichen Träume und im Unternehmen machen sich Unverständnis und Verärgerung über vertane Zeit breit. Dabei können einige Maßnahmen der Unternehmen sowie das Verhalten von Kolleginnen und Kollegen und auch der Auszubildenden selbst den Einstieg erleichtern.

Das können Unternehmen tun:

  • Schicken Sie einige Tage vor Ausbildungsbeginn ein Willkommensschreiben. Teilen Sie dem neuen Auszubildenden mit, wann er wo sein soll und was er mitbringen soll. Sie können auch einen Tagesablauf beilegen.
  • Informieren Sie die Kollegen im Betrieb darüber, wie viele neue Auszubildende in welchen Bereichen ihre Ausbildung im Betrieb beginnen werden. Nennen Sie die Azubis
    darin namentlich.

Nach der Begrüßung geht’s zum

Betriebsrundgang

  • Die Begrüßung sollte der Betriebsinhaber oder Geschäftsführer, also der höchste Vorgesetzte, übernehmen. Das signalisiert den Jugendlichen Wertschätzung.
  • Machen Sie die Azubis bei einem Betriebsrundgang mit den Räumlichkeiten vertraut.
  • Stellen Sie sie den Kollegen vor. Die wichtigsten Ansprechpartner sollten sie persönlich und mit Name und Funktion kennenlernen.

Ausbilder und Paten unterstützen

Der Ausbilder ist in den kommenden Monaten im Betrieb die wichtigste Person für den Auszubildenden.

  • Bewährt hat es sich, wenn der neue Auszubildende einen „Paten“ zur Seite hat. Das kann zum Beispiel ein Auszubildender in einem höheren Lehrjahr oder ein jüngerer Mitarbeiter sein.
  • Die Paten wissen, wie man sich beim Ausbildungsstart fühlt und können offen über informelle Regeln, etwa die Kleiderordnung oder Unternehmenskultur betreffend, sprechen.

Wie Kollegen beim Einstieg helfen

können

Manche Auszubildenden sind wild und stürmisch, andere eher schüchtern und zurückhaltend. Lassen Sie sich als erfahrener Kollege von einem forschen Auftritt nicht irritieren. Oft verbirgt sich Unsicherheit dahinter. Nehmen Sie eine „große Klappe“ mit Humor. Sagen Sie aber auch klar, was Sie von Ihrem jungen Kollegen erwarten. Ein freundliches „Halt mal den Ball flach“ kann durchaus hin und wieder angebracht sein.

Sagen Sie dem Auszubildenden von Anfang an, ob er Sie siezen oder duzen soll. Wollen Sie gesiezt werden, sollten auch Sie den Auszubildenden mit „Sie“ ansprechen. Der Auszubildende ist zwar jünger, sollte sich aber auf Augenhöhe entwickeln können.

Gehen Sie auf zurückhaltende Auszubildende offen zu. Meist trauen sich die jungen Kollegen nicht, um Unterstützung oder Hilfe zu bitten oder nachzufragen, wenn sie etwas (noch) nicht verstanden haben. Am besten stellen Sie dem Auszubildenden immer wieder Fragen und zwar am besten so genannte offene Fragen, also solche, auf die man nicht einfach mit ja oder nein antworten kann. Meistens beginnen solche Fragen mit einem so genannten W-Fragewort (siehe Tabelle).

Zeigen Sie Interesse an Ihrem

Gegenüber

Tauschen Sie sich mit den Auszubildenden nicht nur fachlich, sondern auch persönlich aus. Dabei geht es darum, soziale Kontakte und eine Kollegenbindung aufzubauen. Löchern Sie die Auszubildenden dabei nicht mit Fragen zum Wochenende und zur Freizeit, sondern erzählen Sie auch von sich.

Beginnen Sie nicht jeden Satz mit: „Als ich jung war …“ Biedern Sie sich aber auch nicht an, indem Sie in Jugendsprache verfallen. Seien Sie authentisch und zollen Sie Ihren jungen Kollegen Respekt. Wenn Sie durch eine Situation mit dem Azubi an Ihre eigene Ausbildungszeit erinnert werden, kann ein Lächeln durchaus wohlwollend rüberkommen. Verkneifen Sie sich aber besser den Kommentar, der Ihnen dazu auf der Zunge liegt. Das erspart Ihnen das Augenrollen auf der anderen Seite.

Das sollten Auszubildende beachten

Auch Auszubildende können einen
guten Einstieg hinlegen und von Anfang an einen guten ersten Eindruck bei Vorgesetzten und Kollegen hinterlassen.

Hier einige Tipps:

  • Hören Sie hin oder fragen Sie nach: Wird gesiezt oder geduzt?
  • Seien Sie neugierig und offen für die Arbeit und die Kollegen.
  • Merken Sie sich die Namen und sprechen Sie die Kollegen damit an.
  • Grüßen Sie immer jeden freundlich, der Ihnen auf dem Betriebsgelände begegnet.
  • Tauschen Sie sich mit den Kollegen aus.
  • Stellen Sie Fragen. Nur so lernen Sie etwas. Außerdem signalisieren Fragen, dass Sie mitdenken und interessiert sind.
  • Gehen Sie auch kleine und scheinbar unattraktive Aufgaben motiviert an. Wenn Sie stets zuverlässig arbeiten, trauen Ihnen die Kollegen schwierigere Aufgaben zu.
  • Sprechen Sie bei Problemen umgehend mit einer Vertrauensperson oder Ihrem Ausbilder.