Archiv Ratgeber

So fällt es leichter

Ob Englisch für den Beruf oder Italienisch für den Urlaub – es gibt zahlreiche Möglichkeiten und Methoden, um das Schulwissen aufzufrischen oder eine neue Sprache zu lernen.

Bettina Brucker

Je größer das Interesse ist, eine Sprache zu lernen, desto größer wird der Lernerfolg sein. Wer beruflich dazu verpflichtet wird, seine Sprachkenntnisse auszubauen, sollte aus der Pflicht eine Kür machen. Sprachenlernen kann durchaus ein Genuss sein, wenn man sich auch auf das Sprachland, die Kultur, das Essen etc. einlässt.

Grundlegende Voraussetzungen für den Lernerfolg sind:

  • Der Mensch lernt am besten mit
    allen Sinnen. Nutzen Sie klassische Lehr- und Wörterbücher ebenso wie digitale Lernprogramme und Apps. Probieren Sie unterschiedlichste „Lernformen“ wie Rätsel, Lieder, Lernen in Bewegung oder Filme aus.
  • Das Gehirn lernt leichter, wenn es emotional angeregt wird. Deshalb sollten Lerninhalte in spannende Geschichten verpackt sein, empfiehlt Sprachwissenschaftlerin
    Dr. Marion Grein.
  • Um beide Hirnhälften zu aktivieren sollten Wörter zusammen mit Bildern gelernt werden. Dafür gibt es Bildwörterbücher.
  • Zu Beginn sollte man sich als Lernziel auf die wichtigsten Wörter konzentrieren. Mit einem Grundwortschatz von etwa 100 Wörtern kommt man im Alltag schon recht weit.
  • Und nicht zuletzt gilt: „Die Wiederholung ist die Mutter des Lernens“, wie Hirnforscher Prof. Manfred Spitzer sagt. So entwickeln sich Automatismen und man muss beim Sprachgebrauch nicht lange nachdenken.

Tipp: Bekleben Sie Ihre Wohnung mit Zetteln. Ans Fenster kommt das Wort „window“. Schreiben Sie auch gleich eine Redewendung oder einen Satz dazu, etwa „Please open the window.“ Sprechen Sie jedes Mal, wenn Sie das Fenster öffnen, was auf dem Zettel steht. So lernen Sie ganz nebenbei „Bitte öffnen Sie das Fenster“ auf Englisch zu sagen.

Bei einem Einstufungstest zum Beispiel an der Volkshochschule (VHS) oder
einer Sprachschule können Sie Ihr Sprachniveau gemäß des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER) und die passende Kursstufe ermitteln lassen. Außerdem sollten Sie überlegen, wie viel Zeit Sie pro Tag beziehungsweise Woche zum Lernen haben und bis wann Sie welches Sprachniveau erreicht haben müssen oder wollen.

Abwechslungsreiches Lernen

Viele denken beim Fremdsprache-Lernen an endlose Vokabellisten, an unregelmäßige Verben und komplizierte Grammatikregeln. Dabei gibt es ganz einfache Methoden und Tricks, die
das Lernen unterstützen und die Spaß machen:

  • Stellen Sie einen ausländischen Radiosender ein, laden Sie sich Podcasts oder Hörbücher in der Fremdsprache herunter.
  • Singen Sie Lieder in der Fremdsprache mit, das verbessert die Aussprache.
  • Schauen Sie Filme oder Serien im Originalton.
  • Lesen Sie täglich einen Artikel oder Blog-Eintrag, der Sie grundsätzlich interessiert oder beruflich für Sie wichtig ist. Tipp: Wenn Sie einen
    Artikel online lesen, öffnen Sie in
    einem zweiten Tab ein Online-Wörterbuch, zum Beispiel leo.org, um Vokabeln nachschlagen zu können. Dort können Sie sich die Begriffe auch korrekt vorlesen lassen.
  • Kochen Sie landestypische Rezepte nach.
  • Suchen Sie sich einen Muttersprachler, der Ihre Muttersprache lernen will. So können Sie gemeinsam
    lernen und sich gegenseitig korrigieren.
  • Sammeln Sie typische Witze, Sprichwörter oder Zungenbrecher.