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So arbeiten sie gut zusammen

Junge haben oft aktuelles Fachwissen
„Das haben wir schon immer so gemacht“, ist ein beliebter Satz von älteren Mitarbeitern. Gegen so ein Totschlagargument ist schwierig anzukommen, wenn man selbst deutlich jünger ist. Dabei können auch altersgemischte Teams gut funktionieren und verschiedene „Generationen“ im Betrieb sogar voneinander profitieren.

Bettina Brucker

Die „Alten“ werden infolge der demografischen Entwicklung immer mehr. So verändert sich auch die Alterszusammensetzung in den Betrieben. Zwangsläufig altern auch die Beschäftigten im Schichtdienst. So hat sich die Zahl der über 50-jährigen Schichtarbeiter in den vergangenen Jahren mehr als verdoppelt. Damit die Zusammenarbeit von Kollegen unterschiedlichen Alters erfolgreich ist, müssen der Einzelne, das Team und die Führungskraft einiges berücksichtigen. Vor allem müssen Vorurteile ausgeräumt werden.

Was zeichnet junge Kollegen aus?

Jüngere müssen in der Lebensphase, in der sie sich befinden, privat oft noch nicht so viel Verantwortung übernehmen. Deshalb gehen sie auch ihre Arbeit unbeschwerter an. Sie punkten mit aktuellem Fachwissen und frischen Ideen. Sie sind mit der digitalen Welt vertraut und pflegen einen lockeren, informellen Umgangston.

Womit tun sich Jüngere schwer?

Durch den Mangel an Lebenserfahrung schätzen jüngere Erwerbstätige ihre Belastbarkeit häufig falsch ein. Gleichzeitig zweifeln sie nicht selten an der Leistungsfähigkeit der Älteren. Für ganz junge Mitarbeiter können außerdem Hierarchien ein Problem sein. Und sie haben schnell den Eindruck, dass sie ausgebremst und ihre Ideen ignoriert werden.

Welche Stärken bringen ältere

Kollegen mit ins Team?

Ältere Mitarbeiter bringen die notwendige Erfahrung mit, um Aufgaben umsichtig planen zu können. Sie sind insgesamt meist gelassener. Viele pflegen einen eher förmlicheren Umgangston und wissen Grenzen zu setzen.

Was fällt den Älteren schwer?

Manche Ältere lassen sich nur ungern etwas von Jüngeren sagen. Oftmals fühlen sie sich von jüngeren Kollegen an die Seite gedrängt. Neue Ideen verlangen von ihnen, dass sie ihre „Komfortzone“ verlassen, die sie sich über Jahre aufgebaut haben. Vor allem die Digitalisierung der Arbeitswelt verunsichert sie.

Mit dem Alter nehmen zudem Leistungsfähigkeit sowie Seh- und Hörfähigkeit ab. Allerdings bei jedem in einem anderen Alter. So kann es durchaus Mitarbeiter geben, die bis zum Rentenbeginn „fit wie ein Turnschuh“ sind.

Wie können Jung und Alt

voneinander profitieren?

Sich gegenseitig vertrauen und mit Respekt begegnen zahlt sich immer aus. Unabhängig vom Alter möchte jeder wahrgenommen, gehört und wertgeschätzt werden. Im Idealfall ergänzen sich in altersgemischten Teams die jeweiligen Fähigkeiten. Wenn verschiedene Generationen zusammenarbeiten, können sie von den unterschiedlichen Sichtweisen und Bedürfnissen durchaus profitieren. Unternehmen tun gut daran, die Ideen der jüngeren zu fördern und den Erfahrungsschatz der älteren Mitarbeiter zu nutzen. Dies wirkt für alle motivierend.

Ältere …

  • können einen jüngeren Mitarbeiter als „Patenkind“ betreuen und dabei ihren wertvollen Erfahrungsschatz weitergeben.
  • können vom Wissen Jüngerer profitieren, zum Beispiel im Bereich der digitalen Technik.
  • sollten dem jüngeren Kollegen
    einen gewissen Entscheidungs- und Handlungsspielraum in seinem Fachgebiet lassen.

Jüngere …

  • sollten den Kompetenzbereich des älteren Mitarbeiters mit seinen langjährigen Erfahrungen respektieren.
  • sollten lernen, ihre Position selbstbewusst und respektvoll auszufüllen.

Was gilt für Jung und Alt im

Gespräch miteinander?

  • Nehmen Sie sich Zeit und hören Sie zu.
  • Seien Sie höflich.
  • Würdigen Sie Ideen und Vorschläge und nehmen Sie diese zunächst einfach nur an, ohne zu werten, zu korrigieren oder es sofort besser zu wissen.
  • Fallen Sie nicht auf Schubladendenken herein, nach dem Motto: „Der Alte will sowieso nichts Neues mehr lernen“ beziehungsweise „Der Junge meint sowieso, dass ich nichts verstehe.“
  • Seien Sie im Gespräch „echt“. Wer sich als älterer Kollege zu jugendlich-kumpelhaft verhält, wikt schnell lächerlich. Und für Jüngere gilt: Wer sich aufgesetzt verhält, wird schnell entlarvt, vor allem von lebenserfahrenen Kollegen. Und die vertrauen einem dann nicht mehr.

Was sollten die Jüngeren

berücksichtigen?

Als Junger im Team müssen Sie sich die Akzeptanz erarbeiten. Grundvoraussetzung ist eine respektvolle Haltung den älteren Kollegen gegenüber. Das bedeutet in erster Linie, dass Sie die Erfahrung, das Wissen und Können anderer respektieren und anerkennen. Das ist vor allem dann wichtig, wenn sich die Rollen umdrehen und Sie Schichtleiter, Vorarbeiter, Teamleiter oder Meister werden und Ihre Mitarbeiter deutlich älter sind als Sie.

Was gilt für den erfahrenen älteren Teamkollegen?

Ein anderer Arbeitsstil muss nicht schlechter sein. Hinterfragen Sie bei unterschiedlichen Ansichten zunächst ihre eigenen. Überdenken Sie Ihr eigenes Verhalten zuerst. Verwickeln Sie
einen jüngeren Vorgesetzten nicht in zeit- und nervenraubende Diskussionen über Arbeitsanweisungen, nur weil er Ihrer Meinung nach zu jung für die Position ist. Haben Sie Verständnis für die „Jungen“. Manchmal müssen die sich erst „die Hörner abstoßen“. Sie waren doch auch einmal jung, oder?