Archiv Ratgeber

Sicher von A nach B

Täglich bewegen sich Millionen von Fahrzeugen und Fußgängern im Straßenverkehr. Da sind gegenseitige Störungen und Behinderungen gelegentlich unvermeidbar. Mit ein paar Tipps lassen sich Unfälle vermeiden.

Bettina Brucker

Im Jahr 2016 erfasste die Polizei 2,6 Millionen Straßenverkehrsunfälle. Ein neuer Höchststand, laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis). Dabei ist die Zahl der Toten zum Glück etwas
gesunken, die der Verletzen allerdings gestiegen.

Von den Verkehrstoten waren …

  • knapp 50 % Insassen in einem Pkw,
  • rund 17 % Fahrer oder Mitfahrer auf einem Motorrad oder -roller,
  • etwa 14 % zu Fuß und
  • ca. 12 % mit dem Fahrrad unterwegs.

Verkehrsunfälle passieren meist durch menschliches Fehlverhalten

Die häufigsten Ursachen für Verkehrsunfälle sind:

  • unangemessene Geschwindigkeit,
  • zu geringer Abstand,
  • Fehler beim Überholen,
  • Missachten der Vorfahrt,
  • Ablenkung durch Handy & Co.

Eine kurze Ablenkung kann
drastische Folgen haben

Handy und Navi finden viele heute selbstverständlich, tatsächlich sind sie aber ein großes Risiko. Denn ein unaufmerksamer Fahrer kann nicht mehr rechtzeitig reagieren. Bereits eine kleine Unaufmerksamkeit kann schlimme Folgen haben. So legt man zum Beispiel bei einer Geschwindigkeit von nur 50 Stundenkilometern trotzdem pro Sekunde 14 Meter zurück. Das ergibt
einen „Blindflug“ von knapp 200 Meter während eines Selfies. Oft sagt der Verursacher nach einem Unfall, dass er nur mal schnell „den Radiosender wechseln“ oder „kurz telefonieren“ wollte. Immer öfter beschlagnahmt die Polizei nach einem Unfall die Handys der Unfallbeteiligten.

Wenn jeder auf jeden Rücksicht nimmt, kommen alle sicher an ihr Ziel. Dabei sind von jedem Verkehrsteilnehmer andere Gefahren zu beachten.

Sicher mit dem Auto unterwegs

  • Programmieren Sie Ihr Navigationsgerät bevor Sie losfahren.
  • Schalten Sie Ihr Handy aus und
    legen Sie es ins Handschuhfach.
  • Fahren Sie in Kreuzungen, beim Abbiegen und an Ein- und Ausfahrten besonders umsichtig und vorausschauend.
  • Parken Sie nicht auf Rad- oder Gehwegen.
  • Zeigen Sie einen Richtungswechsel möglichst früh durch Blinken an.
  • Versichern Sie sich vor dem Öffnen der Türen durch Umschauen, dass kein Radfahrer von hinten kommt.

Mehr Tipps erhalten Sie zum Beispiel beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR).

Vorausschauend mit dem
Motorrad auf Tour

  • Überprüfen Sie regelmäßig den technischen Zustand Ihres Motorrades.
  • Tragen Sie Schutzkleidung und Helm in einer möglichst auffälligen Farbe.
  • Nehmen Sie an einem Fahrsicherheitstraining teil.
  • Fahren Sie immer mit Licht.
  • Beobachten Sie den Verkehr und erwarten Sie stets das Unerwartete.
  • Halten Sie ausreichend Abstand.

Mehr Tipps erhalten Sie zum Beispiel beim Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC) oder beim Institut für Zweiradsicherheit (ifz). Beide führen auch Motorradtrainings durch.

Gut sichtbar mit dem Fahrrad durch die Stadt

  • Halten Sie etwa einen Meter
    Abstand zum Bürgersteig.
  • Stellen Sie sich an der Ampel oder Kreuzung vor den Autos auf.
  • Achten Sie auf abbiegende
    Fahrzeuge.
  • Geben Sie beim Richtungswechsel rechtzeitig Handzeichen.
  • Sichern Sie sich durch einen Schulterblick ab.
  • Fahren Sie in der Dämmerung und im Dunkeln stets mit Licht.
  • Tragen Sie, besonders im Dunkeln und im Winter, helle Kleidung.
  • Nehmen Sie Rücksicht auf Fußgänger, Rad fahrende Kinder und in ihrer Mobilität eingeschränkte Personen.

Tipps für Fußgänger

  • Betreten Sie die Fahrbahn nicht überraschend, auch nicht auf einem Fußgängerübergang.
  • Achten Sie bei Kreuzungen mit Ampeln auf abbiegende Fahrzeuge.
  • Achten Sie besonders auf Radfahrer. Diese registriert man schlecht, da sie sich lautlos nähern.
  • Wählen Sie zum Überqueren einer Straße den sichersten und nicht
    unbedingt den kürzesten Weg.
  • Tragen Sie helle, gut sichtbare Kleidung, möglichst mit lichtreflektierenden Teilen.
  • Queren Sie nicht vor oder hinter
    einer haltenden Straßenbahn oder einem Bus.

Zwar nimmt die Zahl der Verkehrstoten ab. Trotzdem starben im Jahr 2016 noch mehr als 3000 Menschen im Straßenverkehr. Rund 60 Prozent aller tödlichen Unfälle passieren auf Landstraßen.