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Orientierung im Tarifdschungel

Die Preise für Telekommunikation sinken ständig – sei es fürs Handy oder fürs Internet. Den richtigen Tarif zu finden, ist allerdings nicht einfach. Viele oder wenige Gespräche, Anrufe ins Festnetz, in welches Mobilnetz … alles das spielt eine Rolle.

Bettina Blaß

Auf dem Handytarifmarkt bekommt der Kunde alles, was er will, und vieles, was für ihn überflüssig ist. Denn nicht jeder braucht beispielsweise eine so genannte Flatrate. Darunter versteht man einen Pauschalpreis für eine festgelegte Anzahl an Telefonstunden. Manche Tarife sehen auch unbegrenztes Telefonieren für einen festen Preis vor. Sie rechnen sich aber im Regelfall nur für echte Vieltelefonierer.

Doch welcher Tarif der richtige ist, lässt sich im Internet über einen Anbieter für Handypreisvergleiche herausfinden, beispielsweise bei www.teltarif.de oder bei dem

www.heise.de/tarifrechner/. Allerdings ist der reine Kostenvergleich in den meisten Fällen nicht sinnvoll, da die Pakete der Anbieter zu unterschiedlich sind. In einigen sind beispielsweise die Kosten für SMS, also für die Textkurznachrichten via Handy, schon enthalten. Eine andere Möglichkeit an einen günstigen Handytarif zu kommen, kann der Weg über einen Anbieter sein, der eine DSL-Leitung, also den sehr schnellen Internetzugang, verkauft – und im Internetpaket eine Handyflatrate inklusive hat. „Ob sich das rechnet, kann nur jeder Verbraucher für sich selbst herausfinden“, sagt Barbara Steinhöfel von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Dazu müsse man die Telefonrechnungen der vergangenen Monate analysieren: Wie viele Minuten habe ich im Schnitt telefoniert? Wie viele in welches Mobilnetz, ins Festnetz, ins Ausland? Anhand dieser Daten kann man dann die Angebote der Mobilfunkfirmen überprüfen: Welches passt am besten zu meinem Telefonierverhalten?

Wer nicht viel selbst telefoniert oder nur angerufen werden möchte, fährt mit einer Prepaid-Karte am besten. Darauf ist ein Gesprächsguthaben geladen, und wenn es abtelefoniert ist, besorgt man sich eine neue Karte. Auch wer keinen Wert auf das immer neueste Handy mit allerlei Funktionen legt, fährt in Eigenregie am besten. Denn ein einfaches Mobiltelefon bekommt man in der Regel für deutlich unter 50 Euro – sowohl in Handyläden als auch im Internet.

Sonderfall: DSL-Paket mit Handy-Flatrate
Verbraucher, die sich gegen die Prepaid-Karte und für den Vertrag entscheiden, sollten auf die Vertragslaufzeit achten. Da der Konkurrenzdruck unter den Anbietern groß ist, kommen häufig neue und oft günstigere Tarifprodukte auf den Markt. Ist der Kunde langfristig an einen Anbieter gebunden, kommt er aus diesem Vertrag nicht so schnell raus – und kann nicht von den günstigeren Tarifen profitieren.

„Vorsicht ist geboten bei Internet-Paketen, in denen eine Handyflatrate enthalten ist“, warnt Expertin Steinhöfel. „Der Verbraucher bindet sich in der Regel langfristig an den Internetdienstleister. Kommt ein für ihn günstigeres Handyangebot auf den Markt, hat er davon zunächst nichts.“ Er könnte zwar den Vertrag mit dem Internetanbieter komplett kündigen, muss dann aber zu einem anderen Provider wechseln. Das klingt zwar einfach, ist es aber oft nicht: Das große Problem beim Wechsel des Internet-Zuganganbieters ist nämlich, dass der Verbraucher häufig einige Wochen ohne Internet auskommen muss. Das bestätigt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Selbst wer beim gleichen Anbieter den Tarif wechseln möchte, sollte sich darauf einstellen, dass das nicht reibungslos funktioniert.

Zusätzlich kann der Verbraucher beim Internetdienstleister lange Kündigungsfristen haben, dann kommt er sowieso aus dem Vertrag nicht so schnell raus, wie er gerne möchte. Will er trotzdem günstiger telefonieren, und schließt einen anderen Handytarifvertrag ab, zahlt er im Prinzip zusätzlich. Fazit: Bevor Sie einen Vertrag abschließen, sollten Sie immer das Kleingedruckte lesen. Dort finden Sie häufig versteckte Gebühren und andere Fallstricke.