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Konflikte konstruktiv lösen

In jedem Betrieb kommt es durch unterschiedliche Interessen, andersartige Mentalitäten und organisatorische Probleme zu Konflikten. Nicht gelöste Konflikte führen unweigerlich zu sinkender Motivation und dadurch zu einer Verschlechterung der Unternehmensleistung. Auf der anderen Seite bieten geklärte Konflikte die Möglichkeit zum besseren gegenseitigen Verständnis und Umgang miteinander sowie zur Findung neuer Ideen. Im Folgenden ein paar Tipps:

Dipl.-Ing. (FH) / MBA Udo Lück

GeschäftsführerBildungsakademie Papier (BIP)

Konflikte aktiv angehen

Konflikte entstehen oft schleichend und unbewusst. Aus Angst vor persönlichen Nachteilen oder aus falscher Rücksichtnahme werden Konflikte häufig nicht offen behandelt. Misstrauen, mangelnde oder gar keine Kommunikation und häufige Meinungsverschiedenheiten sind klare Konfliktsignale.

Wird darauf nicht frühzeitig eingegangen, kann der Konflikt über die Zeit größer und schließlich zu einem belastenden Problem werden. Es ist dann oft schwierig die mitunter festgefahrene Lage zu lösen. Deshalb sollten bestehende Konflikte immer aktiv angegangen werden. Dies geschieht am besten in einem Gespräch, bei dem alle direkt Beteiligten am Tisch sitzen.

Gesprächsklima

Das Gesprächsklima hat einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf und den Ausgang des Treffens. Die Begegnung auf Augenhöhe und ein wertschätzender Umgang miteinander sind wesentlich für eine erfolgreiche Aussprache. Die Vereinbarung von Spielregeln, wie zum Beispiel „Wir lassen einander ausreden“, ist hilfreich, ebenso die Auswahl eines geeigneten Gesprächsorts. Es geht darum eine offene und konstruktive Atmosphäre zu schaffen, so dass auch schwierige Themen ohne Vorbehalte auf den Tisch kommen. In manchen Fällen wird ein geeigneter Moderator eingebunden.

Genaue Ursache für den Konflikt erkennen

Zunächst sollten die Parteien sich im Klaren darüber werden, was die Ursachen für den Konflikt sind. Auf der
einen Seite können ungleiche Ziele vorliegen, auf der anderen Seite unterschiedliche Vorstellungen über den Weg zum Ziel. Dabei spielen auch persönliche Wertvorstellungen mitunter eine große Rolle.

Mit offenen Fragen, auf die nicht schlicht mit „Ja“ oder „Nein“ geantwortet werden kann, erkundet man nach und nach die genaue Ursache für den Konflikt. „Was genau stört dich gerade?“ ist ein gutes Beispiel. Es geht jetzt darum die unterschiedlichen Ansichten offenzulegen und den eigenen Standpunkt begreiflich zu machen.

Mehrmaliges Nachfragen und gutes Zuhören hilft dabei, sich in die Lage des Gegenübers zu versetzen.

Sinnvoll ist, dass ein Gesprächsteilnehmer die aufgearbeiteten Ursachen verständlich zusammenfasst.

Gemeinsame Lösungen finden

Basierend auf den offengelegten Themen geht es nun darum, einen von allen Seiten vertretbaren Kompromiss zu finden. Dabei müssen stets die unterschiedlichen Interessen im Blick behalten werden. Die Lösung gelingt nur, wenn die einzelnen Parteien bereit sind, ihren Standpunkt zu verändern und nachzugeben. Dies darf jedoch keinesfalls zu einem Gesichtsverlust führen. Vielmehr geht es darum Brücken zu bauen, auf denen beide Seiten aufeinander zugehen.

Bei der Formulierung der Konfliktlösung ist es wichtig, dass diese in die Zukunft gerichtet ist. Ich beziehe mich darauf, was ich zukünftig anders machen werde. Was in der Vergangenheit falsch gelaufen ist, persönliche Angriffe und Schuldzuweisungen vermeide ich bei der Lösungsfindung gänzlich.

Vereinbarung treffen

Abschließend können die Parteien gemeinsam eine verbindliche Vereinbarung treffen, wie genau die gefundene Lösung umgesetzt und was in Zukunft anders gemacht wird. Dabei ist es wichtig, das übergeordnete Team- beziehungsweise Unternehmensziel vor Augen zu haben und eigene Interessen auch mal zurückzustellen.

Die beschlossene Vereinbarung mit den spezifischen Aktionen kann auch schriftlich festgehalten werden. Eine gute Möglichkeit die Verbindlichkeit weiter hervorzuheben, ist die Unterzeichnung durch alle Parteien.

In die Tat umsetzen

Nun ist es für alle Seiten entscheidend, den ersten Schritt auf dem neuen Weg möglichst zeitnah zu gehen. Dies ist zum einen ein wichtiges Signal dafür, dass sich tatsächlich etwas bewegt. Zum anderen steigt damit die Wahrscheinlichkeit zur erfolgreichen Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen deutlich. Ebenso sollte bei Bedarf ein Folgetreffen fest verabredet werden in einem Zeitraum, der geeignet ist die Umsetzung der Vereinbarungen bewerten zu können und weitere notwendige Schritte zu besprechen.