Archiv Ratgeber

Keine Zeit?!

Keine Zeit zu haben ist kein Schicksal. Den sinnvollen Umgang mit seiner Zeit kann man lernen.

Sind Sie ständig im Stress? Oder immer unzufrieden, weil sie nie schaffen, was Sie sich vorgenommen hatten? Dann stimmt etwas mit Ihrem Zeitmanagement nicht. Einige Tipps können Ihnen helfen, effizienter mit Ihrer Zeit umzugehen.

VM

Keine Zeit? Das ist heute schon zu einem Standardsatz geworden. Natürlich kann er auch das Image „aufpolieren“. Wer viel beschäftigt ist, muss wichtig sein. Aber tatsächlich leiden viele Menschen darunter, zu viel Zeit zu „verplempern“, ohne genau zu wissen, wofür. Und die fehlt Ihnen dann für Wichtiges, etwa im Privaten sich mit ihren Kindern zu beschäftigen, oder im Beruf sich weiterzubilden. Das klassische Zeitmanagement hat hier einige Ratschläge, die jedem helfen können.

Diplom-Psychologin Anne Frobeen von der Techniker Krankenkasse empfiehlt, sich für eine persönliche Zeitanalyse ein bis zwei Wochen lang regelmäßig aufzuschreiben, was man gerade tut und wie viel Zeit man damit verbringt. So erkennen Sie, wie viel Zeit Sie etwa für Freunde und Familie aufbringen, für Hobbys oder für reine Erholung. Die Psychologin rät: „Prüfen Sie zum Beispiel: Gibt es Tätigkeiten, die zu viel oder zu wenig Zeit in Anspruch nehmen?

Auch bei der Arbeit können Sie ein solches Protokoll führen. Schreiben Sie zur Kontrolle einmal zwei Wochen lang in einer Art Stundenplan auf, mit welchen Aktivitäten Sie wie lange beschäftigt sind. So erhalten Sie einen guten Überblick darüber, womit Sie Ihre Zeit verbringen.

Was davon wirklich wichtig ist, und was weniger, womit sie sich aber viel zu lange beschäftigen, wissen Sie dann, wenn sie Ihre Ziele und Aufgaben genau kennen. Denn das ist die Grundvoraussetzung für sinnvollen Umgang mit der Zeit.

In einem weiteren Schritt sollten Sie die Aufgaben, die Sie zur Erreichung ihrer Ziele erledigen müssen, ordnen, etwa nach A (sehr wichtig), B (mittelwichtig) und C (weniger wichtig). Was müssen Sie als erstes erledigen, was hat noch Zeit? Das Eisenhower-Prinzip unterscheidet nach den Dimensionen Wichtigkeit und Dringlichkeit. Dinge, die wichtig und dringend sind, haben höchste Priorität. Aufgaben, die weder wichtig noch dringend sind, kann man hinten anstellen. Dringendes gegenüber nicht so dringendem Wichtigen sollte man vorziehen.

Und besonders unangenehme Aufgaben? Gehen Sie Sie zügig an, anstatt sich zuerst in angenehmeren, aber unwichtigeren Tätigkeiten zu verzetteln. Bei großen, schwierigen Aufgaben empfiehlt sich die „Salamitaktik“: Teilen Sie sie in kleinere Portionen, und arbeiten Sie diese nacheinander ab.

Auch der Biorhythmus spielt eine Rolle. Erledigen Sie leichtere Routineaufgaben, wenn Sie müde sind und nehmen Sie Schwieriges am besten morgens gut ausgeruht in Angriff. Wer eine festere Struktur braucht, kann sich in einem Zeitplan, tage- oder wochenweise, aufschreiben, was er bis wann erledigt haben will. Aber: „Vermeiden Sie Sätze mit ‚Ich muss‘. Sagen Sie solche Sätze weder laut noch still zu sich. Sagen Sie stattdessen: ‚Ich will‘ oder ‚Ich kann‘. Stellen Sie sich nicht Ihr Scheitern vor, sondern die erfolgreiche Bewältigung Ihrer Aufgabe. So lautet ein Ratschlag im Themenheft „Zeitdruck…“ der Unfallkasse Post und Telekom.

Sie lassen sich zu gerne immer wieder stören? Einige Tipps dagegen: Vertrösten Sie Besucher oder Anrufer, die unbedingt etwas Privates zum Besten geben müssen, freundlich auf später. Arbeiten Sie E-Mails am besten im Block ab. Lesen Sie sie nur einmal und entscheiden Sie dann sofort, was damit geschieht.

Wenn Sie dies alles berücksichtigen, sind Sie schon ein gutes Stück weiter auf dem Weg zum „Herr“ Ihrer Zeit. Weniger Stress, eine höhere Produktivität und Zufriedenheit sind das Ergebnis.