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Für viele lohnt es sich

Sind Sie so jemand? Der ausführlich Preise vergleicht, wenn er sich etwas kaufen will, aber darauf verzichtet, eine Steuererklärung abzugeben? Dabei lohnt sich das in vielen Fällen. Gut 800 Euro bekommen Steuerzahler im Durchschnitt vom Finanzamt zurück, betonen Stiftung Warentest sowie das gemeinnützige Verbraucherportal Finanztip.

VM

Der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. (VLH) informiert: „Oftmals können gerade diejenigen Steuerzahler, die nicht zu einer Abgabe verpflichtet sind, mit einer Steuerrückerstattung rechnen und sich zu viel gezahltes Geld vom Staat zurückholen“. Und das auch noch für vier Jahre rückwirkend, denn so lange ist die Abgabefrist, wenn jemand freiwillig seine Steuererklärung abgibt. Mit einer Erstattung können zum Beispiel Paare rechnen, die geheiratet haben oder Ehepartner, die ungünstige Steuerklassen auf den Lohnsteuerkarten hatten.

Was man alles „absetzen“ kann

Aber auch alle anderen Arbeitnehmer können die Steuerlast mindern, indem sie bestimmte Ausgaben „absetzen“, also sie in der Steuererklärung angeben und das Finanzamt sie von dem zu versteuernden Einkommen abzieht. Dazu gehören die Werbungskosten, die alle Ausgaben rund um die Arbeit betreffen, etwa für die Fahrten zur Arbeit, für Berufskleidung, Weiterbildung und sogar Kosten durch einen Unfall, der auf dem Weg zur Arbeit geschah. 1000 Euro zieht der Staat sowieso jedem Arbeitnehmer hierfür ab. Wer aber mehr als 15 Kilometer zur Arbeit fährt, liegt durch die Pendlerpauschale von 30 Cent pro Kilometer schon darüber. Auch bestimmte ‚Sonderausgaben‘ im privaten Bereich mindern die Steuer. Dazu gehören zum Beispiel die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, der Unterhalt für geschiedene Ehepartner, gezahlte Kirchensteuer, Spenden und Mitgliedsbeiträge. Ebenso Beiträge für die Altersvorsorge, die sich aber nur mit einem bestimmten Abzugssatz und bis zu einer Höchstgrenze steuermindernd auswirken. Pauschal zieht das
Finanzamt, wenn man eine Steuererklärung abgibt, für Sonderausgaben
36 Euro vom zu versteuernden Einkommen ab.

Ein weiterer Posten sind außergewöhnliche Belastungen. Hierunter können Steuerzahler etwa Unterhalt für bedürftige Angehörige angeben oder Krankheitskosten. Auch Arbeitskosten für Renovierungen im Haushalt kann man geltend machen, und zwar 20 Prozent davon bis zu einem Höchstwert von 6000 Euro, was einen Steuerbonus von 1200 Euro bringt. Als Beleg dafür erkennt das Finanzamt jedoch keine Barzahlung, sondern nur eine Überweisung und eine offizielle Rechnung an. Legen Sie diese im Original der Steuererklärung bei und verwahren Sie Kopien davon zuhause auf. Bestimmte Kosten müssen Sie dem Finanzamt belegen. Die Nachweise zum Beispiel über Spenden oder Aufwendungen für einen beruflich bedingten Umzug sollten Sie im Original der Steuererklärung beilegen und Kopien davon zuhause verwahren.

Andere Belege, etwa für die meisten Werbungskosten, sind nur nach Aufforderung dem Finanzamt vorzulegen.

Nachzahlungen fordert das Finanzamt unter Umständen, wenn Arbeitnehmer zuzüglich zu hohen Einnahmen Lohnersatzleistungen wie Eltern- oder Kurzarbeitergeld bezogen haben. Oder wenn Einnahmen noch versteuert werden müssen, etwa Unterhalt vom früheren Ehepartner oder Einkünfte aus Mieten oder gesetzlichen Renten. Auch ein zu hoher eingetragener Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte kann zu Nachzahlungen führen.

Die Abgabefrist verlängern

Die Steuererklärung für das rückliegende Jahr können sie ab Januar im Folgejahr abgeben. Die gesetzliche Frist zur Abgabe der Einkommensteuererklärung, wenn man diese abgeben muss (siehe Kasten ‚Freiwillig oder Pflicht), ist der 31. Mai des Folgejahres. Allerdings kann man beim Finanzamt, schriftlich und mit einer Begründung, um eine Fristverlängerung bis zum 30. September bitten. Wenn ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein die Steuererklärung erstellt, ist die Frist der 31. Dezember.

Weitere Informationen gibt es z.B unter:

www.test.de; www.finanztip.de;

www.vlh.de


Spaß macht es nicht, die Steuererklärung auszufüllen. Es zahlt sich aber oftmals aus.