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Ein Wechsel kann sich lohnen

Oft schließt man eine Versicherung ab und kümmert sich dann jahrelang nicht mehr darum. Manchmal sind die Konditionen aber nicht mehr die besten oder die Versicherung passt nicht mehr zur aktuellen Lebenssituation. Dann sollte man einen Wechsel in Erwägung ziehen.

VM

Einige Versicherungen sollte jeder haben, dazu zählt die private Haftpflichtversicherung. Sie kommt für Schäden auf, die Sie Sachen oder Personen fahrlässig zufügen und für die Sie andernfalls mit Ihrem Vermögen und Ihrem pfändbaren Einkommen haften müssten. Das kann zum Beispiel passieren, wenn Sie als Fußgänger einen Unfall verursachen und jemand dabei schwer verletzt wird. Der Schadensersatz kann dann in die Millionen gehen und den finanziellen Ruin bedeuten. Die Versicherung zahlt nicht nur den Schaden, sondern führt bei einem Rechtsstreit auch den Prozess und trägt die Kosten dafür. Eine private Haftpflichtversicherung kostet nach Angaben der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg je nach Anbieter zwischen 40 und 90 Euro im Jahr bei gleicher Leistung. Ein Preisvergleich lohne sich also, betonen die Verbraucherschützer. Erhöhe der Versicherer seine Beiträge, ergebe sich ein außerordentliches Kündigungsrecht und man könne nach einer günstigeren Versicherung Ausschau halten.

Schüler, Studenten und Auszubildende sind meist über ihre Eltern mitversichert, zumindest, wenn sie keine eigene Familie und ihren Erstwohnsitz bei den Eltern haben. Auch Ehepartner sind mitversichert, Ehepaare brauchen deshalb nur eine Police. Das Online-Verbraucherportal Finanztip rät, eine Deckungssumme von mindestens 20 Millionen Euro, idealerweise 50 Millionen Euro zu wählen. Ältere Verträge sollte man prüfen und gegebenenfalls wechseln, denn die Tarife hätten sich stark verbessert. Die Versicherungssumme sei oft höher und Leistungen eingeschlossen, die alte Verträge nicht berücksichtigten, etwa durch Computerviren verursachte Schäden oder Schäden an geliehenen Gegenständen.

Krankenversicherung:
Der Zusatzbeitrag variiert

Der allgemeine Beitragssatz liegt bei den gesetzlichen Krankenkassen zurzeit bei 14,6 Prozent des beitragspflichtigen Bruttoeinkommens im Monat plus einem Zusatzbeitrag, dessen Höhe jede Kasse selber bestimmt. Ein Wechsel zu einer günstigeren Kasse kann Monat für Monat Geld sparen, dennoch sollte man sich vorher gründlich informieren. Die Leistungen der Kassen sind zu etwa 95 Prozent gesetzlich festgelegt. Medizinisch begründete Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte müssen alle Kassen zahlen. Allerdings bieten sie unterschiedliche Zusatzleistungen an, wie Zuschüsse zur Zahnreinigung oder Erstattung zusätzlicher Vorsorgeuntersuchungen. Auch der Service, wie etwa das Filialnetz und Öffnungszeiten, variieren.

Die Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse können Sie mit einer Frist von zwei Monaten zum Ende des Kalendermonats kündigen. Einen Musterbrief für eine Kündigung gibt es zum Beispiel auf den Internetseiten der Verbraucherzentralen. Nach dem Wechsel sind Sie allerdings für 18 Monate an die neue Kasse gebunden. Es sei denn, sie erhöht ihren Zusatzbeitrag. Dann haben Sie ein Sonderkündigungsrecht und können zum Ende des übernächsten Monats kündigen.

KFZ-Versicherung:
Nach günstigeren Tarifen fragen

Die KFZ-Haftpflichtversicherung ist eine Pflichtversicherung. Sie deckt Schäden, die durch den Gebrauch eines KFZ entstehen. Die Höhe der Prämie hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie Typklasse, Fahrzeugart und -typ, jährlicher Fahrleistung und Schadensfreiheitsklasse. Eine Kündigung ist in vielen Fällen zum 1. Januar möglich. Die Kündigungsfrist beträgt einen Monat, bis Ende November muss die Kündigung, am besten per Einschreiben mit Rückschein, direkt bei der Versicherungsgesellschaft eingehen.

Einige Versicherungen lassen allerdings das Versicherungsjahr an dem Tag beginnen, an dem das Fahrzeug angemeldet wurde, dies ist dann auch der Kündigungstermin. Ein Sonderkündigungsrecht besteht bei Beitragserhöhung ohne dass ein Schadensfall die Ursache war und bei der Inanspruchnahme der Versicherung nach einem Schaden.

Auch Rabatte möglich

Bei einem Wechsel der KFZ-Haftpflichtversicherung sollten Sie nicht nur den Beitrag berücksichtigen, sondern auch die Leistungen vergleichen. Vergleichsportale im Internet, die Verbraucherzentralen und Stiftung Warentest bieten Tarifvergleiche an. Möglicherweise hat auch der bisherige Versicherer günstigere Tarife oder bietet einen Rabatt, der bisher nicht berücksichtigt wurde. Die Bedingungen für Rabatte muss man jedoch erfüllen. Wer zum Beispiel mehr Kilometer im Jahr fährt als angegeben, muss bei einem Unfall eine Vertragsstrafe zahlen. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg rät, die Versicherungsbestimmungen genau durchzulesen, um etwa Rückstufungen bei einem Wechsel zu vermeiden. Von der bisherigen Versicherung sollte man sich außerdem schriftlich bestätigen lassen, welche Schadensfreiheitsklasse (SF-Klasse) sie dem neuen Anbieter melden wird.


Leistungen und Tarife seiner Versicherungen sollte man überprüfen.