Archiv Ratgeber

Diese Fristen gelten

Beim Aussortieren sollte man wissen, was weg kann und was aufbewahrt werden muss. Foto: Kristall - stock.adobe.com
Haben Sie auch Unmengen von Ordnern, Mappen und losen Papieren in Ihren Schränken? Und den guten Vorsatz, das endlich alles mal zu ordnen und auszusortieren? Dabei ist wichtig zu wissen: Für manche Unterlagen gibt es vorgeschriebene Aufbewahrungsfristen.

Doch welche Fristen gelten für was und wie behält man dabei den Überblick? Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz gibt dazu Tipps:

Kaufverträge, Quittungen und Kassenbons: Die gesetzliche Gewährleistungsfrist für privat gekaufte Waren beträgt zwei Jahre. Um Mängel an der Ware gegenüber dem Verkäufer reklamieren zu können, sollten deshalb Kaufverträge, Quittungen und Kassenbons mindestens zwei Jahre aufgehoben werden. Zu unterscheiden ist eine vom Händler oder Hersteller zusätzlich freiwillig erklärte Garantie. Wird sie über drei oder mehr Jahre gegeben, sollten die Belege sowie der Garantieschein erst nach Ablauf der zugesicherten Garantiezeit entsorgt werden. Bei kostspieligen Anschaffungen empfiehlt es sich, die Kaufbelege dauerhaft aufzubewahren. Gleiches gilt für Werkzeug oder Sportgeräte. Sollte der Hersteller ein fehlerhaftes Produkt in den Verkehr gebracht haben, erlöschen Ansprüche der Verbraucher auf Schadensersatz und Schmerzensgeld erst zehn Jahre nach dem Zeitpunkt, an dem der Hersteller das Produkt in den Verkehr gebracht hat.

Rechnungen: Eine Rechnung sollte für die Dauer der gesetzlichen dreijährigen Verjährungsfrist aufbewahrt werden. Zu beachten ist, dass die Frist am Ende des Kalenderjahres erlischt. Hat ein Handwerker seine Rechnung im Januar 2016 erstellt, konnte er die Zahlung bis zum Ablauf der Verjährungsfrist am
31. Dezember 2019 geltend machen. Am 1. Januar 2020 wäre sein Zahlungsanspruch verjährt gewesen.

Kündigungsbestätigungen: Um vor unberechtigten Forderungen geschützt zu sein, sollten Kündigungsbestätigungen mindestens bis zum Ablauf der dreijährigen Verjährungsfrist nach Ende des Vertragsverhältnisses aufbewahrt werden. Hier empfiehlt es sich, im Einzelfall sogar die Kündigungsbestätigung noch ein Jahr länger aufzubewahren.

Kontoauszüge: Für die Entsorgung von Kontoauszügen gibt es keine einheitliche Frist. Allerdings sollte man sich auch hier zumindest an der dreijährigen Verjährungsfrist von Ansprüchen orientieren. Im Streitfall können Verbraucher zumindest anhand des Kontoauszugs eine erfolgte Zahlung nachweisen.

Amtliche Dokumente: Amtliche Dokumente, wie etwa Steuerbescheide, müssen mindestens vier Jahre aufbewahrt werden. Wird ein sehr hohes Einkommen erzielt, müssen die Bescheide sogar sechs Jahre aufbewahrt werden. Vollstreckungsbescheide oder Gerichtsurteile müssen 30 Jahre lang aufbewahrt werden. Wurde die offene Forderung irgendwann getilgt, sollte man vom Gläubiger die Entwertung des Titels verlangen und diesen dann trotzdem bis zum Ablauf der 30 Jahre aufbewahren. ■