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Die ersten Tage im neuen Job

Nach erfolgreicher Bewerbung folgt nun der Start in die Arbeitswelt. Auch hier können Sie punkten.

Jetzt wird’s ernst. Von der Schule in die betriebliche Ausbildung. Mancher hat diesen Schritt zwar herbeigesehnt, aber dann ist er doch eine große Umstellung. Einige Verhaltensregeln erleichtern den Einstieg.

Verena Manek

Wer schon ein Praktikum im Betrieb gemacht hat, dem sind einige Dinge bereits vertraut. Wer ganz fremd ist, den erwarten besonders viele neue Eindrücke. Worauf kommt es an, in den ersten Wochen der Ausbildung? Wie sollte man sich verhalten, um im Betrieb gut klar zu kommen und die Ausbildung erfolgreich zu absolvieren?

„Seien Sie aufgeschlossen und freundlich. Versuchen Sie sich die neuen Namen und Gesichter zu merken“, rät Josefine Janert, Autorin des Buches „Mein erster Job“, das viele Tipps für die erste Zeit im Betrieb enthält. Auf jeden Fall wirkt es besser, die Kollegen mit Namen zu begrüßen. „Hi“ oder „Hallo“ passen höchstens für gute Bekannte, aber nicht für neue Kollegen. Falls Sie nicht vorgestellt wurden, stellen Sie sich selber mit Namen vor und nennen Sie die Abteilung, in der Sie arbeiten. „Von sich aus sollten Sie keinen Kollegen duzen, mit Ausnahme der anderen Azubis und der Praktikanten. Warten Sie darauf, bis Ihnen das Du angeboten wird“, so Janert.

Korrektes Outfit?
Der erste Eindruck wirkt lange nach. Neben dem Auftreten trägt auch die Kleidung dazu bei. Bauchfreie Shirts, Flip-Flops, Tätowierungen und Piercings sind bei den meisten Unternehmen nicht gern gesehen. Ebenso Kaugummi kauen oder Privatgespräche am Handy. Das sollte bei der Arbeit sowieso ausgeschaltet werden. Auf jeden Fall kommen Höflichkeit und Hilfsbereitschaft gut an. Halten Sie zum Beispiel die Tür auf und bieten Sie Hilfe an, wenn jemand etwas Schweres trägt.

Je schneller man sich auskennt, umso besser. Welche Arbeitszeit gilt? Wie ist die Pausenregelung? Gibt es Pausenräume? Wie werden Zigarettenpausen gehandhabt, oder gibt es ein generelles Rauchverbot? Wie soll man sich am Telefon melden? All das sind Dinge, die Sie schnell erfragen sollten. Zu privaten Zwecken im Internet surfen oder E-Mails schreiben darf man übrigens nur, wenn der Ausbilder es ausdrücklich gestattet.

Ohren offen halten
Auch der Umgang mit Kollegen ist für „Neue“ nicht immer einfach. „Im Kollegenkreis muss sich der Neuankömmling das Vertrauen erst erwerben“, meint York Scheller, Psychologe bei der Techniker Krankenkasse. „Das heißt, Ohren offen halten und aus dem Gehörten lernen. Niemand braucht sich zu verstellen, aber eine gewisse Zurückhaltung ist sicher erst einmal besser, um sich mit der neuen Umgebung zu arrangieren.“

Josefine Janert wird noch deutlicher, wenn sie rät, sich herauszuhalten, wenn über andere getratscht wird, und auch private Dinge, die Ihnen anvertraut wurden, nicht weiterzuerzählen.

Auch über Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse muss der Auszubildende übrigens Stillschweigen bewahren. Etwa über Fakten aus der Produktion, die Umsatzentwicklung im Betrieb, Namen und Anschriften von Kunden.

Der passende Ansprechpartner
Direkter Ansprechpartner ist der Ausbilder, er ist weisungsbefugt, das heißt, er sagt dem Auszubildenden, was zu tun ist. Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben und „weisen Sie freundlich darauf hin, wenn Sie etwas noch nicht können“, rät Janert. „Das ist besser als Briefe an der falschen Stelle abzulegen, Werkzeug zu beschädigen oder einen Kunden zu verärgern.“ Trauen Sie sich, auch mal Fragen zu stellen, nur so können Sie etwas lernen. Möchte ein anderer Kollege etwas erledigt haben, sprechen Sie das mit dem Ausbilder ab. Und wenn eine Aufgabe beendet ist, sollte man selbstverständlich dem Ausbilder Bescheid sagen. Auch bei Problemen ist es angebracht, sich immer zuerst an den Ausbilder zu wenden. Damit es gar nicht soweit kommt, ist es wichtig, sich von Kollegen und Vorgesetzen Rückmeldung geben zu lassen, Kritik anzunehmen und umzusetzen. Man muss nicht alles sofort richtig machen, aber sollte engagiert und motiviert sein, damit die Ausbildung ein Erfolg wird.