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Der Staat hilft

Facharbeiter, die sich weiterqualifizieren möchten, unterstützt der Staat finanziell. Das so genannte „Meister-BAföG“ fördert die Teilnahme an Vollzeit- wie auch Teilzeitlehrgängen durch Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen.

VM

Festgelegt ist die finanzielle Unterstützung für den Besuch eines Meisterkurses im Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG). Seitdem das Meister-BAföG im Jahr 1996 eingeführt wurde, ermöglichte es rund 1,5 Millionen Frauen und Männern berufliche Fortbildungen zum Meister beziehungsweise Techniker.

Beantragen kann das Meister-BAföG, offiziell Aufstiegsförderung genannt, wer eine anerkannte, abgeschlossene Erstausbildung vorweisen kann. Wie alt er bei Antragstellung ist, spielt keine Rolle. Vergeben wird zum einen ein so genannter Maßnahmebeitrag zum Bezahlen von Lehrgangs- und Prüfungsgebühren – und zwar unabhängig vom Einkommen und Vermögen des Antragstellers. Außerdem gibt es einen Beitrag zum Lebensunterhalt, der aber einkommens- und vermögensabhängig ist.

Bestandene Prüfung wird belohnt
Für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren gibt es bis zu 10 226 Euro. 30,5 Prozent davon sind ein Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss. Für die restlichen 69,5 Prozent können Antragsteller ein Darlehen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Bonn beantragen. Es ist während der Fortbildung und einer anschließenden Karenzzeit, die bis zu maximal sechs Jahre beträgt, zins- und tilgungsfrei. Erst nach Ablauf der Karenzzeit muss es innerhalb von zehn Jahren mit monatlichen Raten von mindestens 128 Euro getilgt werden. Der Zinssatz kann mit der KfW fest vereinbart werden, andernfalls wird er halbjährlich angepasst, liegt aber unter dem marktüblichen Zinssatz. Wer seine Abschlussprüfung besteht, wird zudem belohnt. Er kann bei der KfW beantragen, dass diese ihm 25 Prozent des Rückzahlungsbetrages erlässt.

Den Antrag für eine Förderung stellt man in der Regel bei den kommunalen Ämtern für Ausbildungsförderung der Kreise und kreisfreien Städte am Hauptwohnsitz. Spätestens muss dies bis zum Ende der Maßnahme geschehen. Ist die Förderung bestätigt, muss man innerhalb von drei Monaten den Darlehensvertrag mit der KfW abschließen. Eventuelle Leistungen des Arbeitgebers müssen im Antrag natürlich angegeben werden.

Wer an einer Vollzeitmaßnahme teilnimmt, kann in dieser Zeit nicht arbeiten, und verfügt über kein Einkommen. Deshalb zahlt der Staat hier einen monatlichen Beitrag zum Lebensunterhalt. Dies ist jedoch abhängig vom Einkommen und Vermögen des Antragstellers und Einkommen seines Ehepartners, wobei es jeweils bestimmte Freibeträge gibt. Ein von ihm selbst genutztes Einfamilienhaus sowie Bausparverträge bleiben unberücksichtigt, ebenso Einkommen oder Vermögen der Eltern. Die individuelle Höhe des Bedarfssatzes beträgt für Alleinstehende 697 Euro, für Verheiratete 912 Euro, pro Kind dann jeweils 200 Euro mehr. Davon werden jeweils 238 Euro als Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss, gewährt. Der Rest als zinsgünstiges Darlehen von der KfW. Das 25. BAföG-Änderungsgesetz sieht ab dem 1. August 2016 weitere Verbesserungen der Unterhaltsförderung bei Vollzeitmaßnahmen vor. So erhöht sich der Unterhaltsbeitrag für Alleinstehende dann auf 760,- Euro. Den Antrag sollte man rechtzeitig stellen, denn die Förderung fängt ab Beginn der Maßnahme an, aber frühestens ab dem Monat, in dem der Antrag gestellt wurde. Sie wird nicht rückwirkend geleistet.

Ausführliche Informationen gibt es unter:

www.meister-bafoeg.info

oder Tel.: 0800–62236345 (gebührenfrei).