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Zehn Dinge, die man wissen sollte

Ob die Tageszeitung richtig gedruckt werden kann, ob Folien für Wurst oder Käse akkurat zu verarbeiten sind oder textile Gewebe einwandfrei von den Anlagen kommen, überall sind Hartpapierhülsen mit im Spiel.

Einer der profiliertesten Produzenten ist die Paul & Co GmbH & Co. KG in Wildflecken. Hartpapierhülsen können mit verschiedenen Verfahren hergestellt werden. Hierbei handelt es sich um die diskontinuierliche Parallelwicklung und die in einem Endlosprozess ablaufende Spiralwicklung. Bei parallel gewickelten Hülsen wird die Hauptfaserorientierungsrichtung des verwendeten Hülsenkartons aufgrund unterschiedlicher Wickelverfahren axial beziehungsweise mit anderer Technik radial angeordnet. Beim Spiralwickelverfahren geschieht dies in einem definierten Wickelwinkel. Dies hat entscheidenden Einfluss auf die Festigkeiten und Steifigkeiten sowie auf die Geometrie der produzierten Hülse.

Hartpapierhülsen lassen sich in einer Vielzahl von Varianten produzieren. Dies beginnt mit dem Innendurchmesser der Hülsen, der in Zehntel-Millimeter-Schritten abgestuft werden kann. Die Innendurchmesser variieren heute von 10 bis 1000 mm. Die Wanddicke der Hülsen wird durch die Anzahl der Papierlagen, die Dicke der Papierlagen und/oder, beim Parallelwickelverfahren, durch den verwendeten Papierbogen bestimmt. Sie liegt zwischen 0,5 und 50 mm, zumeist bei 2 bis 20 mm.

Die Hülsenlänge lässt sich durch Schneiden der Hülsen während oder nach dem Fertigungsprozess exakt einstellen. Bei der Fertigung von Spiralhülsen kann man theoretisch unendlich lange Hülsen erzeugen. Heute übliche Hülsen haben eine maximale Länge von elf Metern.

1. Hartpapierhülsen sind vielseitig verwendbar
Die Anwendungsgebiete von Hartpapierhülsen sind sehr umfangreich. Überall, wo flächige Bahnen aufgewickelt werden, sind Hartpapierhülsen im Einsatz. Egal ob Papier-, Folien-, Stoffbahnen oder Stahlbleche, Hartpapierhülsen fungieren als Wickelkern. Klebeband, Verpackungsband oder Heftpflaster findet mit einer Hülse aus Hartpapier den richtigen Träger. Membrandosen, Streudosen und Flaschenverpackungen schützen den Inhalt vor Feuchtigkeit und Beschädigungen, so auch die typischen Versandhülsen, die für den postalischen Versand von technischen Zeichnungen, Postern und Werbebannern im Einsatz sind.

2. Hartpapierhülsen sind hygroskopisch
Da Hartpapierhülsen aus Karton hergestellt werden und dieser bekanntlich ein Produkt aus Naturfasern ist, reagieren diese selbstverständlich mit dem sie umgebenden Klima. Temperatur und vor allen Dingen Feuchtigkeit spielen hier eine sehr große Rolle, denn mit jeder Feuchtigkeitsaufnahme und -abgabe verändern sich die Dimensionen und die Festigkeit einer Hartpapierhülse. Dies ist ein sehr wichtiger Aspekt, der vor allen Dingen bei der Lagerung solcher Produkte eine große Rolle spielen kann.

3. Hartpapierhülsen sind hygienisch rein
Entgegen der landläufigen Meinung, Hartpapierhülsen seien unhygienisch, lässt sich in Untersuchungen bezüglich der Keim- und Bakterienbelastung nachweisen, dass eine Hartpapierhülse keineswegs schlechter abschneidet als vergleichbare Produkte aus anderen Werkstoffen.

4. Hartpapierhülsen bestehen nahezu aus 100 Prozent Recyclingmaterial
Bei der Herstellung von Hartpapierhülsen verwendet man sogenannten Hülsenwickelkarton. Dieser wird fast ausschließlich aus recycelten Papierfasern hergestellt. Hülsenwickelkarton ist in den Grammaturen von 100 bis 500 gr/m² erhältlich. Die Kartondicken liegen zwischen 0,12 mm und 1,20 mm.

5. Hartpapierhülsen sind ökologisch sinnvoll (Recycling)
Für Hartpapierhülsen existieren europaweit funktionierende Entsorgungssysteme. Zum Großteil werden Hartpapierhülsen über diese Kreisläufe einer stofflichen Verwertung zugeführt und so wieder zum Rohstoff für neue Hülsen oder andere Papierprodukte. Dies schont natürliche Ressourcen und verringert das Abfallaufkommen.

6. Hartpapierhülsen sind Maschinenelemente
In vielen Anwendungen ersetzt die verwendete Hartpapierhülse eine Wickelachse und fungiert so als Maschinenelement. Lediglich mit zwei Spanndornen an den beiden Hülsenenden fixiert, bewältigt sie heute Rollengewichte bis zu acht Tonnen und lineare Bahngeschwindigkeiten von bis zu 1100 m/min.

7. Mit Hartpapierhülsen kann man bauen (Schalungsrohre)
Auch auf vielen Baustellen findet man heute Hartpapierhülsen. Wenn es darum geht, eine runde, ansehnliche Säule herzustellen, wird eine entsprechend ausgerüs- tete Hartpapierhülse kurzerhand als Schalungsrohr verwendet.

8. Hartpapierhülsen sind maßgeschneidert
In vielen Anwendungen sind die verwendeten Hartpapierhülsen speziell auf diese abgestimmt. Jedes Wickelgut, jede Produktions- und Verarbeitungsmaschine, jede Applikation stellt unterschiedliche Anforderungen an den Wickelkern.

9. Hartpapierhülsen haben sehr gute geometrische Eigenschaften
Die heute bei der Herstellung von Hartpapierhülsen erreichbare Abweichung bei Geradheit und Rundheit legt die Messlatte für andere Materialien sehr hoch. Rohrförmige Körper, deren Querschnitt nur wenige Zehntel Millimeter vom idealen Kreis abweicht, stellen große Herausforderungen an die Fertigung. Auch Geradheitsabweichungen kleiner einem Millimeter pro Meter sind oft nur mit aufwändigen Zusatzbearbeitungen erreichbar – für Hartpapierhülsen kein Problem. Mit den heute üblichen Fertigungsverfahren lassen sich sehr gute geometrische Eigenschaften spielend erreichen.

10. Hartpapierhülsen machen vieles erst möglich
Hartpapierhülsen finden in vielen Bereichen des täglichen Lebens ihren Einsatz. Ob die Tageszeitung oder diese Zeitschrift richtig gedruckt werden kann, ob Folien für Wurst oder Käse akkurat zu verarbeiten sind oder textile Gewebe einwandfrei von den Anlagen kommen, überall sind Hülsen mit im Spiel. Viele dieser heutigen komplexen und technisch anspruchsvollen Produktionsprozesse werden durch maßgeschneiderte Hartpapierhülsen überhaupt erst möglich. Gewissermaßen werden Hülsen Teil dieser Prozesse und sind aus diesen nicht wegzudenken. Hierbei geht es um das technische Zusammenwirken von Maschinen, Spannelementen, logistischen Abläufen und Hülsen – und dies alles vor dem Hintergrund höherer Produktionsgeschwindigkeiten, größerer Rollendurchmesser und -breiten und längerer Laufzeiten.

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