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Trends und neue Entwicklungen

Weltweit werden jährlich rund 42 Millionen Tonnen Faltschachtelkarton hergestellt. Die Wachstumsraten liegen in Europa und Amerika bei 2 bis 2,5 Prozent pro Jahr, in Asien bei etwa acht bis zehn Prozent. Gegenwärtig werden dort etwa zehn Millionen Tonnen pro Jahr produziert.

Christian Schrofler

In China ist die Produktion im letzten Jahr um etwa 20 Prozent auf rund 3,5 Millionen Tonnen gestiegen.

Auch die Produktion von Flüssigkeitskartons (LPB) nimmt zu. Bei einem Markt von drei Millionen Tonnen pro Jahr und einem jährlichen Wachstum von fünf bis sechs Prozent sind China und Südamerika die am stärksten wachsenden Märkte. Anhand dieser Zahlen ist es offensichtlich, dass speziell in China in neue Maschinenkapazitäten investiert wird, während in Europa Produktionssteigerungen hauptsächlich durch Umbauten und Maschinenoptimierungen entstehen.

In Europa wird Faltschachtelkarton typischerweise auf mehrlagigen Langsiebmaschinen mit Glättzylinder hergestellt. Zur Dickekalibrierung mit niedrigen Linienlasten dient ein Hardnip-Kalander vor der Streichmaschine. Je nach Glätte- und Glanzanforderung des Endprodukts kann nach dem Zwei- oder Dreifachstrich noch ein Softnip-Kalander eingesetzt werden. Asiatische Anlagen unterscheiden sich primär in der Glätttechnik, da man hier praktisch keine mit Glättzylinder betriebene Faltschachtelkartonmaschine findet. Stattdessen erfolgt die Vorglättung des Rohkartons meist mit beheizten Hardnip-Kalandern. Das Nachglätten des gestrichenen Kartons ist bei allen Sorten erforderlich und wird mit Softnip-Kalandern durchgeführt. Der konzeptionelle Unterschied zwischen Europa und Asien hat natürlich auch Auswirkungen auf die Qualität des produzierten Kartons.

· Europäischer Faltschachtelkarton zeichnet sich durch das beste Verhältnis von Glätte zu Volumen aus, welches weder mit Hard- noch mit Softnip-Kalander erreicht werden kann.

· Asiatischer Faltschachtelkarton besitzt vergleichbare Glättewerte wie in Europa, allerdings bei geringerem spezifischem Volumen. Die Glätte wird hier durch stärkeres Kalandrieren und höhere Strichaufträge erreicht, was sich beides negativ auf das Kartonvolumen auswirkt.

Die NipcoFlex-Kalandertechnologie
Das Konstruktionsprinzip und wesentliche Bauelemente des NipcoFlex-Kalanders basieren auf der Nipco­Flex-Presse, die Voith schon in über 300 Installationen erfolgreich einsetzt. Dabei ermöglicht ein Pressschuh, der der Kontur der beheizten Gegenwalze folgt, lange Verweilzeit und niedrige Drücke. Besonders vorteilhaft ist, dass Geschwindigkeitssteigerungen keinen Engpass für die Wirkungsweise des NipcoFlex-Kalanders darstellen, da die notwendige Verweilzeit über die Niplänge eingestellt werden kann. Die Technologie bietet mit ihrer volumenschonenden Glätttechnik die Möglichkeit, vergleichbare Kartonqualitäten mit deutlich höheren Geschwindigkeiten bei reduziertem Rohstoffverbrauch zu erzeugen. Verschiedene Umbauvarianten zeigen, dass bei gleicher Trockenpartielänge Kapazitätssteigerungen zwischen 10 und 60 Prozent möglich sind, ohne die Kartonqualität zu vernachlässigen.

Neuanlagen in Asien werden heute meistens mit einem Hardnip-Kalander zum Vorglätten ausgeführt. Hier bietet sich der NipcoFlex-Kalander hauptsächlich für Einsparungen im Rohstoffverbrauch an. Bis zu 10 Prozent höheres spezifisches Volumen ist zu erwarten. Der Verbrauch des Einlagenrohstoffs kann entsprechend reduziert und die Wirtschaftlichkeit der Anlagen gesteigert werden.

Neues Konzept für Streichaggregate
Nach der Integration der Jagenberg Streichtechnik war es notwendig, das sich teilweise überlappende und weit gestreute Produktportfolio zu vereinheitlichen. Das Ergebnis ist die neue DynaCoat Produktreihe, die aus den Typen AT und C besteht.

Der DynaCoat C vereint die Vorteile der bisherigen Produkte CombiBlade und GL Coater. Er wurde auf Basis des größeren DynaCoat AT Aggregats speziell für kleinere Breiten (bis 6 m) und langsamere Geschwindigkeiten (bis 800 m/min) konzipiert. Somit ist er für den Einsatz in Kartonmaschinen prädestiniert und wird erstmals in China beim Umbau einer Anlage eingesetzt werden.

Qualitätsverbesserung bei mehrlagigen Kartonsorten
DuoShake Aggregate werden bereits in mehr als 100 Papiermaschinen weltweit erfolgreich eingesetzt. Das Funktionsprinzip des reaktionskräftefreien Brustwalzen-Schüttelwerks ermöglicht Schüttelfrequenzen, die deutlich über denen herkömmlicher Aggregate liegen. Damit ist eine wesentlich bessere Formation auch bei höheren Maschinengeschwindigkeiten erreichbar. Hinzu kommt, dass durch das Funktionsprinzip mit hydraulisch gelagerten Schlitten kaum Reib- und Zentrierkräfte auf das Fundament übertragen werden. Der Einsatz ist daher ohne große Umbaumaßnahmen möglich. Bei mehrlagigen Karton- und Pappensorten können sowohl eine als auch mehrere Lagen geschüttelt werden. Der Duo­Shake ist hier besonders geeignet, weil er auch ohne Betonfundament, nur auf einem Stahlpodest, installiert werden kann. So können auch Brustwalzen von oben liegenden Langsieben geschüttelt werden, ohne Vibrationen zu verursachen.

Gekürzter Artikel aus twogether Nr. 24. Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Voith Paper.

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