Archiv Papiertechnik

Strom und Dampf selbst erzeugt

Der Rohbau. Hier entstehen circa 50 neue Arbeitsplätze.

Mit dem Bau eines neuen Kraftwerkes will die LEIPA Georg Leinfelder GmbH den Energiebedarf am Standort Schwedt langfristig kostengünstig und umweltfreundlich decken. Mitte 2010 soll die Anlage in Betrieb gehen.

V. Manek

„Mit dem am Standort erzeugten Strom und Dampf können wir unsere laufenden Energiekosten senken, was uns noch konkurrenzfähiger macht und den Standort sichert. Die aktuelle Entwicklung der steigenden Erdgaspreise betont die strategische Bedeutung dieses Anlagenkonzeptes“, sagte Dr. Schrödinger, geschäftsführender Gesellschafter der LEIPA bei der Grundsteinlegung am 2. Juni 2008.

Errichtet und zukünftig betrieben wird die neue Verbrennungsanlage von der Kraftwerk Schwedt GmbH & Co. KG (KSC), einem Gemeinschaftsunternehmen von LEIPA und der E.ON Energy from Waste AG.

Kernstück der neuen Anlage ist ein zirkulierender Wirbelschichtkessel. In ihm werden durch die Papierproduktion am Standort anfallende Reststoffe wie Papierfaserstoffe und Rejects aus der Altpapieraufbereitung verbrannt, außerdem aufbereitete Brennstoffe aus gewerblichen und Haushalts-Abfällen. Die Reststoffe der Papierfabrik werden so umweltfreundlich entsorgt und die Reststoffmenge um bis zu 90 Prozent reduziert.

Durch die Verbrennung von maximal 220 000 Tonnen Ersatzbrennstoffen, die bei Leipa im Jahr anfallen, kann die Kraftwerk Schwedt GmbH annähernd 116 000 MWh Strom und 600 000 MWh Prozessdampf pro Jahr erzeugen. Dies deckt einen Teil des Energiebedarfs der Papierfabrik und senkt die jährlichen Energiekosten. Klimaentlastend wirkt die Nutzung erneuerbarer Energien wie der Papierfaserstoffe. Die Emissionen sind äußerst gering, denn bei der Verbrennung entzieht die moderne Anlage dem Rauchgas nahezu sämtliche Schadstoffe.

162 Millionen Euro investiert die LEIPA Georg Leinfelder GmbH in den Bau des Kraftwerks. Sie schafft dadurch circa 50 neue Arbeitsplätze in der Verbrennungsanlage und weitere Arbeitsplätze im Servicebereich. In den letzten Jahren hatte LEIPA kontinuierlich in den Ausbau und die Modernisierung des Werkes Schwedt investiert, so beispielsweise durch den Bau der PM 4, die seit 2004 hochwertiges Magazinpapier aus Altpapier produziert. Damit schuf LEIPA 270 neue Arbeitsplätze. Mit derzeit über 770 Mitarbeitern in Schwedt zählt die Firmengruppe zu den größten Arbeitgebern in der Region.

Das Werk Schwedt wurde im Jahr 1959 als VEB Papierfabrik Schwedt, damals die modernste und leistungsstärkste Papierfabrik der DDR, gegründet. Nach der Wende wurde das Unternehmen in eine GmbH umgewandelt und 1992 von der Georg Leinfelder GmbH & Co in Schrobenhausen (Bayern) übernommen. Sieben Jahre später erfolgte die Fusion beider Firmen und das Unternehmen erhielt seinen heutigen Namen. Am Standort Schwedt stellen die PM 1 und PM 4 Magazinpapiere her, die PM 3 produziert Wellpappenrohpapiere für die Verpackungsindustrie.