Schleifer ... - papierundtechnik.de

Archiv Papiertechnik

Schleifer …

…ist eine Maschine für die mechanische Zerfaserung von Rundholz zur Erzeugung von Holzschliff. In der Papierindustrie sind Pressenschleifer und Stetigschleifer im Einsatz.

Das Herzstück eines Schleifers, unabhängig vom Typ, ist der schwere, walzenförmige Schleifstein mit doch beachtlichen Dimensionen. Der Durchmesser kann bis zu zwei Meter betragen. Im Schleifvorgang, auch als Querschleifen definiert, werden die entrindeten, meistens einen Meter langen Holzprügel parallel zur Schleifsteinachse gepresst und geschliffen. Durch den unterschiedlichen direkten Kontakt der Steinoberfläche mit dem Holz wird intensiv Einfluss auf die Faserqualität genommen.

Bei den Schleifsteinen gibt es zwei Typen. Unterschieden wird zwischen einem Betonstein und dem Segmentstein, einem keramisch gebundenen Schleifstein. Auch dieser besteht aus einem bewehrten Betonkern, in dem die abschleifbaren Keramiksegmente mit Steinschrauben verankert sind. Die Vorteile sind klar mit einer erheblich geringen Abnutzungsschicht und einer höheren Laufzeit.

Entscheidend ist ebenfalls die Qualität der Keramikplatten, speziell die Oberfläche variiert durch die Verwendung von unterschiedlichem Kornmaterial und -größen. Als Material kommen Siliciumkarbid oder Aluminiumoxid zum Einsatz.

Der Pressenschleifer ist die ältere Ausführung eines Schleifers. Das Rundholz wird seitlich mit Druck gegen den rotierenden Schleifstein gepresst.

In den deutschen Papierfabriken mit Holzschlifferzeugung ist der Stetigschleifer, erstmals um 1922 von der Firma Voith gebaut, sehr verbreitet. Neben dem Herzstück, dem Schleifstein, ist das Holzmagazin über dem Schleifstein ein Haupt-Merkmal. Die Holzprügel werden durch umlaufende Ketten mit Nocken erfasst und stetig mit einem bestimmten Holzvorschub gegen den darunterliegenden, rotierenden Stein gepresst. Das Magazin wird kontinuierlich mit Holz beschickt, so dass ununterbrochen der Schleifvorgang ablaufen kann.

Die Fahrweise des Stetigschleifers kann mit konstantem Holzvorschub oder mit konstanter Leistungsaufnahme angepasst werden. Eine weitere imposante Größe ist auch die Umfangsgeschwindigkeit von ca. 40 m/s. Allerdings ist der Stetigschleifer, je nach Baugröße, mit einer Leistungsaufnahme von 1 – 5 MW auch als energieintensive Anlage in der Faserstofferzeugung zu betrachten.

Bei soviel Schleifen entsteht bekanntlich Wärme und dies nicht zu knapp. Über Spritzrohre wird heißes Rückwasser in die Schleifzone zugeführt. Das Wasser füllt als Kühl- und gleichzeitig Schmiermittel eine Doppelfunktion aus. Durch den reichlichen Wasserzusatz weist die frisch geschliffene Stoffsuspension im Schleifertrog unter dem Stein eine Stoffdichte von zirka ein bis zwei Prozent auf.

Auch die Steinoberfläche zeigt Abnutzungserscheinungen, sie wird stumpfer und glatter. Um dadurch auftretende Qualitätsschwankungen des Holzschliffes zu vermeiden, wird der Stein in definierten Zeitintervallen geschärft. Sind mehrere Holzschleifer in Betrieb, arbeiten diese in der Regel mit versetzten Schleifintervallen, um eine Gleichmäßigkeit der gesamten Holzschliffqualität zu erreichen. bu