Archiv Papiertechnik

Refiner … Teil 2

Beim Kegelrefiner rotiert der kegelförmige Rotor auf einer Welle und um diese Einheit ist der Stator fest montiert. Durch das axiale Verstellen der Welle plus Rotor ändert sich der Mahlspalt. In der Praxis unterscheidet man zwischen Flachkegel- und Steilkegelrefiner, was Auskunft über die Weite der Kegelform des Rotors gibt. Ist der Kegelwinkel etwa 60 Grad, spricht man von einem Steilkegelrefiner und der Weg für den Faserstoff durch den Mahlspalt ist somit steiler. Bei diesem Typ kann gegenüber dem Flachkegelrefiner der Anpressdruck höher gewählt werden.

Die Faserstoffsuspension muss bei jedem Refiner mit einer Stoffdichte von circa zwei bis vier Prozent immer durch den Mahlspalt zwischen Stator und Rotor gelangen. Die schonende Zerfaserung der Fasersuspension bedeutet papiertechnisch gesehen, dass immer die Oberfläche bzw. die Form der Fasern beim Mahlvorgang mechanisch angegriffen und dadurch verändert werden. Einerseits entstehen also an der Faserwand die schon erklärten Fibrillen (Fibrillierung), welche bekanntlich Einfluss auf die Festigkeitswerte von Papier haben, und andererseits nimmt die Faserlänge ab (Kürzung). Dies ist wiederum für eine gute Formation von Bedeutung.

Die Qualität der Mahlung im Prozess wird über die Bestimmung des Entwässerungsverhaltens des frisch gemahlenen Faserstoffes beurteilt und somit kann dadurch der Prozessverlauf beeinflusst werden. Ob ein Faserstoff schneller oder langsamer entwässert, wird auch durch die eingebrachte Leistung über den Antrieb des Refiners bestimmt und deshalb erfolgt parallel dazu die Regelung sehr oft über die spezifische. Energieaufnahme (kWh/t).

Der Kegelwinkel hat einen geringen Einfluss auf die Faserbeschaffenheit. Ob nun Flach-, Steilkegel- oder doch Scheibenrefiner eingesetzt werden, ist in der Regel nur eine Frage der Wirtschaftlichkeit bzw. des Durchsatzes.

Ein wichtiges Merkmal für jeden Refiner ist die benötigte Energiemenge. Selbst im Leerlauf, wenn der Refiner analog einer Kreiselpumpe funktioniert, verbraucht dieses Aggregat eine gewisse Energiemenge. Durch die gestiegenen Energiekosten ist ein angepasster Einsatz in der Praxis bezogen auf die Leistungsaufnahme ein wichtiges Mittel zur Prozessoptimierung der Mahlung. bu