Archiv Papiertechnik

Refiner … Teil 1

… sind die Mahlaggregate, die heute in allen Papier- und Kartonfabriken zum Einsatz kommen. Die englische Bezeichnung Refiner (to refine = verfeinern) für das allgemeine Mahlaggregat hat sich weltweit in der Papierindustrie festgesetzt.

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Die Refiner werden anhand ihrer geometrischen Form und Arbeitsweise in drei Hauptgruppen unterschieden. Da finden wir in der Papierindustrie die Scheibenrefiner, die Kegelrefiner und die Zylinderrefiner.

Der klassische Vertreter eines Zylinderrefiners ist das Ursprungsgerät aller Mahlaggregate, der schon einfach erklärte Holländer (siehe Papier + Technik, 7/11). Seit einigen Jahren ist der Papillon-Refiner der Firma Andritz auf dem Markt, der das Grundprinzip des Zylinderrefiners modern umsetzt.

Gegenwärtig bearbeiten überwiegend Scheiben- und Kegelrefiner in der Stoffaufbereitung und im Konstanten Teil vor der Papier- und Kartonmaschine sowie vereinzelt auch in der Ausschussaufbereitung gezielt den eingesetzten Faserstoff beziehungsweise den wiederaufbereiteten Rückstoff. Jeder Refiner ist mit einer Messergarnitur, bestehend aus einem festen Teil, dem Stator, und einem rotierenden Teil, dem Rotor, ausgestattet.

Beim Scheibenrefiner stehen der Rotor und Stator parallel gegenüber und der mittig zugeführte Faserstoff passiert von innen nach außen den Mahlspalt.

In der Praxis sind Einscheiben- und sehr oft Doppelscheibenrefiner im Einsatz. Der Einscheibenrefiner besteht klassisch aus einem Stator und Rotor. Dagegen liegt beim Doppelscheibenrefiner die Mahlgarnitur doppelt vor, also auch zwei parallel wirkende Mahlspalte. Scheibenrefiner werden vor allem für die Erzeugung von Refiner-Holzstoff (siehe Papier + Technik, 6/09) und sehr oft als Mahlaggregate für die Mahlung von Zellstoff und mehr und mehr auch von Altpapierstoff eingesetzt.

Scheibenrefiner werden in der Ausführung sehr oft als Doppelscheibenrefiner für hohe Durchsatzmengen im Bereich der stark fibrillierenden Mahlung bevorzugt. Sie beanspruchen im Verhältnis zur Leistung den geringsten Platz. Durch gleichmäßige Belastung des Rotors von beiden Seiten ergibt sich hier kein Axialschub wie beim Kegelrefiner. Je nach Bauart des Scheibenrefiners werden die Fasern zwischen einer stehenden und rotierenden Mahlscheibe, oder zwischen zwei gegenläufig rotierenden Mahlscheiben bearbeitet. Hinzu kommen die eingestellten Prozessparameter, wie z.B. Stoffdichte, Mahldruck und Leistungsaufnahme plus die Beschaffenheit der Mahlgarnitur, die einen weiteren entscheidenden Einfluss auf das Mahlergebnis nehmen.

Die fortführende Erklärung Richtung Kegelrefiner erfolgt in der nächsten Ausgabe.