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Pulper …

Schnittbild eines Pulpers.

… ist ein Aggregat, das an erster Stelle in der Stoffaufbereitung steht. Es hat die Aufgabe aus den lufttrockenen Faserstoffen plus Wasser ein Stoffwassergemisch herzustellen.

Der Begriff Pulper ist abgeleitet vom englischen Wort pulp bzw. pulping, was übersetzt werden kann mit Faserstoff bzw. Aufschluss, und hat sich im Wortschatz der Papierindustrie fest etabliert. Obwohl die Aussprache von pulp [p

Δlp] relativ einfach und klar ist, sprechen die Mitarbeiter in vielen Fabriken das Wort Pulper allerdings mit unterschiedlicher Artikulation (a, u, ö, ou) aus.

Die klassische Verwendung im deutschen Sprachgebrauch ist Stoffauflöser, abgeleitet aus der Hauptaufgabe des Aggregates, den Stoff zu lösen. Der Pulper bringt die Faser nicht in Lösung, wie dies zum Beispiel mit einem Stück Zucker in der Tasse Kaffee beim Umrühren mit dem Löffel passiert, sondern stellt unter Beibehaltung der Faserstruktur das Gemisch aus eigenständigen Faserteilen im Wasser her. Somit ist die Bezeichnung Stoffauflöser für dieses Aggregat rein theoretisch gesehen nicht korrekt, sondern vielmehr der Begriff Stofflöser die besser geeignete Ausdrucksweise. Trotzdem spricht man beim Prozess im Pulper sehr oft vom Auflösen, im Sinne des Vereinzelns der Fasern in der Suspension.

Unter einem Pulper kann man sich einen großen Rührbottich vorstellen, der in der Papier- und Kartonindustrie genutzt wird, um Zellstoff oder Altpapier sowie den innerbetrieblichen Ausschuss aufzulösen. Das Fassungsvermögen der Pulper liegt je nach Bauart und Einsatzbereich zwischen 12 – 100 m³, also von klein bis groß. Der Faserstoff wird unter Zugabe und Einwirken von Wasser in eine pumpfähige Suspension mit einem hohen Anteil von Einzelfasern überführt. Er funktioniert wie ein übergroßer Mixer mit einem kräftigen und effektiven Rührwerk. Unter diesem, der Papierfachmann spricht von einem Rotor, ist ein Siebblech mit Löchern integriert, durch welches der gelöste gute Faserstoff gelangt und in Richtung der weiteren Aggregate in der Stoffaufbereitung abgepumpt wird. Im Stillstand sieht der Rotor relativ harmlos aus, allerdings einmal in Bewegung gesetzt, erzeugt er enorme mittig wirkende Saugkräfte, so dass konsequente Sicherheitsvorkehrungen in der Produktion zwingend notwendig sind. Der Zellstoff-Pulper hat eine reine Auflösefunktion, denn der Zellstoff gelangt als relativ sehr reiner Faserstoff in die Stoffaufbereitung. In der Zellstofffabrik werden bekanntlich die fertigen Zellstofffasern getrocknet, in Bogenformat geschnitten und in Ballenform versandfertig gemacht. Damit handelt es sich um eine Faserverflechtung bzw. -verfilzung, die theoretisch einem fertigen ungleichmäßigen Papier gleicht, welches im Pulper durch das Einwirken von Wasser und der Bewegungsenergie des Rotors auseinander gebrochen wird ohne die Fasern groß zu beschädigen. Die trockenen entdrahteten Zellstoffballen werden klassisch in einer diskontinuierlichen Fahrweise aufbereitet. Das bedeutet, eine gewisse Menge an Ballen wird beim laufenden Auflöseprozess über ein Förderband dem Pulper zugeführt bis ein festgelegtes Niveau erreicht ist. Beim Erreichen dieses Füllstandes wird die Zugabe beendet, aber der Rotor setzt bis zum Ablauf der vorgegebenen Auflösezeit von ca. 15 Minuten seine Arbeit fort. Danach ist der Zellstoff zu einer Faserstoff-Wasser-Suspension mit einer pumpfähigen Stoffdichte von 4 – 6 Prozent verarbeitet und wird zunächst komplett durch das Siebblech in große Vorratsbehälter gepumpt. Somit ist der Auflöseprozess abgeschlossen und mit dem Befüllen von Wasser und Zugabe von neuen Zellstoffballen in den Pulper kann die nächste Charge aufbereitet werden. Je nach Einsatz kann unterschiedlicher Zellstoff, also Langfaser und Kurzfaser, separat aufgelöst und in der jeweils vorhandenen Bütte bevorratet werden. bu