Archiv Papiertechnik

Pfiffiger Erfinder

Elf Dresdner Papiertechnikstudenten – die Aktivitas des Akademischen Papieringenieurvereins an der TU-Dresden (APV) – verbrachten Ende vergangenen Jahres ein Wanderwochenende in der Sächsischen Schweiz.

Thomas Englisch

Die Studenten besuchten auch das Friedrich-Gottlob-Keller-Museum in Krippen im ehemaligem Wohnhaus des Namensgebers..Keller erfand die erste Holzschliffmaschine: Ein Stück Holz lag auf einem nassen, rotierenden Sandstein auf und der Abrieb sammelte sich in dem Wassertrog darunter. Aus dieser Suspension schöpfte Keller seine ersten Blätter. Das Verfahren der Holzschlifferzeugung ließ er im Jahr 1844 patentieren. Dazu inspiriert hatte ihn die Erinnerung, wie er in seiner Kindheit aus Kirschkernen Ketten gebastelt hatte. Er hatte die Kerne auf einer Steinunterlage gerieben, bis ein Ring entstanden war. Der Rückstand auf dem Stein war nach dem Trocknen zu einem festen, biegsamen Blatt geworden. Die Keller’sche Erfindung eröffnete die Möglichkeit, Papier in unbegrenzten Mengen herzustellen, weil nun auf den Einsatz von Lumpen als Rohstoff verzichtet werden konnte.Seine eigene Papiermühle in Kühnhaide im Erzgebirge brachte ihm keinen Erfolg und so musste er hoch verschuldet alle Patentrechte abtreten. Schließlich ließ er sich in Krippen nieder, wo er eine kleine Werkstatt betrieb. Sein Erfindergeist brachte stets neue Ideen hervor, wie etwa den Bleistiftanspitzer, die Tastatur für Morsetelegraphen oder eine Fräsmaschine für Knöpfe.