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Papiere mit Körper

Volumenpapiere werden gerne eingesetzt, wirken sie doch deutlich dicker als ihre Artgenossen in der gleichen Gewichtsklasse. Ihr geringeres Gewicht auf gleicher Fläche macht sie auch zu einer ökonomischen Alternative für die Verbraucher, zum Beispiel, wenn diese bei Mailings Porto sparen können.

Gabriele Eisenbarth

Papiere mit mehr Volumen gibt es bei Natur- und gestrichenen Papierqualitäten von Recyclingpapier bis zu Offset-, Bilderdruck oder Preprint-Papieren. Das Volumen eines Papieres ergibt sich aus dem Verhältnis seiner Dicke zu seinem Gewicht. Normalerweise hat ein Papier ein 1-faches Volumen, was bedeutet, dass es bei einem Flächengewicht von 100g/m² eine Dicke von 0,1 mm hat. Ist das Papier nur 80 g/m² schwer, ist es nur 0,08 mm dick, bei 70 g/m² dann 0,07 mm und so weiter. Aufgrund einer speziellen Produktionsweise ist es möglich, Papiere bis zu einem 2,2-fachen Volumen zu produzieren. Sie sind also über doppelt so dick, wiegen aber dasselbe. (siehe Papiervolumen-Tabelle).

Kurzfaser-Zellstoff sorgt für Luft

Bei Papieren mit regulärem Volumen wird häufig Langfaserzellstoff eingesetzt, der als besonders reißfest gilt. Er wird in der Regel aus Nadelhölzern (z.B. Fichte) gewonnen, während Kurzfaserzellstoff aus Laubbäumen wie Eukalyptus und Birke hergestellt wird. Dieser kurzfaserige Zellstoff richtet sich entlang der Laufrichtung des Papiers auf und verhakt sich in der Siebpartie auf der Papiermaschine so ineinander, dass Zwischenräume entstehen, was eine leichte, aber stabile Mikrostatik zur Folge hat (siehe Abbildung). Je mehr Zwischenräume es gibt, umso weniger Fasern werden benötigt. Im Gegensatz zu einem engmaschig und sehr dicht verbundenen Langfaser-Papier erzielt man also bei einem Kurzfaser-Zellstoff mit weniger Fasern und mehr Luft ein geringeres Gewicht auf gleicher Fläche.

Für Buchproduktion verwendet

Papier kommt hier in seiner angenehmsten Form zum Einsatz: Es ist voluminös, weich und fühlt sich warm an. Der Empfänger hat das Gefühl, etwas Hochwertiges in der Hand zu halten. Deswegen werden diese Qualitäten auch sehr gerne in der Buchproduktion eingesetzt, denn der Kunde bekommt so den Eindruck, für sein Geld einen sehr guten Gegenwert zu erhalten. Anders gesagt: Das Buch erscheint dick und inhaltsschwer, ist aber trotzdem nicht zu schwer zu tragen, was zum Beispiel bei Schulbüchern eine Rolle spielt. Deshalb sind Werkdruckpapiere die Top-Performer unter den Volumenpapieren, denn sie tragen dank ihres hohen Anteils an Füllstoffen besonders dick auf.

Ähnliche Vorteile gelten für Mailings: Mit einem Volumenpapier kann ein Unternehmen das Gewicht einer Aussendung nach unten fahren – und damit Porto sparen – ohne einen Image-Verlust zu riskieren. Das ist besonders für auflagenstarke Kundenkommunikation ein unschätzbarer Vorteil.

Wirtschaftliche Vorteile gibt es aber auch bei anderen Printprodukten: Wer für seine Broschüre bisher ein 80 g/m² Papier einsetzt, kann mit einem 70 g/m² Volumenpapier mit 1,2-fachem Volumen die gleiche Wirkung erzielen wie mit einer 84 g/m² Qualität.