Archiv Papiertechnik

Papier ist erste Wahl

Die Wähler machen ihr Kreuz auf Papier.

Ende September ist wieder Bundestagswahl. Papier gewinnt dabei auf jeden Fall, denn es dient als Trägermaterial für Stimmzettel, Flyer und jede Menge Plakate.

VM

61,8 Millionen Wahlberechtigte gibt es, folglich werden 61,8 Millionen Wahlbenachrichtigungen und 61,8 Millionen Stimmzettel benötigt, so die Auskunft aus dem Büro des Bundeswahlleiters auf die Frage nach dem Papierverbrauch für die Wahl. Der Stimmzettel muss bestimmte Anforderungen erfüllen, die in Paragraf 45 der Bundeswahlordnung aufgelistet sind. Er muss unter anderem blickdicht sein, damit, nachdem er gefaltet wurde, nicht zu sehen ist, wo das Kreuz steht. Wer am Wahlsonntag keine Zeit hat, kann bequem per Brief wählen. Bei der letzten Bundestagswahl haben neun Millionen Menschen von der Briefwahl Gebrauch gemacht, das bedeutet neun Millionen Wahlscheine, neun Millionen Wahlbriefumschläge, neun Millionen Stimmzettelumschläge.

Jeder Wahlberechtigte macht sein Kreuz auf Papier. Zu der Entscheidung, bei welcher Partei er das macht, haben wohl auch Informationen auf Papier beigetragen. Vielleicht der Flyer in seinem Briefkasten oder die Plakate am Straßenrand. Rund sechs Wochen vor der Wahl, die Frist legt die Gemeinde fest, dürfen die Parteien für sich werben. Sie verteilen Wahlprogramme und Broschüren und lassen Plakate drucken. Und das in ganz Deutschland, in Dörfern, Gemeinden und Großstädten. Neun Parteien waren bis Mitte Juli bereits zur Wahl zugelassen, und sie alle wollen ihre Kandidaten bekannt machen. Wie eine Sonderkonjunktur wirke der Wahlkampf, sagt Helmut König vom Verkauf der Staudigl Druck GmbH, in Bayern Marktführer für Plakatdruck. In den zwölf Wochen bis zum Ende des Wahlkampfs verbraucht die Druckerei 15 bis 20 Prozent mehr Papier für die Außenwerbung. Für die klassischen Plakate verwendet sie so genanntes 115 Gramm-Affichenmaterial (affiche = franz. Plakat), nassleimfähig mit blauer Rückseite, damit keine Schrift von darunterliegenden Plakaten durchscheint. Zwar gibt es auch Plakate aus Polypropylen, aber Papier ist bei weitem das preisgünstigste Trägermaterial.