Archiv Papiertechnik

Optimieren durch Zusatzaggregate

Die Hauptenergieformen in der Papierherstellung sind Dampf und Elektrizität. Zur Trocknung wird mehr als die Hälfte der Gesamtenergie verwendet. Jede Maßnahme, die den Trocknungsaufwand reduziert, senkt auch die Gesamtkosten der Produktion.

Reiner Jungmann VIB Systems GmbH

Eine Möglichkeit ist eine gesteigerte Entwässerungsleistung in der Pressenpartie. Diese Trockengehaltssteigerung lässt sich durch den Einsatz eines Dampfblaskastens erreichen. Hierbei wird durch Temperaturerhöhung der nassen Faserstoffbahn die Viskosität des Wassers verringert. Dies ergibt bei 10 °C höherer Temperatur eine Steigerung des Trockengehaltes im Pressnip von circa 1 Prozent. Die Bedeutung der mechanischen Entwässerung in der Pressenpartie liegt darin, dass ein höherer Trockengehalt um 1 Prozent absolut eine Energieeinsparung an thermischer Energie in der Trockenpartie von circa 4 Prozent zulässt. Diese Energieeinsparung kann zu gleichem Maße in Produktionssteigerung umgesetzt werden.

Mit dem Einsatz eines Dampfblaskastens wird dies durch Temperaturerhöhung der Faserstoffbahn und somit einhergehender Reduzierung der Wasserviskosität erreicht. Bei geringerer Viskosität des Wassers lässt sich eine höhere Entwässerungsleistung in der Pressenpartie erzielen, was auch eine volumenschonende Entwässerung darstellt. Der höhere Trockengehalt führt zu einer initialen Nassfestigkeit, die sich bei einem offenen Bahnzug und in Bahnabrissen positiv bemerkbar macht.(siehe Abb. 1)

Um den heutigen, gehobenen Qualitätsansprüchen im Papiersektor sowie den Energieeinsparungsprogrammen gerecht zu werden, müssen die Hersteller von Dampfblaskästen hohe Anforderungen erfüllen. Die Hauptkriterien sind zum Beispiel eine optimale Anpassung an die Papiermaschinengegebenheiten, effektivste Energieausnutzung, ein möglichst wartungsfreies und bedienerfreundliches System, maximale Lebensdauer der Anlage sowie nahezu hundertprozentige Verfügbarkeit und kürzeste Reaktionszeit im Servicebereich. Mit der langjährigen Erfahrung in der Herstellung von Dampfblaskästen und einem fundamentierten Fachwissen rund um die Papiermaschine hat die Firma VIB Systems GmbH Dampfblaskästen entwickelt, die den verschiedensten Kundenansprüchen gerecht werden. Einsatzbereiche für diese leistungssteigernden Aggregate sind:

· alle graphischen Papiere, Board und Packaging, Spezialpapiere sowie Tissue

· Feuchteprofil-/Feuchtequerprofilregelung und Trockengehaltssteigerung

· Anwendungen in der Pressenpartie, Siebpartie und Yankee-Maschinen

· alle üblichen Flächengewichte (s. Abb. 2 u. 3)

Diese zukunftsorientierten Dampfblaskästen können mit schmalen Zonenbreiten bis zu 50 mm ausgerüstet werden. Die pneumatischen Zonenregelventile (Edelstahl) bestechen durch hohe Regelauflösung und überragende Lebensdauer. Eine Non-Drip-Technologie sorgt für die Vermeidung von Tropfenbildung. Diese VIB-Dampfblaskästen werden aus dem Material 1.4571 (316 Ti) beziehungsweise 1.4539 (904 L) hergestellt.

Zur Einstellung der Bedampfungsbreite ist eine von außen bedienbare Randzonenverstellung integriert. Zu Reinigungszwecken innerhalb des Dampfblaskastens sind in jeder Zonenkammer Reinigungsöffnungen vorgesehen oder das Düsenblech ist zur Reinigung abnehmbar. Um auch ohne Maschinenstillstand eine optimale Reinigung des Dampfblaskastens zu gewährleisten, ist der Dampfblaskasten komplett teflonbeschichtet.(s. Abb. 4 u. 5)

VIB Dampfblaskästen sind gemäß Druckgeräterichtlinie (PED) 97/23/eC und CE sowie nach ASME Code Sektion VII, UG 101 gefertigt.

Ein besonderes Quick-Connection-System der pneumatischen Steuerleitungen bietet beste Servicefreundlichkeit. Die Regelung kann wahlweise computergesteuert (mit integrierter Fehlerdiagnostik) oder gegebenenfalls manuell erfolgen. (s. Abb. 6 u. 7)

Der Nutzen für die Papierindustrie zeichnet sich aus in:

· gesteigerte Produktionsrate (ca. 6 – 10 Prozent)

· Energieeinsparung im Papierherstellungsprozess

· exzellente Feuchtequerprofile durch zonendeffinierte Bedampfung (2-Sigma-Verbesserung bis zu 80 Prozent)

· Trockengehaltssteigerung nach der Pressenpartie (ca. 4 Prozent je nach Anwendung)

· Temperatursteigerung der Faserstoffbahn vor der Trockenpartie

· weniger Abrisse beim Überführen in die Trockenpartie aufgrund Vergleichmäßigung des Feuchtequerprofils und höherem Trockengehalt

· Rohstoffeinsparung, wenn gemäß eines besseren Feuchtequerprofils eine höhere Feuchte an der Aufrollung gefahren wird

· verbesserte Reel-Bildung durch gleichmäßiges Feuchtequerprofil

· höherwertige Produktpalette durch Qualitätssteigerung

· Eine Zusammenfassung dieser Merkmale garantiert ein schnelles Return of Investment.

Diesen und weitere Artikel zum Thema Papiertechnik lesen Sie im Internet unter