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New-Technology-Nahtfilze

Nahtfilze haben seit ihrer Einführung vor fast vierzig Jahren eine beeindruckende Marktentwicklung erlebt. Weltweit ist heute jeder fünfte eingesetzte Filz ein Nahtfilz, in Europa jeder dritte und in den USA sogar jeder zweite.

Franz KieferStrategischer Produktmanager PressingHeimbach

Bei der Entwicklung der ersten Nahtfilze war die Verbesserung der Arbeitssicherheit beim Einziehen von Pressfilzen der zentrale Aspekt und natürlich ist die Arbeitssicherheit auch heute noch ein ganz wichtiger Grund für die Verwendung von Nahtfilzen.

Nahtfilze können aber nicht nur sicherer als endlose Filze gewechselt werden, sondern auch einfacher, schneller und mit weniger Personal. Hinsichtlich der Performance und der Standzeiten sind moderne Nahtfilze auf Augenhöhe mit den Endlosfilzen (Abb. 1)

Aufbau und Funktion

Die klassischen Nahtfilze beinhalten in der Regel ein doppellagiges Grundgewebe (zirkular gewebt), das aus reinen Monofilamenten besteht. Das Grundgewebe wird analog zu einem endlosen Filz mit Vlies benadelt. Am Ende des Herstellungsprozesses wird das Vlies über der Naht in Querrichtung in einem definierten Winkel aufgeschnitten. Dadurch bildet sich eine Nahtüberlappung, die die Naht im Lauf bedeckt und topografische Markierungen im Papier verhindert (Abb. 2).

Zur besseren Verankerung des Vlieses in der Nahtzone und zur Vermeidung hydraulischer Markierungen ist in der Naht ein Füllfadensystem integriert. In den Anfängen der Nahtfilzentwicklung fehlte das Füllfadensystem noch völlig, eine Verwendung von Nahtfilzen bei graphischen Papiersorten war deshalb ausgeschlossen (Abb. 3).

Neue Designs für anspruchsvolle

Anwendungen

Die klassischen Nahtfilze wurden über die Jahre kontinuierlich weiterentwickelt. Das Füllfadensystem wurde immer weiter verbessert und der Aufschnittwinkel optimiert, um eine möglichst kompakte und dauerhafte Nahtabdeckung zu erzielen. Durch die Verwendung spezieller Nadeln und Nadeltechniken wurde erreicht, dass die Nahtösen im Nadelprozess weniger geschädigt werden. Durch diesen Gewinn an Nahtfestigkeit war es möglich feinere Designs mit dünneren Monofilamenten zu entwickeln, die auch bei sehr empfindlichen Papiersorten eingesetzt werden können (Abb. 4, 5, 6).

Produktfamilien der
New-Technology Produkte

Heimbach ist in der Papiermaschinenbespannungsindustrie (PMC-Industrie) führend, was den Einsatz moderner Pressfilztechnologie anbelangt. Über 75 Prozent des Absatzvolumens entfällt auf New-Technology Produkte.

Zu den New-Technology Produkten gehören folgende Produktfamilien:

  • Atromaxx (Multiaxialtechnologie)
  • Atrocross (Non-woven Technologie)
  • Atrolink (Kombination Non-woven / Multiaxial)
  • Atroje t (Multiaxiale Non-woven Technologie)

Um die Vorteile der modernen Pressfilztechnologien auch für Nahtfilze nutzen zu können, hat Heimbach, unter Verwendung des enormen Know-hows aus dem Bereich der klassischen Nahtfilze, drei Klassen von New-Technology Nahtfilzen entwickelt.

Atromaxx.Connect

Diese Nahtfilz-Familie umfasst multiaxiale Designs, deren Monofilament-Durchmesser von 0,35 bis 0,5 mm variieren. Von Dünndruck-Papiersorten bis Pulp wird das gesamte Sortenspektrum abgedeckt. Aus der Diagonalstruktur der Trägerlagen resultiert (wie bei jedem Multiaxialfilz) eine hervorragende Kompaktierungsresistenz, was zu einem stabilen Entwässerungsverhalten über die ganze Laufzeit beiträgt. Insbesondere für Verpackungspapiere sind Atromaxx.Connect Designs erste Wahl (Abb. 7).

Ihre Merkmale sind

  • gute Nahtschließbarkeit
  • geringes Nahtmarkierungspotential
  • konstantes Porenvolumen
  • hohe und gleichmäßige Entwässerung
  • sehr gute Resistenz gegen Verschmutzung
  • sehr gut in Positionen mit Spannungsunterschieden

Atrocross.F.Connect – Atrolink.Connect

Diese beiden Designs basieren im Wesentlichen auf Non-woven Technologie. Mit diesen neuen Nahtfilzkonzepten ist es gelungen, die besonderen Eigenschaften von Atrocross – extrem schneller Start, herausragende Entwässerungseigenschaften – auf Nahtfilze zu übertragen.

Atrocross.F.Connect und Atrolink.Connect sind sowohl auf Papiermaschinen für grafisches Papier, als auch auf Papiermaschinen für Verpackungspapiere und Karton verwendbar (Abb. 8)

Ihre Merkmale sind

  • gute Nahtschließbarkeit
  • sehr geringes Nahtmarkierungspotential
  • hohes Porenvolumen über die Laufzeit
  • schneller Start-up
  • sehr hohe Entwässerung