Archiv Papiertechnik

Neues von CAPS

Mit Beginn des Schuljahres 2015/2016 kommt an der Schule für Papiertechnik eine optisch wie inhaltlich erneuerte und um einige Module erweiterte CAPS-Simulation der Papiermaschine zum Einsatz.

Um Mitarbeiter der Papierindustrie möglichst praxisgerecht ausbilden zu können, hat das Papierzentrum PC-Programme für die schulische und betriebliche Aus- und Weiterbildung entwickelt. Die CAPS (Computer Aided Process Simulation)-Simulationsprogramme stellen den realen Prozess der Papierproduktion von der Auflösung bis zur Veredelung, sowie die Herstellung von Wellpappe in anlagenbezogenen Modulen dar. Sie sind leicht zu bedienen und bieten die gleichen Eingriffsmöglichkeiten wie ein Prozessleitsystem. Veränderungen des Bedieners werden dokumentiert, Trendbilddarstellungen bieten einen schnellen Überblick und die Möglichkeit, den Prozessablauf auszuwerten. Hiermit ist CAPS ein ideales langjährig bewährtes Werkzeug um quasi „direkt an der Papiermaschine“ zu lernen. Nun erhielt die Simulation eine insgesamt neue Optik, schon vorhandene Bereiche wurden neu gestaltet und die technologischen Abläufe auf den neuesten Stand gebracht.

Einige Anlagenbereiche wurden zusätzlich in die Simulation eingebracht oder von Grund auf neu konzipiert.

Gesamtanlage

Das Bild der Gesamtanlage (unten) gibt eine Übersicht der Prozessbilder der Papiermaschine, ohne die den Anlagenbereichen zugeordneten Detailbilder. In diesem Programmteil können keine Veränderungen im Prozess vorgenommen werden. Durch Anklicken der einzelnen Prozessbilder oder der am unteren Bildrand befindlichen Buttons gelangt man in die Prozesse, oder es werden weitere Funktionen ausgelöst.

Die Ampeln an den Prozessbildern zeigen in roter oder grüner Farbe an, ob ein Alarm in dem entsprechendem Anlagenbereich ansteht oder nicht.

Sortenspeicher

Im Bild Sortenspeicher (rechts oben) werden fünf Papiersorten aufgezeigt. Die Anwahl einer gewünschten Sorte aktiviert die für die Sorte benötigten Anlagenbereiche zum Beispiel mit oder ohne Filmpresse und Nach- trockenpartie.

Nach der Sortenwahl müssen auch die in der Simulation hinterlegten Maschinenparameter aktiviert werden. Danach findet ein Bildwechsel zu den sortenrelevanten Qualitätsparametern statt, die ebenfalls übernommen werden müssen.

Sortierung

Die Sortierung (Mitte) wurde im Ganzen, optisch und in den technologischen Abläufen, neu konzipiert.

Die Sortierung des Faserstoffes findet in zwei Stufen statt. Außerdem wird eine zusätzliche Sortierung des Verdünnungswassers für die Querprofilregelung vorgenommen. Vor – und nach der ersten Sortierstufe werden benötigte Hilfsstoffe zudosiert.

Qualität

Das Übersichtsbild der Qualitätsparameter (rechts) ist vollkommen neu gestaltet.

Die Qualitätsanzeige beinhaltet in der Übersicht zwölf sortenrelevante Parameter. Angezeigt werden die Bezeichnung der Parameter, die jeweilige Einheit, die untere und obere Toleranzgrenze, der Sollwert, der aktuelle Messwert sowie der Status. Die Ampeln am oberen Bildrand zeigen an, welche Papiersorte im Sortenspeicher gewählt ist.

Neue Anlagenbereiche

Bezogen auf die zur Verfügung stehenden Papiersorten wurden je eine Filmpresse und die entsprechende Nachtrockenpartie für LWC- und Kopierpapier geschaffen.

Filmpresse LWC

Bei der Papiersorte LWC sind die Anlagenbereiche Filmpresse, Nach- trockenpartie sowie das Dampf- und Kondensatsystem in einem Prozessbild zusammengeführt.

Filmpresse Kopierpapier und Testliner

Die Filmpresse für Kopierpapier und Testliner unterscheidet sich von der Filmpresse für LWC insofern, dass die Infrarottrocknung sowie das Dampf-und Kondensatsystem im Bild nicht vorhanden sind. Dafür wird symbolisch der Arbeitsbehälter und die Filterstation dargestellt.

Nachtrockenpartie

Die Nachtrockenpartie für Testliner und Kopierpapier ist aufgeteilt in drei Dampfgruppen. Durch getrennte Beheizung der oberen und unteren Zylinder kann auch die Planlage des Papiers beeinflusst werden. Des Weiteren wird auch das Dampf- und Kondensatsystem der Nachtrockenpartie dargestellt.

Querprofilregelung

Als neues Modul ist der Simulation die Querprofilregelung der Flächenmasse hinzugefügt. Symbolisch ist die Profilregelung in 18 Einzelbereiche gegliedert. Die Regelung kann in Automatik oder per Hand betrieben werden.

Die Sollwerte (grün) werden für jeden Einzelbereich vorgegeben. Befindet sich die Regelung in Automatik, wird der Istwert (weiß) durch Veränderung der Verdünnung dem Sollwert angeglichen (türkis). Im Status Hand müssen, durch Veränderung der einzelnen Verdünnungswasserventile, die Istwerte wiederum an den Sollwert angeglichen werden. Ein Zufallsgenerator verändert die einzelnen Istwerte ständig.

Anwendung CAPS

Die Simulation der neuen Papiermaschine ist weiterhin Bestandteil des Unterrichts sowie Prüfungsthema bei der Abschlussprüfung für Papiertechnologen in Gernsbach und auch in Altenburg.

Das Upgrade der Simulationen Stoffaufbereitung und Papiermaschine wird vom Papierzentrum Gernsbach für 490,00 Euro angeboten, sofern das Runtime Modul V 7 schon vorhanden ist (grüner Stecker).

Weitere Informationen bei:

Papierzentrum Gernsbach

Bildungsakademie Papier (BIP)

Herrn Bernd Marx

Scheffelstraße 29

76593 Gernsbach

Tel: 07224 6401 503

Fax: 07224 6401 555

Mail: b.marx@papierzentrum.org

Internet:

www.papierzentrum.org