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Mehr Energieeffizienz in der Siebpartie

Jeder weiß um die Notwendigkeit, die Energieeffizienz der Papierherstellung zu verbessern. Um diese anspruchsvolle Herausforderung zu meistern, lohnt es sich, das Augenmerk auf die Siebpartie der Papiermaschine zu lenken. Denn sie kann viel dazu beitragen, Energie und damit Kosten zu sparen.

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Auf den ersten Blick scheint die Siebpartie keine große Rolle zu spielen, wenn es ums Energiesparen geht. Denn ihr direkter Anteil am Energiebedarf liegt nur bei circa 15 %. Doch bei genauerem Hinsehen fällt auf: Die Blattbildung hat großen Einfluss auf die Trocknung – und dieser Vorgang des Trocknens benötigt bis zu 65 % des
gesamten Energiebedarfs! Genau hier besteht ein enormes Potenzial zur Erhöhung der Energieeffizienz. So lässt sich besonders im Entwässerungskreislauf viel Energie sparen: Denn bei der Analyse der Siebpartie zeigen sich oft gravierende Mängel – vor allem bei der Anordnung der Entwässerungselemente und der Einstellung der Vakua im Bereich der Flachsauger. Um am Ende der Siebpartie einen maximalen Trockengehalt zu erreichen, sollte der Entwässerungsverlauf möglichst harmonisch vonstatten gehen – das spart am meisten Energie. Es ist viel günstiger, Wasser in der Sieb- und Pressenpartie mechanisch zu entfernen als es in der Trockenpartie thermisch zu verdunsten. Entwässerungsanalysen und deren kompetente Interpretation durch erfahrene Papieringenieure helfen bei der Optimierung der Siebpartie. Villforth bietet hier gerne seine Unterstützung an.

Eine weitere Komponente birgt ebenfalls ein hohes Potenzial zur Energieersparnis: der Bereich der Sauger. Hier werden bis zu 75 % der Antriebsleistung einer Siebpartie verbraucht. Denn durch das Vakuum werden das Faservlies mitsamt dem Sieb fest an den stehenden Sauger gepresst – und diese Normalkräfte verursachen Reibung und Verschleiß. Diesem Verschleiß an den Sieben hat man üblicherweise entgegengewirkt, indem man abriebfestes Polyamid (PA) im Wechsel mit Polyester (PET) an der Laufseite der Siebe verwob.

Nun verhindert Polyamid zwar den Abrieb, doch sein entscheidender Nachteil ist, dass es Wasser absorbiert und aufquillt, was zudem hochstehende Siebränder verursacht. Ein weiterer Nachteil: Die Festigkeitswerte von Polyamid sind ungenügend, weswegen ein Sieb aus 100 % Polyamidfäden elastisch wie ein Gummiband wäre.

Polyester wiederum ist zwar das festere Material und absorbiert auch kein Wasser – doch seine Abriebfestigkeit ist schlecht.

Die Drahtdurchmesser von PET und PA sind zunächst identisch. Doch nachdem sie Wasser aufgenommen haben,
vergrößert sich der Durchmesser der PA-Fäden. Das führt zu einer treppenartigen Struktur auf der Laufseite des
Siebes und bewirkt beim Lauf über die Entwässerungselemente erhöhte Reibung und Verschleiß. Es kann sogar passieren, dass das Sieb wegen der Schwingungsanregung der Treppenstruktur laut pfeift.

Doch es gibt einen Werkstoff, der die Vorteile von Polyester und Polyamid kombiniert: der neue Villforth Vextreme-Faden. Diese Neuentwicklung ist dimensionsstabil und zugleich abriebfest. So kann Vextreme zu 100 % auf der Laufseite verwendet werden, wobei er eine monoplane Laufseite bildet.

Der Villforth Vextreme-Faden reduziert den Reibungsverlust auf ein Minimum – und senkt so die Antriebsleistung.

Auf den Punkt gebracht: Die Einstellung des Entwässerungsverlaufes bietet das größte Potenzial zur Reduzierung des Energiebedarfs in der Siebpartie. Der zweite große Bereich ist ein zugeschnittenes Siebdesign – hier lässt sich die Effizienz deutlich steigern und viel Energie bei der Entwässerung sparen. Dabei leistet der Einsatz der neuen Villforth Vextreme-Fäden einen überzeugenden Beitrag.

Doch eine nachhaltige Ausschöpfung aller Einsparungspotenziale der Papiermaschine kann nur durch die intensive Zusammenarbeit zwischen Kunden und Lieferanten erreicht werden. Diese Partnerschaft ist und bleibt das wichtigste Instrument für sämtliche Optimierungen und ist die Stärke von Villforth. Das Unternehmen berät seine Kunden gerne bei der Optimierung
ihrer Papiermaschine und fertigt ihr maßgeschneidertes Sieb. Alle Villforth-Formiersiebe werden mit den höchsten Qualitätsstandards in Reutlingen, Baden-Württemberg gefertigt!


Energieverbrauch bei der Papierherstellung.