Archiv Papiertechnik

Herausforderung gemeistert

Im März 2003 erteilte Stora Enso an Voith Paper den Auftrag, die Voith PM Nr. 850 aus dem Jahr 1968 durch eine leistungsstarke Papiermaschine für Magazinpapiere zu ersetzen. In kürzester Zeit und mit großer Manpower wurde das Projekt erfolgreich umgesetzt.

Ewald Budweiser und Manfred Dreuse

Stora Enso hatte für dieses Projekt ehrgeizige Ziele gesetzt:

· Verdopplung der Jahresproduktion auf 260 000 t (plus weitere Ausbaureserven)

· Vergrößerung der Arbeitsbreite um 300 mm auf 7200 mm

· Einpassung der neuen PM in das vorhandene Gebäude

· Projektlaufzeit maximal 18 Monate

· Stillstandszeit maximal 65 Tage, einschließlich der umfangreichen Bauarbeiten.

Der Auftrag umfasste neben der Papiermaschine, die nach dem bewährten One Platform Concept mit DuoCentri NipcoFlex-Presse und Online Janus Kalander ausgeführt ist, auch das komplette Zubehör, den Konstanten Teil inklusive Ausschusspulper sowie das komplette Anlagenengineering. Im Rahmen des Process Line Package (PLP) umfasste der Lieferumfang auch Prozesspumpen, Behälter, Rohrleitungen und lufttechnische Einrichtungen sowie die Gesamtmontage, Inbetriebnahme und Personalschulung.

Als am 2. Juli 2004 die alte PM abgestellt wurde, begann eine minutiös geplante Umbauaktion. Kaum waren die ersten Maschinenteile im Nassteil und im Bereich der Schlussgruppe demontiert, begann der Bau mit dem Abriss fast des kompletten Maschinenstuhls. Auch während der Demontage der Verkabelung in diffiziler Kleinarbeit wurde keine der beiden weiterlaufenden Papiermaschinen abgestellt. Teilweise waren über 1300 Monteure, Bauarbeiter, Elektriker, Rohrleger und andere täglich auf engstem Raum im Einsatz und schafften das Unglaubliche: Pünktlich am 31. August 2004 war die Hauptmontage beendet.

Die Automatisierung
Aufbauend auf einer einheitlichen und durchgängigen Bedien- und Engineering-Oberfläche für die maschinennahe Steuerung, das Prozess- und das Qualitätsleitsystem, lieferte Voith Paper Automation die gesamte Automatisierung für die Anlage Maxau PM 6. Die OnQ Qualitätsleittechnik ist so auf den Produktionsprozess abgestimmt, dass kurze Regelkreise und somit schnelle Reaktionen auf Veränderungen bei Qualitätsparametern möglich sind. Neben den OnQ Qualitätsmessrahmen kommen zahlreiche Quer- und Längsregelungen bei der Produktion zum Einsatz. Somit wird an der PM 6 ein SC-Papier hergestellt, das perfekt für die Weiterbearbeitung im Tiefdruck-Verfahren geeignet ist. Komplettiert wird das Automatisierungskonzept durch das OnView Informationssystem mit Maschinen- und Prozesszustandsüberwachung sowie einem Bahnabrissanalyse- und Bahninspektionssystem. Zudem wurde der VariTop Rollenschneider vollständig erneuert.

Am 15. September hat Voith Paper mit der Produktion der ersten Papierrolle auf der neuen PM 6 erneut seine Professionalität bei der Abwicklung derart komplexer Projekte unter Beweis gestellt.

Die Stoffaufbereitung
Da als Hauptrohstoff neben gebleichtem Holzschliff und Zellstoff auch deinktes Altpapier eingesetzt wird, musste auf Grund der deutlichen Erhöhung der Papiermaschinenleistung auch die Kapazität der vorhandenen Altpapieraufbereitung gesteigert werden. Die Produktionsmengen wurden in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht und die insgesamt drei DIP-Anlagen dadurch schon deutlich über der jeweiligen Auslegung betrieben. Daher bedeutete die zusätzliche Kapazitätssteigerung um etwa 20 Prozent, verteilt auf zwei DIP-Linien, eine große Herausforderung.

Die wesentlichen Engpässe in der DIP 1 waren die Auflösung, die MC-Schlitzsortierung und die Eindickung, in der DIP 3 die Dickstoffreinigung, die Vor- und Nachflotation und ebenfalls die Eindickung. Durch Neuordnung der Prozessführung und Modifikationen vorhandener Maschinen konnte der Umfang an Neuinvestitionen auf ein Minimum reduziert werden. Voith lieferte für die DIP 1 einen Fiberizer zur Unterstützung des Ableervorganges und einen Faltensiebeindicker. Die Lieferung für die DIP 3 bestand im Wesentlichen aus einer EcoCell-Primärflotation für die Nachflotation, bestehend aus fünf Zellen und dem neu entwickelten EcoGaus-Schaumzerstörer.

In der DIP 1 wurde das alte Prozessleitsystem komplett gegen ein neues ausgetauscht.

Sowohl die im Vertrag vereinbarten Produktionssteigerungen als auch die zugesicherten Qualitätsparameter konnten schon kurz nach Inbetriebnahme der DIP 1 und 3 erreicht werden. Durch die Modifikation der Pulperwendel und den zusätzlich installierten Fiberizer in der DIP 1 wurden neben einer deutlichen Steigerung der Auflösekapazität auch die Auflösequalität und die Störstoffentsorgung weiter verbessert. Erste Kleberuntersuchungen zeigten eine Halbierung der Stickyfracht im Fertigstoff, was hauptsächlich auf die Modifikationen in den einzelnen Sortierstufen zurückzuführen ist. Obwohl die Produktion beider DIP-Anlagen deutlich gesteigert wurde, konnte der Weißgrad des Fertigstoffes auf hohem Niveau gehalten werden. Durch die Neuordnung der Vor- und Nachflotation in der DIP 3 konnten zusätzlich die Bleichchemikalien wesentlich reduziert werden.

Gekürzter Artikel aus twogether Nr. 19;

Nachdruck mit freundlicher Genehmigung von Voith Paper. Den vollständigen Artikel lesen Sie unter

www.papierundtechnik.de