Archiv Papiertechnik

Hackschnitzel …

Prinzip der Hackschnitzelerzeugung mit Scheibenhackmaschine.

…werden in angemessener Qualität und beachtlicher Menge für die Refiner-Holzstofferzeugung und Zellstoffgewinnung benötigt.

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Nach den Ausführungen in den letzten Ausgaben über den Rohstoff Holz – Fasern, Eukalyptus, Industrieholz sowie Entrinden – soll nun mit diesem Artikel das umfangreiche Thema Holz vorerst abgeschlossen werden.

Wir erinnern uns, die optimalen Hackschnitzel für die Faserstoffgewinnung sehen – einzeln betrachtet – fast rechteckig und scheibenförmig aus und haben die idealen Abmessungen von ca. 25 mm x 25 mm x 5 mm (Länge x Breite x Dicke). In der Regel sollen diese keine Rinde und anhaftenden Fremdstoffe aufweisen.

Die kleinen Holzteilchen werden durch das mechanische Zerkleinern von Holz in einer Hackmaschine gewonnen. Einerseits erfolgt der Hackprozess von Industrieholz direkt in den Papier- und Zellstofffabriken und andererseits in den Sägewerken als Verwertungsprozess bei der Holzverarbeitung.

In der Industrie ist dafür die Scheibenhackmaschine sehr verbreitet. Das Herzstück solch einer Anlage ist eine rotierende Scheibe, die mit 10 bis 15 annähernd radial angeordneten Messern ausgestattet ist. Optisch wirkt dies wie ein Speichenrad. Allerdings unterscheiden sich je nach Durchsatzmenge die Scheibendimensionen von ca. 2 – 4 m Durchmesser, damit können immerhin bis zu 600 m³ Hackschnitzel pro Stunde erzeugt werden. Das entspricht einer Holzmenge von ca. 400 m³ Holzvolumen, beziehungsweise veraltet ausgedrückt, Festmeter.

Auf die Qualität der erzeugten Hackschnitzel nehmen zwei Kriterien entscheidend Einfluss. Leicht nachvollziehbar ist erstens die Messerqualität, denn durch den fortlaufenden Hackprozess und die hohe Durchsatzmenge unterliegen die Messer einem hohen Verschleiß und müssen regelmäßig meist in kurzen Abständen durch neu geschliffene Garnituren ersetzt werden. Außerdem führen stumpfe Messer zu einem erheblichen Anstieg des Energiebedarfs.

Der zweite Faktor ist der Zuführwinkel des Holzes an die Hackscheibe also in die Hackzone. Hier läuft nun der Zerkleinerungsprozess zweigeteilt ab. An der Stirnseite der Hackscheibe wird erst das Holz durch die schnell rotierenden Messer in Scheiben geschnitten und anschließend zwischen der Hackscheibe und dem Gehäuse in kleinere Stücke gebrochen. Ein gewöhnlicher Zuführwinkel für Rundholzprügel – wie auch in der Abbildung zu erkennen – ist in der Industrie ca. 45 Grad.

Die fertigen Hackschnitzel werden nun nach außen ausgetragen und über ein Transportsystem der sich anschließenden Hackschnitzelsortierung zugeführt. Die notwendige Anlage dafür besteht aus übereinander angeordneten Sieben mit unterschiedlich großen Löchern. Hier werden nun durch das Vibrieren der Sortierelemente die eingangs erwähnten optimalen Abmessungen heraus gefiltert, das so genannte Akzept. Die übergroßen Hackschnitzel bleiben zurück und werden in der Regel über eine Nachhackanlage weiter zerkleinert. Auch die anfallenden feinen bis sehr feinen Holzbestandteile werden hier aus dem Prozess eliminiert. Der sogenannte Feinstoff mit einer Größe unter 3 mm gelangt in vielen Fällen zusammen mit den Entrindungsabfällen zur Verwertung.

Eine qualitativ gut arbeitende Hackmaschine erzeugt mengenmäßig zwischen 85 und 90 Prozent verwertbare Hackschnitzel. Die Übergrößen sollten zehn Prozent und der Feinstoff ein Prozent nicht überschreiten.