Archiv Papiertechnik

Fasern … Teil 2

…zur Herstellung von Papier oder Karton beschreibt man als lange, dünne zylindrische Röhren mit Zellwänden, deren Enden geschlossen sind.

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Der Unterschied zwischen einer Faser aus Nadel- und Laubholz fällt in mehrerer Hinsicht deutlich aus, wie die folgenden Zahlen belegen:

Die Dimensionen von Fasern aus unterschiedlichem Nadel- und Laubholz variieren teilweise in einer großen Spannweite. Dies wird beeinflusst von der Nährstoffversorgung und den klimatischen Randbedingungen beim Wachstum des Holzes. Die Holzbildung beginnt aktiv in der sommerlichen Vegetationsperiode von etwa April/Mai bis August/September.

Das Wachstum des Holzes lässt sich anhand der Jahresringe verfolgen. Durch diese werden die ringförmigen Zuwachsschichten als Folge eines durch Ruhepausen unterbrochenen Wachstums aus Früh- und Spätholz dargestellt. Die Ringe sind sichtbar, weil das im Frühjahr gebildete Holz anders aufgebaut ist als das später im Jahr produzierte.

Der wachsende Teil des Baumes ist definiert als die Kambiumschicht. Nach außen erzeugt dieses Gewebe jährlich neue Rinde und nach innen neues Holz.

Die innere Rinde – auch als Bast bezeichnet – dient während ihrer kurzen Lebenszeit dem Nährstofftransport und gibt im abgestorbenen Zustand dem Stamm den äußeren Schutz.

Der hellere äußere Teil, das so genannte Splintholz, dient der Wasserleitung und der innere Teil, das so genannte Kernholz, dann nur noch der Stabilität.

Besonders bei Nadelhölzern unterscheiden die Jahresringe sich deutlich in der Zellwanddicke.

Am Beispiel des Fichtenholzquerschnitts erklärt:

Oberhalb des Jahresringes sind die weitlumigen und dünnwandigen Frühholztracheiden gut zu erkennen. Es bildet sich ein relativ helles, lockeres Gewebe, in dem der notwendige schnelle Transport von Wasser und Mineralien durch den Baum ablaufen kann.

Unterhalb dagegen sieht man die englumigen und dickwandigen Spätholztracheiden, die ein wesentlich dichteres Gewebe bilden und so auch die Festigkeit stärken. Die etwas dunklere Farbe dieses Spätholzes wird durch den höheren Anteil an Lignin in den Zellwänden verursacht. Daneben liegen wenige Harzgänge, als kleine Kreise erkennbar. Das Lignin füllt die Zwischenräume zwischen den Zellen aus und versteift hierdurch den Verbundwerkstoff Holz.

Bei den Laubhölzern sind die Jahresringe dagegen nicht immer so gut sichtbar, denn während der ganzen Wachstumsperiode bilden sich die entstehenden Gefäße relativ gleichmäßig aus.

Das Thema Fasern wird mit dem Aufbau einer Faser in der nächsten Ausgabe fortgesetzt.