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Erste Wahl auch für Verpackungspapiere

Heimbach treibt seit jeher Innovationen voran, um den steigenden Kundenanforderungen gerecht zu werden. Jüngstes Beispiel ist die Entwicklung von Primoselect long-floated, eines völlig neuen SSB-Formiersiebes, bei dem ein einzelner Bindungsfaden anstelle der Bindungsfadenpaare wie in klassischen SSB-Sieben verwendet wird.

Die Siebe der patentierten Primoselect-Familie wurden 2013 im Markt eingeführt und speziell für graphische Papiere auf schnelllaufenden Maschinen entwickelt. Mittlerweile etablierten sich diese Produkte als fester Bestandteil des Heimbach-Sortiments. Sie kommen in ganz Europa und Asien zum Einsatz. Die jährliche Absatzsteigerung um 50 Prozent war für Heimbach ein klares Zeichen, dass das richtige Produkt zum richtigen Zeitpunkt entwickelt wurde.

Die Erfahrungen mit Primoselect im graphischen Bereich haben den Experten des Zulieferers zahlreiche Erkenntnisse gebracht, wie – insbesondere auf High-Speed-Gapformern – die Produktivität gesteigert werden kann. Dies war dann der Ansporn, das Primoselect-Konzept auf die speziellen Anforderungen der Braunpapier-Herstellung auszuweiten

Im Rückblick ist die Erfolgsbilanz von Heimbach bei der Einführung wesentlicher technischer Veränderungen auf dem Markt zugunsten der gesamten Branche sehr überzeugend: Ende der 1990er Jahre war das Unternehmen
einer der Pioniere des integrierten doppelten Bindefadens als Basis der SSB-Formiersiebe bei gleichzeitigem Einsatz neuer Webtechniken. Duralon, das Material mit Vorteilen bei der Abriebfestigkeit und beim Energieverbrauch, wurde ebenfalls als Erstes in Heimbach-Sieben verarbeitet.

Neben einem geringen Energieverbrauch und hoher Entwässerungskapazität ist gerade die Verlängerung der Standzeit eine Hauptforderung der Papier- und Kartonproduzenten an ein modernes Formiersieb. Die extralange Flottierung der maschinenlaufseitigen Fäden erfüllt exakt diese Anforderung.

Inzwischen wurden mehr als 100 Siebe ausgeliefert und es konnten umfassende, positive Erfahrungen gesammelt werden. Zu den großen Vorteilen des neuartigen Siebes zählt, dass dessen Lippe am Stoffauflauf weiter geöffnet werden kann, um eine bessere Formation und Festigkeit der Papiere zu erzielen: Primoselect erlaubt eine um 10 bis 20 Prozent höhere Lippenöffnung, abhängig von der produzierten Flächenmasse.

Bei der Erweiterung des Sortiments, die es auch Herstellern von Wellenstoff und Liner ermöglichen soll, vom Wettbewerbsvorteil durch Primoselect zu profitieren, hat Heimbach den Schwerpunkt stets auf das Laufzeitpotenzial gelegt, mit dem Ziel, die Stillstandszeiten der Maschinen zu reduzieren.

Laufzeit im Fokus

Hierbei wurde auch ein Blick auf die Methode geworfen, mit der das Laufzeitpotenzial gemessen und beurteilt wird. Bei dieser äußerst wichtigen Thematik ist die Masse an Material, die für den Abrieb zur Verfügung steht, von besonderer Bedeutung. Diese lässt sich am besten durch Abbildung 1 auf Seite 21 veranschaulichen, in der die kritischen Fäden rot dargestellt sind.

Das Laufzeitpotenzial des Formationssiebs ist proportional zu diesem Volumen. Wichtige Faktoren für die Bestimmung des Laufzeitpotenzials sind Webmuster, Fadenmaterial, Fadendurchmesser und Anzahl der Fäden. Als Garnmaterial verwendet Heimbach
eine optimierte Kombination aus Polyester und Polyamid – den Materialien, die bei der Herstellung von Formiersieben heute am häufigsten zum Einsatz kommen.

Das Webmuster, die Fadendichte und der Fadendurchmesser bestimmen das Volumen, das für den Abrieb zur Verfügung steht. Durch Berechnung dieses Volumens können problemlos verschiedene Designs miteinander verglichen werden. Auf den Heimbach-Datenblättern ist deshalb stets eine Berechnung des Abriebvolumens in Kubikzentimetern pro Quadratmeter (cm³/m²) zu finden, so dass ein Vergleich zwischen den Produkten ohne weiteres möglich ist.

Für alle Lieferanten gelten Beschränkungen beim Fadendurchmesser. Daher liegt es nahe, das Webmuster anzupassen, um zusätzliches Abriebvolumen zu erhalten. Betrachtet man das Volumen des roten Fadens, dann wird deutlich, dass beim 4-Schaft-Webmuster nur geringes Abriebpotential vorhanden ist (Abb. 2.1).

Wenn man den Abstand zwischen den Bindepunkten erweitert, indem man auf eine 6-Schaft-Konfiguration umstellt (Abb. 2.2) zeigt sich ein deutlich größeres Abriebvolumen dieses Designs. Eine weitere beträchtliche Verbesserung bringt die 12-Schaft-Version (Abb. 2.3).

Der Erfolg steckt im „freien Faden“

Die neuesten Primoselect-Formationssiebe beinhalten diese neue 12-Schaft-Konfiguration auf der Walzenseite und erzielen Laufzeitverbesserungen bis zu 30 Prozent gegenüber alternativen Standardanordnungen. Dieses zusätzliche Abriebpotenzial wird durch die Kombination aus einzigartigem Webmuster und der Verwendung maschinenseitiger Querfäden mit einem Durchmesser von 0,35 mm bis 0,5 mm erreicht (siehe Tabelle).

Mit dem erweiterten Primoselect-Sortiment sieht sich Heimbach für die Anforderungen der Verpackungsindustrie bestens gerüstet. Und dennoch steht die interne Entwicklung nicht still … denn der Markt ist ja auch ständig in Bewegung.


Abb. 2.2: 6-Schaft-Maschinenseite – erhöhtes Abriebvolumen (Standard)