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Endstufensortierer …

Aufbau und Funktion eines Plansortierers.

… sind die Aggregate, die in einer mehrstufigen Sortierung die letzte Sortier- und damit die endgültige Reinigungsstufe übernehmen. Hier wird nun im Prozess entschieden, welche Schmutz- und Störstoffe den Prozess verlassen müssen.

Diese Reststoffe werden insgesamt auch Spuckstoffe genannt. Vorrangig findet man darin zum Beispiel Heftklammern, Folien, Kunststoffe aus der Laminierung und Beschichtung, Textilien (z. B. Fäden der Buchbindung und vom Einband), Füll- oder Streichpigmente aus grafischen Papieren, Polystyrol und andere Kunststoffe aus Verpackungsmaterialien, Beschichtungsmaterialien (Lacke), Verbundstoffe jeglicher Art, Sand und kleine Steine, nassfeste Stippen und andere Fremdstoffe.

Die Sortieraggregate arbeiten meistens in einem System mit mehreren nachgeordneten Stufen, um den Faserverlust zu minimieren und eine gewünschte Sortiergüte und Reinheit des Stoffes zu erreichen.

Die letzte Stufe mit einem mengenmäßig geringen Volumenstrom ist als kleinere Baugröße ausgelegt und arbeitet gegebenenfalls drucklos. Bekannte Aggregate sind die so genannten Minisorter und Combisorter von VoithPaper, die die Funktion eines typischen Endstufensortierers ausfüllen. Diese oft in der letzten Stufe einer AP-Sortierung eingesetzten Aggregate haben die Aufgabe, den Spuckstoff vom brauchbaren Fasermaterial zu trennen.

Abhängig von der Rejektmenge, die im ersten Vertikalsortierer abgeschieden wird, muss ein- oder zweistufig nachsortiert werden, um den Faserverlust zu begrenzen. Wichtig ist hierbei, dass das Reject kontinuierlich abgeführt und nachsortiert wird. Durch den Einsatz moderner teilweise unter Druck arbeitender Endsortierer werden bessere Resultate erzielt. Ein solch arbeitender Endsortierer, der durch Auswaschen des Rejekts ein Minimum an Faserverlust ermöglicht, kann nur in der letzten Stufe oder mit einem vorgeschalteten Rejektbehälter zum Einsatz kommen. Insgesamt muss der komplette Trennvorgang so erfolgen, dass einerseits ein möglichst geringer Faserverlust eintritt und andererseits jedoch ein möglichst hoher Störstoff-Abscheidewirkungsgrad erreicht wird. Denn die Leistungsfähigkeit der gesamten Sortierung zeigt sich nach dem Durchlauf der letzten Sortierstufe.

Ein anderes bekanntes Aggregat, welches als Endstufensortierer speziell bei der endgültigen Ausschleusung von gröberen Spuckstoffen zum Einsatz kommt, ist der Plan- beziehungsweise Vibrationssortierer oder auch Wuchtschüttler genannt.

Diese Maschinen arbeiten nach einem einfachen Prinzip (siehe Abbildung). Der Stoff gelangt mit einer hohen Verdünnung von ca. einem Prozent auf eine große und leicht schräg angeordnete Siebfläche. Der aufgebrachte Stoff muss sich auf der Sieboberfläche bewegen, denn das Wasser und die guten Teile – Durchlauf – sollen sich durch die Bohrungen im Sieb bewegen. Die Rüttelbewegung des Siebes befördert den Spuckstoff – Überlauf – in Richtung des Auswurfes und wird somit aus dem Prozess eliminiert. Für einen zufriedenstellenden Sortiereffekt sorgen die große Siebfläche, die geringe Stoffdichte und die ständige Siebbewegung. Fehlerhafte Prozessabläufe werden selten von diesen Anlagen verziehen, weil die Siebe doch verstopfungsanfällig sind.

Arbeiten diese Aggregate zum Beispiel in der Sortierung des frischen Holzschliffes bei der Holzschlifferzeugung, spricht man sehr oft von einer Grobsortierung. Denn die großen, unsauber geschliffenen bzw. ausgebrochenen Holzformteile wie zum Beispiel Späne und Schwartenteile werden als Grobteile definiert. In der Papiermachersprache werden diese Bestandteile auch gern als das so genannte Sauerkraut bezeichnet. Warum? Es sieht einfach so aus. Immerhin kann dieser Anteil bei dem Steinschliffverfahren bis zu drei Prozent betragen und erfordert somit eine Grobsortierung. Der ausgeschiedene Holzabfall, das „Sauerkraut”, erfährt eine mechanische Nachbehandlung oder eine thermische Verwertung. bu