Die Trockenhaube ... - papierundtechnik.de

Archiv Fachartikel Papiertechnik

Die Trockenhaube …


Foto: Voith
… umschließt die komplette Trockenpartie und sorgt auch dafür, Papier energetisch effizient zu erzeugen.

bu

Bekanntlich ist die Trockenpartie nicht nur der größte sowie längste Teil einer Papier- und Kartonmaschine, sondern auch sehr kostenintensiv. Für die Papiertrocknung wird immerhin der größte Energieanteil im Herstellungsprozess benötigt. Die vielen Trockenzylinder brauchen eine Menge Dampf, um auf Temperatur zu kommen und die Wärme dann auf die Papierbahn zum Trocknen zu übertragen. Es bewegt sich also viel warme sowie feuchte Luft und diese muss sehr gut zirkulieren. Natürlich alles unter dem wichtigen Aspekt der optimalen Energienutzung und dafür steht in vielen Maschinen die so genannte Trockenhaube.

Also schauen wir unter die Haube: Beim Trocknungsvorgang entweicht die Feuchtigkeit aus der Papierbahn durch den Kontakt mit der heißen Zylinderoberfläche. Dabei darf sich die nun frei werdende Feuchtigkeit nicht auf der Papierbahn halten. Das würde dem Effekt in einer Sauna entsprechen und das Papier würde beginnen an der äußeren Oberfläche „zu schwitzen“. Um genau das zu vermeiden, wird in der Trockenpartie warme Luft von unten zugeführt. Diese hat nun zwei Aufgaben zu erfüllen. Erstens nimmt die trockene Luft die aus dem Papier ausgetretene Feuchtigkeit auf. Die Temperatur der eingeblasenen Luft soll zirka zwischen 105 Grad Celsius und maximal 130 Grad Celsius betragen. Wichtig ist, dass die Luft trocken ist. Je höher die Temperatur, desto größer ihr Volumen und umso mehr Wasserdampf kann die Luft aufnehmen und abtransportieren. Denn zweitens dient sie gleichzeitig auch als Transportmittel. Die nun mit Feuchtigkeit geschwängerte Luft muss aus dem Bereich zwischen den Zylindern seitlich abgeführt und im oberen Teil der Haube abgesaugt werden. Natürlich besteht immer die Gefahr der Kondensierung, also der Rückbildung des Dampfes zu Kondensat mit dem schlimmsten Fall, dass sich Wassertropfen bilden und auf die frisch getrocknete Papierbahn tropfen.

Somit müssen die Luftbewegungen in der Trockenpartie optimal passen, das bedeutet, die Strömungen der trockenen sowie der feuchten Luftmengen unter der Trockenhaube müssen reguliert werden, um eine Störung des Trocknungsprozesses und eine Rückbefeuchtung der Bahn durch die feuchte Luft zu vermeiden. Dafür ist natürlich eine gut geschlossene Haube plus gute Isolierung der Luftkanäle eine Grundvoraussetzung. Auch sollten keine Leckagen auftreten, die zusätzliche Luft ins System bringen.

Denn die Effizienz der Trockenhaube hat einen wesentlichen Einfluss auf den Dampfbedarf und somit auf die Energiebilanz beziehungsweise die Energiekosten.

Also einfach zusammengefasst, warme trockene Luft rein sowie feuchte Luft wieder raus und das im Einklang.

Geht man an einer Trockenpartie vorbei und die Trockenhaube wird geöffnet, erfährt man sofort den Saunaeffekt, spürt voll die hohen Temperaturen und kommt ins Schwitzen. Speziell als Brillenträger merkt man dies noch deutlicher, denn in Sekundenschnelle beschlagen die Brillengläser. Bleibt man länger stehen, kommt einem die Wärme schon sehr unerträglich vor.

Die Trocknungszeit des Papiers in diesem großen sowie langen Teil der Maschine ist hauptsächlich vom Stoffcharakter, von der Dicke des Fasermaterials und der Feuchtigkeitsdifferenz zwischen Papier und umgebender Luft abhängig. Ist das Papier endlich fertig und es verlässt die Trockenpartie, so hat es mit einem Feststoffgehalt von circa 92 bis 96 Grad seine endgültige Konsistenz erreicht.


Trockenhaube
– geschlossen.