Archiv Papiertechnik

Die Stoffzentrale …

Einfaches Schema der Stoffzentrale

… bildet den nahtlosen Übergang von der Stoffaufbereitung zum Konstanten Teil vor der Papier- beziehungsweise Kartonmaschine. In der Stoffzentrale stehen klassisch gesehen die Mischbütte gefolgt von der Maschinenbütte.

Das Papiermachen ist ein fortlaufender Prozess und somit folgt nach der erfolgreich abgeschlossenen Bearbeitung und Behandlung der jeweiligen Faserstoffe nun das Dosieren und Mischen der einzelnen notwendigen Stoffkomponenten. Dies bestimmt Qualität und Quantität des Ganzstoffs, welcher zur Papier- oder Kartonmaschine weitergeleitet wird.

Mischen steht für das Vermengen von Reinstoffen zu einem Gemisch. Dabei kann es sich um feste, flüssige und gasförmige Stoffe handeln, die jeweils miteinander vermischt werden. Dosieren bedeutet den Stoff beim Mischen exakt in der laut Rezeptur vorgeschriebenen Menge plus minus einer definierten Toleranz zuzugeben. In der Praxis erledigen diese Aufgabe spezielle Dosierpumpen. Dabei ist eine gute erzielbare Durchmischung entscheidend, so dass letztendlich ein homogenes Gemisch aus den einzelnen Komponenten vorliegt. In der Bütte ist dafür ein Rührwerk verantwortlich, welches das Gemisch ständig in Bewegung hält, so dass sich kein Stoff absetzen und somit eine Entmischung stattfinden kann.

Entsprechend der zu erzeugenden Papiersorte wird in der Stoffzentrale entschieden, wie viele Anteile von den notwendigen Stoffkomponenten für die Produktion verwendet werden müssen. Hierbei müssen einerseits die Qualitätsanforderungen des späteren Papiers und andererseits auch wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt werden. Also ist hier der Papiermacher gefordert die richtigen Mengen einzustellen beziehungsweise zu mischen. Grundsätzlich wählt man zwischen den Primärfaserstoffen (Zellstoff, Holzstoff), dem Sekundärfaserstoff (Altpapier) sowie den anorganischen Füllstoffen (Kreide, Kaolin) aus. Insgesamt verleihen diese Komponenten dem Papier bestimmte Eigenschaften, wie zum Beispiel Festigkeit, Helligkeit und Bedruckbarkeit. Das ist wie in jeder guten Küche oder Backstube, je genauer und besser die Zutaten nach entsprechendem Rezept zugegeben und verarbeite werden, desto besser schmeckt dann auch das Essen oder der Kuchen. So kann zum Beispiel ein hochwertiges Magazinpapier, welches in der Weiterverarbeitung beidseitig mit hoher Geschwindigkeit mehrfarbig bedruckt wird, aus einem Faserstoffmix von Zellstoff, Holzstoff und deinktem Altpapierstoff sowie einem gewissen Anteil von Füllstoffen bestehen. Einfach gesehen garantieren einerseits die frischen Fasern die Festigkeiten für den schnellen Durchlauf durch die Druckmaschine und andererseits sind die gebleichten Fasern sowie die Füllstoffe gut für die optischen Eigenschaften des Papiers, wie zum Beispiel die Weiße. Auch sorgen der Holzstoff und die Füllstoffe für eine gleichmäßige geschlossene Blattstruktur und dadurch für eine gute Wiedergabe des Druckbildes. Die Wirtschaftlichkeit wird durch den Einsatz von deinktem Altpapier ebenfalls berücksichtigt. Weitere Komponenten, die schon in der Stoffzentrale teilweise zugegeben werden, sind die Hilfsstoffe. Die Zugabe eines optischen Aufhellers verstärkt die Weiße des Papiers und dient somit zur Sicherung der Qualitätsanforderung im optischen Bereich. Dagegen erreicht man durch die Dosierung von Entschäumungsmitteln einen stabilen Prozess, da der störende Luftanteil im Stoffgemisch minimiert wird. Bei den Komponenten darf ein weiterer und wichtiger Bestandteil im Stoffgemisch nicht vergessen werden, nämlich der Rückstoff. Dieser wird in der nächsten Ausgabe von Papier + Technik genauer betrachtet. Stoffpumpen fördern anschließend das fertige Stoffgemisch in die Maschinenbütte. Auf dem Weg dahin wird die Stoffdichte gemessen und falls notwendig geregelt. Der Ganzstoff liegt nun gut gemischt für den folgenden Prozessweg Richtung Papier- beziehungsweise Kartonmaschine mit einer Stoffdichte von circa drei bis vier Prozent in der Bütte bereit. bu