Archiv Papiertechnik

Deutsche bleiben Bücherwürmer

Die Leselust ist ungebrochen: Seit Jahren geben die Deutschen rund 40 Prozent ihres „Unterhaltungs-Budgets“ für Bücher aus.

Computer hin, Fernseher her – das Lesen von Büchern ist auch im digitalen Zeitalter eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Das zeigt eine Analyse des Buchmarkts, vorgenommen vom Marktforschungsunternehmen GfK.

VM

Gute Nachrichten für die Verlagsbranche: Im Krisenjahr 2009 kauften die Deutschen rund 400 Millionen Bücher und damit zwei Prozent mehr als 2008. Die Begeisterung für das Medium Buch ist ungebrochen, Tendenz sogar steigend. Im letzten Jahr legte die Zahl der Buchkäufer ebenfalls um zwei Prozent zu. Die Deutschen lassen sich ihre Leselust auch einiges kosten. Knapp vier Milliarden Euro gaben sie im letzten Jahr für Bücher aus. Insgesamt rund drei Prozent mehr als im Jahr 2008. Hinzu kommen noch erhebliche Umsätze von staatlichen Einrichtungen wie Bibliotheken und für den Schul- und Fachliteraturbedarf sowie die Buchkäufe ausländischer Mitbürger.

Die Leselust der jüngeren Generationen hat in den letzten Jahren nicht nachgelassen. Erfolgstitel wie Harry Potter oder aktuell die Bis(s)-Reihe von Stephenie Meyer beflügeln das Interesse am Medium Buch. Dies zeigt auch eine altersbezogene Analyse der Buchkäufe im Lauf der letzten fünf Jahre. Auf die Altersgruppe der 10- bis 19-Jährigen entfallen konstant vier Prozent der gekauften Menge. Auch die 20- bis 29-Jährigen halten in diesem Zeitraum mit elf Prozent der gekauften Bücher ihren Anteil konstant. Deutlich weniger Bücher landen hingegen im Einkaufskorb der 30- bis 39-Jährigen. Lag der Anteil im Jahr 2005 noch bei 20 Prozent, sind es aktuell nur noch 16 Prozent aller Bücher. Gleichzeitig steigt in dieser Altersgruppe die Nachfrage nach elektronischen Medien wie Games und Filmen. Nicht nur für den Eigenkonsum, oft sind es Geschenke für die eigenen Kinder.

Hingegen erwerben die Deutschen über 50 Jahre mehr Lesestoff als früher. Auffällig ist bei ihren Einkäufen ein nicht unerheblicher Anteil an Kinder- und Jugendbüchern. Während die Eltern vermehrt elektronische Medien an ihre Kinder verschenken, gleichen die Großeltern dies mit dem Kauf von Kinder- und Jugendliteratur wieder aus. Eines zeigt sich quer durch alle Altersklassen: Für die Deutschen sind Bücher immer noch das ideale Präsent. Fast ein Viertel aller gekauften Titel werden verschenkt.