Archiv Papiertechnik

Der Stoffauflauf … Teil 1

… hat die verantwortungsvolle Aufgabe, das sehr dünne Stoffwassergemisch fortlaufend und über die gesamte Breite gleichmäßig in homogener Konsistenz auf die Maschine zu verteilen.

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Einfach gesagt, hier beginnt die Papierqualität. Denn dieser relativ einfach klingende Prozess beinhaltet, dass erstens der Stoff mit einer konstanten Geschwindigkeit, und das ohne große Schwankungen der Stoffdichte, aus dem Stoffauflauf strömt. Zweitens, dass die vielen Einzelfasern auch als solche auf das Sieb kommen. Drittens nicht zu vergessen, dass die Dicke des Stoffstrahls eingestellt werden kann. Also hier beginnt die Blattbildung.

Der Stoffauflauf lässt sich grob in die drei Bereiche Zuführsystem, Turbulenzbereich und Auslaufzone unterteilen. Der Grundstein für einen reibungslosen Produktionsprozess wird schon in der Zuführung des Stoffes in den Stoffauflauf gelegt. Im Keller steht dazu in der Regel die Stoffauflaufpumpe, die den Job hat, das viele Wasser mit dem Faserstoff gleichmäßig nach oben zu fördern. Dort wartet dann entweder der Querstromverteiler oder der Zentralverteiler für den weiteren Transport und die Verteilung in den Stoffauflauf. Die Geschwindigkeit wird über die Drehzahl der Stoffauflaufpumpe bestimmt.

Beim Querstromverteiler kommt der Stoffstrom von der Triebseite durch ein Rohr, dessen Querschnitt sich zur Führerseite der Maschine verjüngt und gleichzeitig sind in kurzen Abständen viele kleine Rohre Richtung Stoffauflauf positioniert. Das Geheimnis der Funktion dieser geometrischen Konstruktion liegt im Maschinenbau, denn diese konische Bauweise garantiert, dass der Stoffstrom über die gesamte Arbeitsbreite in viele Teilströme mit gleichen Parametern in den Stoffauflauf geführt wird. Einfach gesagt, jeder Teilstrom hat die gleiche Strömungsgeschwindigkeit, den gleichen Druck und annähernd die gleiche Stoffdichte.

Das ganze System kann auf der Führerseite mit einem Druckventil konstant geregelt werden.

Bei vielen kleinen Papier- beziehungsweise Kartonmaschinen mit nicht so hohen Geschwindigkeiten übernimmt der Zentralverteiler die Aufgabe der gleichmäßigen Stoffzuführung der Maschine. Der Zentralverteiler ist ein Behälter, welcher über flexible, gleichlange und gleichgroße Leitungen im vollen Umfang mit dem Stoffauflauf in Laufrichtung der Papiermaschine verbunden ist. Der Stoffstrom kommt von unten und muss eine so genannte Dämpfungsplatte, eine Platte mit vielen Löchern, passieren. Dadurch und mit Unterstützung eines Luftpolsters werden Pulsationen abgebaut beziehungsweise vermieden. Im oberen Rund des Behälters teilt sich dann die Suspension – genau wie beim Querstromverteiler – in viele Teilströme auf und läuft gleichmäßig durch die Leitungen zur Stoffkammer des Stoffauflaufs und zwar mit der gleichen Geschwindigkeit, dem gleichen Druck und annähernd der gleichen Stoffdichte in jeder Leitung.

Optisch gesehen hat dieses Bauteil mit den vielen Schläuchen eine gewisse Ähnlichkeit mit einer Krake, und diesen Namen hat das Teil auch inoffiziell in einigen Papier- und Kartonfabriken.

Die Suspension ist nun im Stoffauflauf angekommen und wieder vereint zu einem Volumenstrom geht es nun weiter Richtung Ausgang, dem Auslaufspalt. Auf dem Weg dorthin müssen teilweise einige Turbulenzen überstanden werden, aber dazu mehr in der nächsten Ausgabe.