Archiv Papiertechnik

Der Rohstoff Holz …

Buchenholz

…ist der ideale und wichtige Lieferant von Primärfaserstoff für die Papiererzeugung. Zur Verarbeitung gelangen die typischen geeigneten Holzarten wie zum Beispiel: Fichte, Kiefer, Tanne, sowie Buche, Pappel und Birke.

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Obwohl die verwendeten Holzarten qualitativ unterschiedlich gut geeignet sind, werden die entscheidenden Kriterien wie:

· Faserlänge

· ganzjährige Verfügbarkeit in ausreichender Menge

· eine wirtschaftliche Rodung und Transport

von diesem Rohstoff am besten erfüllt.

Zum Einsatz kommen somit Nadel- und Laubhölzer als die grundlegende Basis zur Gewinnung von Lang- und Kurzfaserstoff.

Einige andere Hölzer können aufgrund ihrer Faserstruktur oder wegen ihres hohen Marktwertes nicht für die Zellstoff- und Papierindustrie eingesetzt werden.

Der Rohstoff Holz für die deutsche Papierindustrie kommt aus der einheimischen Forstwirtschaft beziehungsweise wird aus grenznahen Regionen importiert. Die Papierindustrie verarbeitet Holz, welches im Wald gefällt wird, um diesen gesund wachsen zu lassen, also das so genannte Durchforstungsholz. Dieses Holz fällt an durch die Pflege des Waldes, das heißt, die Lichtung der Bestände. Der Durchmesser dieses Schwachholzes beträgt maximal 20 – 30 cm.

Bis ein Baum als Nutzholz (Stamm- bzw. Sägeholz für die Bauwirtschaft) genutzt werden kann, vergehen bei Kiefern und Fichten circa 80 bis 120 Jahre. In der Entstehungsphase wird ein Nadelwald sehr dicht bepflanzt. Nach etwa 80 bis 120 Jahren stehen aufgrund mehrerer Durchforstungen noch rund zehn Prozent der ursprünglichen Pflanzen.

Eine weitere Rohstoffquelle für die Papierindustrie ist die Nutzung des Sägerestholzes, welches als Sekundärprodukt der Sägewerke anfällt. Daraus werden genauso wie auch aus Rundholz die Hackschnitzel hergestellt.

In größerem Umfang produzieren speziell die Zellstoffwerke ebenfalls aus Durchforstungsholz ihre Hackschnitzel für die Faserstoffherstellung selbst. Vor dem Hacken mit einer Hackmaschine müssen die Rundhölzer entrindet werden. Nach dem Hackprozess folgt eine notwendige Sortierung, welche zu große oder zu kleine Hackschnitzel aussondert.

Gesundes Holz mit geringer Astigkeit und ohne Fäule ergibt eine optimale Faserstoffqualität.

Zusammenfassend hat der Rohstoff Holz für die Faserstoffgewinnung eine große Bedeutung und lange Tradition für die Papiererzeugung, denn:

· Holz ist ein ständig regenerierendes Material.

· Holz aus deutschen Wäldern für die Papierherstellung ist Schwachholz und Sägerestholz.

· Die Papier-, Karton- und Pappenindustrie leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung des Waldes.

· Das Prinzip der Nachhaltigkeit stellt in allen Industriestaaten sicher, dass nicht mehr Holz eingeschlagen wird, als nachwächst.

Eine Gefahr für die Industrie stellt die zunehmende vom Staat subventionierte energetische Verwertung dieses Rohstoffes – Rundholz wie auch Hackgut – dar.

Die Holzvorräte in Deutschland sind aber auch nach wie vor im Wettbewerb ein Standortvorteil.