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Der Drucksortierer …

Prinzip des Drucksortierers

… folgt im Prozess auf den Dichtesortierer und unterzieht dessen guten Stoff einer weiteren feineren Sortierung.

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Die Drucksortierer stehen in der Stoffaufbereitung bzw. im konstanten Teil dann direkt vor der Papier- und Kartonmaschine.

Betrachten wir nun einen Drucksortierer separat. Die Hauptelemente sind das Gehäuse mit Deckel, das Sieb in Form eines feststehenden Siebkorbs als Trennelement und der Rotor, welcher sich sehr dicht am Siebkorb entlang bewegt. Die Wirkung wird verstärkt durch Flügel, die als stromlinienförmiger Körper ausgebildet sind.

Somit ist das Funktionsprinzip relativ einfach erklärt. Der gute Faserstoff muss durch das Trennelement gelangen und im Fall des Drucksortierers sind das alle Öffnungen des eingesetzten Siebkorbes. Das Stoffwassergemisch wird mit einer Stoffdichte von ca. 1 % und einem bestimmten Druck oben seitlich (Einlauf) in das Korbinnere geführt. Durch die Bewegung und die wirkenden Fliehkräfte strömt alles Gute durch den Siebkorb und wird unten seitlich (Durchlauf) aus dem druckfesten Gehäuse abgeführt. Bei der Menge, die dort durchströmen muss, ist ein Zusetzen des Siebkorbes vorprogrammiert. Allerdings darf dies nicht passieren und deshalb wird dieser Teilprozess durch die Bauform und Geometrie der Flügel an dem sich drehenden Rotor unterstützt. Durch den sehr engen Abstand der Flügel zum Siebkorb werden einerseits Druckimpulse erzeugt, die einen höheren Durchsatz und ein Freipressen der Löcher bzw. Schlitze des Siebkorbes bewirken. Andererseits folgt sofort ein Sogimpuls mit vorwiegend reinigender Wirkung, denn die etwas abgewandten hinteren Flügelteile erzeugen beim „Vorbeifahren“ innen an der Siebwand einen natürlichen Unterdruck und saugen so eventuell zugesetzte Löcher bzw. Schlitze frei. Kurz zusammengefasst bedeutet das, die Druck- und Saugwirkung hält den Stoff in Bewegung und den Korb sauber. Der Stoff, der es nicht geschafft hat durchzukommen, wird kontinuierlich aus dem Drucksortierer (Reject) abgezogen.

Die beschriebene Vorgehensweise der Sortierung – von innen nach außen – erfolgt laut Fachsprache in einem zentrifugal arbeitenden Drucksortierer. Diese Bauart ist heute hauptsächlich im Prozess vorhanden. Teilweise können auch für die Aufbereitung von Zellstoff bzw. bei der Fertigstellung des Maschinenstoffes für Spezialpapier zentripetal arbeitende Drucksortierer zum Einsatz kommen. Deren besonderes Merkmal ist die Bewegungsrichtung des Sortierprozesses, denn das Stoffwassergemisch wird von außen nach innen durch den Siebkorb also gegen die Fliehkräfte gedrückt.

Den zylindrischen Siebkorb gibt es mit Löchern und mit Schlitzen, das heißt die Sieböffnungen liegen einerseits bei ca. 0,8 – 1,8 mm Durchmesser je Loch und anderseits bei ca. 0,1 – 0,4 mm Schlitzweiten. Die Genauigkeit der jeweiligen Öffnung muss über die gesamte Siebkorbfläche gewährleistet sein und ergibt in der Summe eine offene Fläche von ca. 20 bis 30 % bei Lochkörben und von ca. 10 bis 20 % bei Schlitzkörben. Folglich kommt es zu einer Abtrennung von Verunreinigungen oder von Grobstoff, deren Größe den Lochdurchmesser des Siebkorbes bzw. die Schlitzweite übertrifft. Bei Sortiersiebkörben mit Löchern bleiben hauptsächlich flächige, zweidimensionale Teile wie Reste von Folien, Beschichtungsmaterialen und auch Faserstippen hängen. Der Unrat, welcher durch Schlitzkörbe zurückgehalten werden soll, beinhaltet einen hohen Anteil kubischer, dreidimensionaler Teile wie Schmutzknoten, -batzen, Splitter, Styroporteilchen und Kleberbestandteile. Alle diese aufgeführten Stoffe erschweren die Prozessstabilität und beeinträchtigen die zu erzielende Papierqualität maßgeblich.

Auch die Drucksortierer arbeiten in einem System mit mehreren nachgeordneten Stufen, um den Faserverlust zu minimieren und eine gewünschte Sortiergüte zu erreichen. Natürlich wird dies auch von der erforderlichen Stoffmenge beeinflusst.

In der Regel befinden sich zwischen zwei und drei Stufen im Prozess, wobei die letzte Stufe als kleinere Baugröße und meistens dann drucklos als Endstufensortierer fungiert.