Archiv Papiertechnik

Der Dickstoffreiniger …

Prinzip eines Dickstoffreinigers ohne (l.)… … und mit Rotor.

… wird hauptsächlich in den ersten Prozessschritten nach dem Stofflösen effektiv in der Stoffaufbereitung eingesetzt.

Der Dickstoffreiniger funktioniert wie der Dichtesortierer nach dem physikalischen Sortierverfahren und nutzt vordergründig als wirkungsvolles Sortierprinzip die vorherrschende Zentrifugalkraft, um grobe, spezifisch schwerere Fremdkörper relativ früh aus der Stoffsuspension zu entfernen. Als Störstoffe werden Schrauben, Nägel, Heft- und Büroklammern, Metallsplitter, Drähte, Steine sowie gröbere Partikel aus Glas und Sand ausgeschieden. Dadurch sollen auch die Maschinen und Aggregate der nachfolgenden Prozessschritte vor übermäßigem Verschleiß und drohender Beschädigung geschützt werden. So ist der Einsatzort der Dickstoffreiniger gut gewählt: Sie befinden sich bei der Aufbereitung von Zellstoff nach der Zerfaserung im Stofflöser (Pulper). Damit sind sie direkt vor der weiteren mechanischen Bearbeitung installiert, die im Entstipper und in der Mahlanlage folgt. Bei der Altpapier-Stoffaufbereitung arbeitet der Dickstoffreiniger zwischen den Auflösesystemen (Pulper, Trommel) und der notwendigen Grobreinigung. Auch hier gilt, je eher der Schmutz beziehungsweise die Störstoffe entfernt sind, desto besser die Stoffqualität, desto stabiler der Prozessablauf und desto materialschonender für die nachfolgenden Anlagen.

Ein wichtiges Merkmal lässt sich aus dem Namen ableiten, denn der Dickstoffreiniger kann bei höheren Stoffdichten von bis zu sechs Prozent seine Arbeit, das Reinigen, erledigen. Das bedeutet auch, dass eine vorherige Verdünnung der Suspension nicht erforderlich ist. Eine weitere Besonderheit liegt in der Größe der abzuscheidenden Partikel begründet. Alle Strömungsquerschnitte müssen ausreichend groß dimensioniert sein, um ein Verstopfen der Reiniger zu vermeiden.

Das grundlegende Wirkungsprinzip ist bereits erklärt (siehe Papier + Technik, Ausgabe 01/11) und kann in einem Detail variieren. Manche Dickstoffreiniger, meistens die mit einer Einlaufstoffdichte über vier Prozent, arbeiten mit einem Rotor im Einlaufbereich. Der tangential zufließende Stoff wird unterstützend durch dieses Teil in Rotation versetzt. Dieser Rotor, auch Schleuderscheibe genannt, erzeugt eine ausreichende Rotationsgeschwindigkeit und verbessert dadurch die Abscheidewirkung. Daher kommt auch die oft verwendete Bezeichnung Dickstoffschleuder. Der gereinigte Faserstoff fließt bekanntlich im Mittelteil durch das Auslaufrohr ab.

Die groben Verunreinigungen in der Suspension werden dagegen unter Einwirkung der auftretenden Zentrifugalbeschleunigung gegen die Wand geschleudert und gelangen von dort nun spiralförmig zu einem Abscheidekonus. Von hier sinken sie letztendlich in den Schmutzbehälter ab, der sie dann in der Regel periodisch abführt. Das heißt, zwei Absperrelemente sorgen für einen reibungslosen Prozess. Zu Beginn ist der höher liegende Schieber geöffnet, so dass sich die groben Stör- und Schmutzstoffe, das so genannte Reject, in den Schmutzbehälter mit geschlossenem unterem Schieber ansammeln. Nach einer einstellbaren Zeit wechselt die Prozedur, der obere Schieber schließt und der untere öffnet sich, so dass das Reject komplett entfernt werden kann. Der Verlust an brauchbaren Fasern soll vermieden beziehungsweise verhindert werden, deshalb wird zum Gegenspülen das so genannte Rückspülwasser in den Schmutzbehälter eingespritzt.

bu