Archiv Papiertechnik

AP-Pulper …

… sind speziell konzipiert für die Stofflösung von Altpapierqualitäten mit einem höheren Anteil von Fremd- und Schmutzstoffen.

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Dieses Aggregat arbeitet nach dem gleichen Grundprozess, wie die schon in den zwei vorangegangenen Ausgaben beschriebenen Zellstoff- und HD-Pulper. Deshalb wird diesmal nicht die Prozessbeschreibung des Stofflösens, sondern schwerpunktmäßig die Vorreinigung beziehungsweise die Beseitigung der Fremd- und Störstoffe im Fokus stehen.

Ein typischer Einsatzort solcher Pulper sind Papier- und Kartonfabriken, die Verpackungspapiere und Pappen aus 100 Prozent Sekundärfaserstoff, also Altpapier, herstellen. Diese Fabriken produzieren aus typischen Altpapiersorten, der so genannten braunen Ware, Wellpappenrohpapiere, Karton und Pappe unterschiedlicher Qualitätsanforderungen.

Eine bekannte Sorte ist das in Papier + Technik, 2/2010 beschriebene Kaufhausaltpapier. Zur Erinnerung nehmen wir gedanklich so einen Ballen auseinander. Neben den wertvollen gebrauchten Verpackungsstoffen, wie Wellpappe, Karton, Pappe sowie Packpapier usw. werden wir auch leider in einer nicht geringen Menge typische unerwünschte Bestandteile, wie unter anderem Klebebänder, Aufkleber, Heftklammern, Styroporteile, Schaumstoffe, Folien und ähnliches finden.

Nun gilt es dieses Material, welches sich durch unterschiedliche Größen, Formen, Substanzen und Härte auszeichnet, schon im Auflösevorgang zu trennen oder so zu bearbeiten, dass es im folgenden Prozessablauf eliminiert werden kann.

Der AP-Pulper hat also zwei Aufgaben zu erfüllen. Erstens muss er natürlich den gebrauchten Faserstoff auflösen, der zusammen mit dem pumpfähigen Schwimmschmutz durch das Siebblech (Lochdurchmesser von 8 bis 12 mm) des Pulpers abgezogen wird. Die Nachbearbeitung des Leichtschmutzes übernehmen die nachgeschalteten Aggregate in der Stoffaufbereitung.

Zweitens soll schon in diesem ersten Prozessgang – soweit wie möglich – eine endgültige Entfernung von Schwerschmutz, also zum Beispiel Werkzeugteilen, Schrauben, Münzen und Steinen erfolgen. Gleichzeitig wird auch der verspinnbare Unrat, wie Drähte, Folien, Bänder usw. entfernt.

Für die Eliminierung des Schwerschmutzes arbeitet der Pulper mit einer Schwerteilschleuse, welche sich im Bereich der Bodenplatte befindet. In der sich bewegenden Suspension wandern die schweren Teile aufgrund ihrer höheren Dichte nach unten und werden seitlich ausgetragen. Es kann sich eine weitere Reinigung anschließen, um eventuell anhaftendes Fasermaterial zurück zu gewinnen, bevor der Schwerschmutz endgültig aus dem Prozess als Rejekt ausgeschieden und entsorgt wird. Hier „gewinnen“ die Mitarbeiter ab und zu auch das ein oder andere Eurostück aus dem Prozess.

Die verspinnbaren Teile werden dagegen mit dem so genannten Zopf aufgenommen. Das Grundgeflecht des Zopfes besteht aus Drahtteilen der Ballenumreifung, die an einem Ende eines armdicken Seils befestigt sind. Dieses Ende gleicht einem Widerhaken und gelangt nun in die sich bewegende Suspension und fängt an, alle schwimmenden verspinnbaren Teile aufzunehmen. Jetzt muss der Zopf nur noch wachsen, also Unrat einsammeln. Das heißt, er braucht einerseits neues Drahtmaterial als Grundgerüst, welches der Anlagenführer mit den Ballen plus geöffneter Verdrahtung zuführt.

Das ist ein bemerkenswerter Unterschied zu den anderen vorgestellten Pulpern, denn die Verdrahtungen der Ballen werden nur geöffnet, aber nicht entfernt und somit gewollt in den Pulper eingetragen. Andererseits darf der Umfang des Zopfes (20 – 40 cm) nicht zu groß werden und so wird diskontinuierlich der wachsende Zopf Stück für Stück über die Winde herausgezogen. Hat er eine bestimmte Länge erreicht, wird der Zopf mit einer installierten Zopfschere abgeschnitten. So wird auch ein Abreißen vermieden, denn dies bedeutet immer ein Abstellen des Pulpers, um das abgerissene Ende aus der Suspension zu „fischen“.

Der Zopf, also Seil mit Drahtgeflecht plus Unrat, wird außerhalb der Papierfabrik ordnungsgemäß verwertet beziehungsweise entsorgt.

Schwerschmutz

Zopf

Zopfschere

Gutstoff