Archiv Papiertechnik

Analysieren und dann optimieren

Um eine gute Faserorientierung, Blattbildung und Feinstoffverteilung zu erreichen muss die Entwässerung in der Siebpartie auf kontrollierte Weise erfolgen. Analysiert werden kann der Entwässerungsverlauf mit einem neuen tragbaren Messgerät.

Lorentzen & Wettre arbeitet seit vielen Jahren mit tragbaren Messsystemen für die Überwachung des Filzzustandes in der Pressenpartie. Es handelt sich zum einen um ein Filzfeuchtmessgerät und zum anderen um ein Gerät zur Messung der Filzdurchlässigkeit. Durch den Einsatz beider Geräte lässt sich der Zustand der Filze in einer Pressenpartie kontrollieren und gegebenenfalls rechtzeitig mit vorbeugenden Maßnahmen Betriebsstörungen vermeiden. Auch kann durch proaktives Handeln basierend auf einer guten Datenbasis die Effizienz der Entwässerung in der Pressenpartie optimiert werden und dadurch ist die Produktion mit einem geringeren Kostenaufwand zu betreiben. Der aktuellen Gerätegeneration, die ihren Benutzern die erforderliche Funktionalität und hohen Investitionsnutzen bietet, liegen mehr als 40 Jahre praktische Einsatzerfahrung und Entwicklung zugrunde. Diese langjährige Erfahrung und die aktuellen Forderungen aus unserem Kundenkreis haben nun Lorentzen & Wettre bewogen ein weiteres portables Messgerät zur Analyse des Entwässerungsverlaufes in der Siebpartie zu entwickeln. (siehe Abb.1)

Mit dem L&W Consistency Meter wird die Wassermenge an verschiedenen Positionen entlang des Bahnbildungsbereiches gemessen, um erkennen zu können, ob alle Entwässerungszonen für die aktuelle Produktion korrekt justiert sind. Als Messprinzip nutzt der neue Sensor Hochfrequenztechnologie und erreicht dadurch einen Messbereich von 30 – 30 000 g Wasser pro m². Modernste Elektronikkomponenten ermöglichen eine Messfrequenz von 1000 Messwerten pro Sekunden und stellen in Verbindung mit der Frequenzanalysefunktion in der Auswertesoftware ein gutes Werkzeug zur Analyse von Pulsationen dar.

Zur Erreichung einer guten Faserorientierung, Blattbildung und Feinstoffverteilung muss die Entwässerung in der Siebpartie auf kontrollierte Weise erfolgen. Im Anschluss an das Sieb gilt es, die Entwässerung zu optimieren, ohne dass andere Eigenschaften wie z.B. die Porosität verloren gehen. Der Energieverbrauch lässt sich verringern, indem nicht mehr Vakuum als notwendig an den Siebsaugkästen eingesetzt wird und dennoch dafür gesorgt wird, dass der Eingangstrockengehalt in die Pressenpartie so niedrig wie möglich ist. Um die optimalen Betriebsbedingungen wieder reproduzierbar anfahren zu können ist es wichtig auf gute Informationen zur Einstellung der Entwässerungszonen zurückgreifen zu können.

Gerade hier kann das L&W Consistency Meter eine wichtige Unterstützung sein.

Messdatenspeicher zu den jeweiligen Messpositionen
Die Wiederholbarkeit von Messungen ist besonders wichtig, da nur dadurch eine richtige Beurteilung der aktuellen Situation möglich ist. Mit dem L&W Consistency Meter können alle Messungen in einer Datenbank gespeichert werden. Alle Messdaten werden an das PC-Programm L&W Multiview 3D übertragen und in einer Datenbank zur Analyse und zum Drucken von Berichten gespeichert. Die Übertragung erfolgt normalerweise drahtlos per WiFi oder Bluetooth. Es besteht zudem die Möglichkeit, den USB-Anschluss zu nutzen. Die Informationen können ebenfalls mit Messdaten von der Pressenpartie koordiniert werden. Alle Messdaten lassen sich auf Wunsch in andere Dateiformate exportieren, z.B. Excel.

Frühere Messergebnisse können jederzeit wieder aus der Datenbank in das Messgerät geladen werden, um sie zu Vergleichszwecken bei neuen Messungen heranzuziehen. Im Messdisplay können während der Durchführung vorhergehende Ergebnisse abgelesen werden. So ist direkt erkennbar, ob sich in einem Bereich der Siebpartie die Entwässerung verändert hat und ein Eingriff notwendig ist. Dies spart Zeit und eine Fehleinstellung ist schnell behoben. Das Messergebnis wird sowohl numerisch als auch grafisch auf dem integrierten hochauflösenden Farbdisplay (siehe Abb.2) angezeigt. Normalerweise wird ein Mittelwert pro Messposition angegeben. Es ist in bestimmten Fällen aber auch möglich, Querprofile zu messen und anzuzeigen. Eine weitere Besonderheit ist die ins Programm integrierte Frequenzanalyse, die für das Erkennen von Pulsationen, die z. B. durch Pumpen erzeugt werden, verwendet werden kann.

Spezielle Ausführung
Die Konzeption und Gestaltung des L&W Consistency Meters erfolgte mit dem Ziel einer einfachen und sicheren Handhabung. So wurde besondere Rücksicht auf die Transportierbarkeit sowie die Gestaltung des Messkopfs genommen und darauf geachtet, wie die Messdaten angezeigt und an andere Computer übertragen werden. Der Einfluss von Sieb und Fasermenge auf das Messgerät ist äußerst gering. Das Ergebnis wird normalerweise in gH2O/m² angezeigt. Es ist ebenfalls möglich das Ergebnis in % Trockengehalt anzugeben, wenn das trockene Flächengewicht bekannt ist.

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