Archiv Papiertechnik

Altpapiererfassung und -sortierung

Blaue Tonne (wie in NRW) für Altpapier.

…nehmen einen entscheidenden Einfluss auf die Güte der Altpapiersorte und somit auf den Prozess der Papiererzeugung.

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Die Altpapiersorte ist und wird besser, je homogener das Altpapier nach ursprünglichen Papiersorten zusammengesetzt ist und je weniger Verunreinigungen sowie Stör- und Fremdstoffe enthalten sind. Dies wird beeinflusst durch die Anfallstelle, inklusive installiertem Erfassungssystem und die Altpapiersortierung. Seit Jahren verfügt Deutschland über ein flächendeckendes, verbrauchernahes Erfassungsnetz. Eine typische und wichtige Anfall- bzw. Sammelstelle für Altpapier ist natürlich der private Haushalt mit der dazugehörenden bekanntesten Erfassungsstelle, der Altpapiertonne vor dem Haus. Die Tonne hat sich auch als ein Ersatz des Bringsystems durch ein Holsystem zur Altpapiererfassung bewährt und stellt somit einen Beitrag zu einer modernen Entsorgungswirtschaft dar und erhöht den Bürgerservice deutlich. Das gezielte und intensive Sammeln erhöht die Altpapierverwertungsquote bei gleichzeitiger Reduzierung des Restabfallaufkommens. Natürlich schafft dies einen Vorteil für die Papierindustrie, der aber nur zum Tragen kommt, wenn auch nur die typischen gebrauchten Papiere gesammelt werden. Nicht in die Altpapiertonne gehören:

· Verschmutzte Papiere, z.B. Pizzakartons

· Getränkekartons z.B. Tetra-Packs für Milch etc.

· Einweggeschirr aus Pappe

· Hygienepapiere

· Papiertischdecken/-servietten

· Wachs- und Pergamentpapiere (z.B. Butterbrotpapier)

· Tapeten

Dies gilt natürlich auch für die Gewerbetreibenden, die ebenfalls eine entscheidende Rolle in der Altpapiererfassung einnehmen. Hier fallen relativ große und oft sehr reine Mengen von speziellen Papieren an. Drei einfache Beispiele, wie ungebrauchte Zeitungen und Zeitschriften aus den Kiosken, Verpackungen aus Kaufhäusern und Verarbeitungsabfälle aus Druckereien sollen dies belegen. Allerdings sind für die Entsorgung von gewerblichem Altpapier in der Regel Entsorgungsfirmen direkt zu beauftragen. Die anfallenden Altpapiermengen werden einerseits in Containern gesammelt oder anderseits schon durch eigene Ballenpressen versandfertig gemacht. Diese Option setzt allerdings eine sehr hohe Reinheit des Altpapiers voraus, weil die Ballen in der Regel ohne Nachsortierung in die Papierfabriken gehen.

Die Sortierung von Altpapier ist eine wichtige Voraussetzung, um der Papierindustrie die Altpapier-Qualitäten in der Güte zur Verfügung zu stellen, die benötigt wird. Dabei geht es einerseits darum die papierfremden Stoffe aus dem Sammelgut zu entfernen und andererseits definierte Altpapiersorten zusammenzustellen, die von der Papierindustrie nachgefragt werden. Sortierkriterien sind sowohl die Altpapierzusammensetzung, also helle und dunkle Komponenten, als auch der Anteil an unerwünschten Stoffen (Kunststoff) und unerwünschten Papieren und Pappen. Die Sortierung erfolgt in der Regel manuell oder maschinell bzw. teilautomatisiert und stellt letztlich die Qualitätssicherung vor Abgabe des gebrauchten Papiers an die Papierfabrik dar. Die „Herstellung“ der verschiedenen Altpapierqualitäten richtet sich nach der Liste der Europäischen Standardsorten und ihrer Qualitäten, welche durch die Papierindustrie und die Anbieter von Altpapier erstellt wurde. Durch die Altpapiererfassung soll so viel wie möglich der tatsächlich anfallenden Mengen erfasst werden, um Altpapier als Wertstoff für den Recyclingprozess bereitzustellen. Deutschland nimmt im internationalen Vergleich eine Spitzenstellung beim Papierrecycling ein. Die Bedeutung des begehrten Rohstoffs Altpapier und seine Vorteile für die Umwelt hat die deutsche Papierindustrie schon vor Jahrzehnten erkannt. Die stoffliche Verwertung von Altpapier muss eindeutig Vorrang vor der Verwendung von Altpapier als Ersatzbrennstoff haben. Den Begehrlichkeiten der Energiewirtschaft muss entgegengetreten werden.