Archiv Im Blickpunkt

Zukunftsaufgabe Fachkräftesicherung

In regelmäßigen Abständen führt die Papierindustrie in Deutschland eine Altersstrukturerhebung durch, um den Handlungsbedarf für die Fachkräftesicherung zu erfassen. Die wichtigsten Zahlen aus der Erhebung 2010 sind jetzt ausgewertet.

Stephan Meißner

Neben der Verschiebung der starken Altersjahrgänge hin zu den älteren Beschäftigungsgruppen im Vergleich 2004 zu 2010 zeigt sich, dass die Jahrgänge ab dem 62. Lebensjahr stark ausgedünnt sind. Dies ist eine Folge des in starkem Umfang genutzten Vorruhestandes.

In etwa fünf Jahren wird es größere Abgänge von Mitarbeitern geben, welche ersetzt werden müssen. Da der Anteil der jüngeren Arbeitnehmer deutlich schwächer ausgeprägt ist, ist es umso notwendiger, durch Neueinstellungen junger Kräfte das Potenzial für die Zukunft zu sichern.

Die Nachwuchssituation im Osten Deutschlands stellt sich schlechter dar als im Westen. Ein Grund ist der Wegzug junger qualifizierter Arbeitnehmer in den Westen.

Was bei den jüngeren Beschäftigten auffällt: Wohl wegen der Restrukturierungen in den letzten Jahren ist diese Gruppe in der Papierindustrie im Vergleich zu den übrigen Beschäftigten in Deutschland relativ schwach besetzt.

VAP und VDP starten Projekt Fachkräftesicherung

Der allgemeine Überblick, wie ihn die hier abgebildeten Tabellen bieten, ist die Zusammenfassung der Erhebungen in den einzelnen Betrieben. Mit Hilfe der Software-Tools, welche in den Papierfabriken die individuellen Altersstrukturen abbilden, ist in den meisten Betrieben inzwischen der Bedarf nach Qualifikationen ermittelt. VAP (Vereinigung der Arbeitgeberverbände der Deutschen Papierindustrie) und VDP (Verband Deutscher Papierfabriken) haben im Rahmen eines Fachkräftesicherungsprogramms ein umfangreiches Maßnahmenbündel erarbeitet, um das notwendige qualifizierte Personal auch in Zukunft für die Unternehmen zu sichern. Die Umsetzung dieser Maßnahmen ist in den Betrieben in vollem Gange. Dies reicht von Hilfen bei der Nachwuchswerbung, Nachwuchsgewinnung, neuen Ausbildungsmaßnahmen bis hin zur Weiterqualifizierung der Mitarbeiter in den Betrieben.

Auch der Sozialpartner IG BCE erarbeitet mit Arbeitgeberverbänden und mit Unterstützung durch die Wissenschaft im Rahmen des Projektes DemTV neue Wege, um den Anforderungen aus der Demographie gerecht zu werden. An dem hierbei laufenden Erfahrungsaustausch der unterschiedlichen Branchen ist auch die VAP aktiv beteiligt.

Jeder kann sich einbringen
Bei der Fachkräftesicherung ist die Mithilfe aller Mitarbeiter in den Betrieben unverzichtbar, einerseits bei der Gewinnung von Auszubildenden, etwa für den Werdegang des Papiertechnologen oder des Papieringenieurs. Andererseits wird in Zukunft auch die Fort- und Weiterbildung jedes Einzelnen letztlich die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Papierindustrie sichern.