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Ziel: klimaneutrale Papierproduktion

Die Forschungsergebnisse sollen der gesamten Papier- und Zulieferindustrie zugute kommen.
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Als Plattform für Forschungsprojekte soll eine Modellfabrik Papier in Düren entstehen, in der Wege zur klimaneutralen Papiererzeugung ermittelt werden sollen. Dazu haben sich Papierproduzenten, Zulieferer und Forschungseinrichtungen zusammengeschlossen.

VM

Als eines der derzeit ambitioniertesten Gemeinschaftsprojekte der deutschen Papierindustrie, so bezeichnete in einer Pressemitteilung der Verband Deutscher Papierfabriken (VDP) die geplante Modellfabrik Papier. Um sie auf den Weg zu bringen, arbeiten seit dem Jahr 2018 Papierhersteller, Zulieferer und Forschungseinrichtungen in einer Projektgruppe zusammen. Gemeinsam wollen sie nach Möglichkeiten suchen, die Papierproduktion klimaneutral zu gestalten, das heißt, Energieverbrauch und CO2-Ausstoß deutlich zu reduzieren. „Wir wollen mit der Modellfabrik Papier den Willen und die Fähigkeit der deutschen Papierindustrie zeigen, die klimapolitischen Herausforderungen anzugehen und unseren Beitrag für eine ökologische Neuausrichtung der Wirtschaft zu leisten“, sagte Gerhard Hochstein, CTO der Felix Schoeller Group und Mitglied des Konsortiums, dem aktuell 15 Unternehmen der Papier- und

Zulieferindustrie sowie die Technische Universität Darmstadt und die Papiertechnische Stiftung angehören, in einem Interview mit dem VDP-Magazin „Papier sind wir“.

Für die Papierindustrie als energieintensive Industrie sei die Bewältigung dieser Aufgabe gesellschaftliche Verpflichtung und ökonomische Notwendigkeit zugleich. Er erwähnte auch, dass steigende Energie- und CO2-Kosten erhebliche Mittel aus den Unternehmen abzögen, die für Investitionen in klimaneutrale Produktionstechnik fehlten.

Bei der Erforschung von Wegen zu einer klimaneutralen Papierherstellung sollen alle Prozesse einbezogen und auch disruptive Ansätze verfolgt werden. Die Forschungsarbeit wird voraussichtlich Ende 2020 aufgenommen. Vorgesehen ist sowohl Forschungsarbeit mittels digitaler Methoden als auch Forschungsprojekte an einzelnen Aggregaten. 2023 soll die Modellfabrik Papier in einen Neubau in der „Papierstadt“ Düren einziehen. Für die Investitionen in Gebäude und Anlagen hat die Wirtschaftsförderung der Stadt Düren Fördermittel aus dem Ausgleichsfonds „Rheinisches Revier“ beantragt. Die Modellfabrik soll eine Open-Innovation-Plattform für Forschungsprojekte bieten, in der gemeinschaftlich vorwettbewerbliche Grundlagenforschung betrieben wird. In ihr sollen wesentlich öffentlich geförderte Forschungsprojekte umgesetzt werden, die der gesamten Papier- und Zulieferindustrie zugute kommen. Derzeit gründet das Konsortium eine Trägergesellschaft, die die Basisfinanzierung und Steuerung der Aktivitäten der Modellfabrik Papier übernehmen soll. Das Konsortium nimmt derzeit noch weitere interessierte Unternehmen auf.